Doppel-Torschütze sichert seinem Team spätes Remis und ärgert sich trotzdem

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Zwei Tore selbst erzielt, dennoch nur einen Punkt mitgenommen. Darüber ärgert sich der Dortmunder Fußballer, der seinen ersten Doppelpack seiner Karriere erzielt hatte.

Dortmund

, 03.10.2020, 20:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Fast hätte er die Abstimmung gewonnen: Kurz vor dem Ende des Votings zu Dortmunds Spieler des Spieltags mobilisierte er noch einmal die Fans und startete eine Aufholjagd. Tempo bietet er aber auch auf dem Platz.

Als rechter Außenverteidiger in einer Fünferkette setzt Patrick Kasper (27) im Trikot des Bezirksligisten Viktoria Kirchderne zu manch einem Lauf an. Für jemand, der über sich sagt, „in der Fünferkette muss ich mehr laufen als in einer Viererkette“, mit der Betonung auf „muss“, ist ein Sprint kurz vor dem Ziel dann schon bemerkenswert.

Fast hätte Patrick Kasper bei der Wahl zum Spieler des Spieltags den späteren Sieger Maurice Much (TuS Eichlinghofen) noch abgefangen. Seine Fans stimmten fleißig für ihn - erst kurz nach dem offiziellen Abstimmungsende um 12 Uhr zog Kasper an Much vorbei. Kasper wurde knapp Zweiter.

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Weder seine beiden Treffer bei Kirchdernes 4:4 gegen SuS Olfen kamen ganz aus heiterem Himmel noch der (zu späte) erste Platz. Erstens sagt Kasper, dass er sich in beiden Abwehrformationen außen wohlfühlt. „Letztendlich ist mir das egal. Ich kann es ja auch in einer Fünferkette positiv sehen, dass ich mich mehr nach vorne einschalten darf. Dass es was bringen kann, zeigen dann auch die Tore.“ Zweitens fügt er hinzu: „Dann habe ich im Seniorenbereich noch nie zwei Treffer in einem Spiel erzielt. Daher war das schon etwas Besonderes.“

Doppel-Torschütze ärgert sich über Punkteteilung

Der erste seiner beiden Treffer resultierte aus einem „missglückten“, aber dann offenbar doch geglückten Doppelpass mit Erkan Yigit. Dem zweiten Treffer ging eine zu lange und ein präzise Flanke voraus. Dass Kichderne nur 4:4 gegen Olfen spielte, ärgerte den Doppeltorschützen leicht: „Wenn wir vier schießen, dürfen wir uns nicht so viele fangen, aber wir haben auch fast die ganze Zeit in Unterzahl gespielt.“

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Kasper, der für den SV Brackel auch in der Westfalenliga kickte, wollte kürzertreten. Und nach einem halbjährigen Intermezzo bei Alemannia Scharnhorst, das er mit dem Aufstieg in die Bezirksliga krönte, fand er in Kirchderne eine passende neue Heimat. „Der Wechsel lag in der Luft“, erläutert Kasper. „Meine beiden Brüder spielen für die Viktoria, mein Stiefvater ist auch im Verein tätig. Dann war auch noch der schöne neue Platz ein Anreiz. Zu guter Letzt kannte ich auch einige andere Leute.“

Patrick Kasper traf gegen Olfen doppelt. Gereicht hat es dennoch nicht ganz, um die Wahl zum Spieler des Spieltags zu gewinnen.

Patrick Kasper traf gegen Olfen doppelt. Gereicht hat es dennoch nicht ganz, um die Wahl zum Spieler des Spieltags zu gewinnen. © Nils Foltynowicz

Und die Mischung aus Alt und Jung habe gleich ordentlich funktioniert. „Gut, die abgelaufene Saison mit dem neunten Platz war nicht so richtig stark. Davor aber wurden wir hinter TuS Bövinghausen, FC Nordkirchen und TuS Körne Vierter. Das war ein Erfolg.“

Kirchderne wartet auf einen Erfolg gegen Nordkirchen

Gegen den schon damals starken Tabellenzweiten und aktuellen Spitzenreiter tritt die Viktoria an. „Gegen gute Teams haben wir zumeist ordentlich ausgesehen, auch in Nordkirchen auf dem Rasen hatten wir schon mitgehalten.“ Gewonnen haben die Kirchderner allerdings seit 2016 noch nicht gegen Nordkirchen.

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Gegen Olfen reagierte die Viktoria auch während der torreichen Partie sogar in Unterzahl auf Rückstände. Sollte sie beim Topfavoriten mal hinten liegen, sei auch noch nichts verloren. „Da ist für uns Feuer drin, selbst wenn wir als Achter beim Spitzenreiter spielen. Im Derby ist vielleicht noch mehr Pfeffer. Aber wir sind auch heiß auf den Ersten.“ Und vielleicht marschiert Kasper dann auch mal mit – und trifft wieder. Seine Kollegen werden sich diesmal bestimmt auch beeilen und rechtzeitig für ihn abstimmen.

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