Dortmunder Amateurfußballer wegen Vergewaltigung verurteilt – sein Klub handelt

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Das Amtsgericht Hagen hat am Mittwoch einen Dortmunder Amateurfußballer wegen einer Vergewaltigung schuldig gesprochen. Der Verurteilte muss 60 Sozialstunden leisten.

Dortmund

, 28.08.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der Tatvorgang liegt fast zwei Jahre zurück. Im Oktober 2018 hatte der damals 18-Jährige mit einer gleichaltrigen Frau den Abend in der Diskothek Rush Hour verbracht. „Sie kannten sich schon vorher. Beide hatten im Vorfeld der Nacht eine sexuelle Beziehung“, sagt der Gerichtssprecher Christian Dembowski. Laut Anklageschrift soll eine nicht unerhebliche Menge Alkohol geflossen sein.

Der Angeklagte schweigt

Der 18-Jährige begleitet die Frau dann nach Hause. „Sie wollte nicht alleine sein, weil es ihr so schlecht ging. Sie bat den Angeklagten deshalb, sie nach Hause zu bringen“, erklärt Dembowski, „Zuhause angekommen, bat sie dann den Angeklagten aufgrund ihres Zustands, bei ihr zu bleiben und bei ihr im Bett zu übernachten.“

Dort soll er sexuelle Handlungen angestrebt haben, sie soll diese aber abgelehnt haben. „Trotzdem steckte der Angeklagte der Frau einen Finger in die Vagina“, erklärt Dembowski. „Vergewaltigung bezeichnet man juristisch jeden Vorgang, bei dem der Täter dem Opfer einen sexuellen Vorgang aufdrängt, der mit einem Eindringen in den Körper verbunden ist“, so Dembowski weiter.

In der Verhandlung vor dem Jugendschöffengericht des Amtsgerichts Hagen schwieg der Angeklagte. Die Vorsitzende Richterin Ulrike Radke-Schäfer erklärte am Mittwoch in ihrer Urteilsbegründung, dass die junge Frau deutlich zu verstehen gegeben haben soll, dass sie keinen Sex wolle, die Schilderungen im Prozess seien sehr glaubhaft gewesen.

60 Sozialstunden für Dortmunder Amateurfußballer

Das Gericht sprach den Fußballer der Vergewaltigung schuldig und verhängte 60 Sozialstunden. Dabei kam noch das Jugendstrafrecht zur Anwendung. Als Strafe hatte die Staatsanwaltschaft vier Wochen Jugendarrest gefordert. „Eine Gefängnisstrafe hatte sich ausgeschlossen, weil es keine freiheitsentziehenden Maßnahmen gegeben hatte. Und weil die Familie über finanzielle Mittel verfügt, gab es die Sozialstunden und keine Geldstrafe“, sagt Dembowski.

Der Fußballklub des Verurteilten hat reagiert und lässt ihn am Spielgeschehen nicht mehr teilnehmen.

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