Dortmunder bei Olympia: Für mich ist das eine Niederlage

Bob-Anschieber Weber im Interview

Nach den ersten zwei Läufen im olympischen Zweierbob-Wettkampf war der Dortmunder Christopher Weber noch auf Medaillenkurs. Auch nach Durchgang drei sah es für den 26-Jährigen im Bob von Pilot Johannes Lochner noch gut aus. Am Ende reichte es nur zu Platz fünf. Wie geht es weiter?

DORTMUND/PYEONGCHANG

, 19.02.2018, 18:15 Uhr / Lesedauer: 2 min
Christopher Weber (l.) und Johannes Lochner haben in der Nacht zu Sonntag die nächste Chance auf eine Medaille.

Christopher Weber (l.) und Johannes Lochner haben in der Nacht zu Sonntag die nächste Chance auf eine Medaille. © dpa

Christopher Weber, wie groß ist die Enttäuschung?

Die Enttäuschung ist schon groß, auch wenn wir am Anfang nicht damit gerechnet hätten, überhaupt aufs Treppchen zu fahren. Es war uns schon vor den Läufen klar, dass wir es aus eigener Kraft nicht schaffen können, weil das Material nicht so lief, wie wir es uns vorgestellt haben. Auch wenn der Hansi die Kurve perfekt bekommen hätte, hätte es nicht gereicht.

Wie gehst du mit diesem Ergebnis um?

Der Olympische Gedanke, das habe ich ja vorher schon gesagt, das „Dabeisein ist alles“, ist Schwachsinn, dabei bleibe ich auch. Für mich ist das ganz klar eine Niederlage und nichts, worüber ich mich freue. Zumindest nicht jetzt im Moment. Vielleicht mit ein bisschen Abstand, aber jetzt ist es eine Niederlage. Es ist schade, dass wir es nicht geschafft haben.



Woran lag es?

Klar, die Starts könnten schneller sein. Dass wir da von Francesco Friedrich so deklassiert werden, darf halt eigentlich nicht passieren. Ich wusste, dass sie stark sein werden, aber ich dachte schon, dass wir rankommen können.

Es reichte aber nicht. Friedrichs holte Gold zusammen und zeitglich mit den Kanadiern...

Der Francesco Friedrichs ist ein absoluter Musterathlet als Pilot, meiner Meinung nach der athletisch stärkste der Welt. Er läuft schneller als wir alle und da muss man wirklich einfach sagen: Hut ab, Chapeau. Genauso sein Anschieber Torsten Margis, der ist ein absoluter Killer am Start, der lässt sich von nichts aus der Ruhe bringen. Der zieht sein Ding durch, wirklich Hut ab an die beiden.



Wie groß ist jetzt der Hunger auf Gold im Viererbob?

Klar nehmen wir uns das vor, da anzugreifen und eine Medaille zu holen, aber im Moment ist es wirklich so, dass ich sage: Erstmal kurz durchschnaufen, das Ganze so ein bisschen Revue passieren lassen und dann mit neuer Kraft ab Übermorgen ins Training. Da will ich den Hansi (Johannes Lochner, Anm. d. Red.) größtmöglich am Start unterstützen. Ich gehe davon aus, dass er im Vierer eine Bank sein wird und das Ding gut runterlenkt. Ich glaube, da haben wir eine sehr gute Chance.

Lochner hatte sich im finalen Zweier-Lauf etwas verlenkt…

Ach, gar kein Vorwurf an ihn, das hab ich ihm auch schon persönlich gesagt. Ich bin richtig stolz, dass ich mit ihm bei Olympia fahren durfte, ich bin richtig stolz, dass ich im Zweier angreifen durfte.

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