Dortmunder Klub trainiert mit seinem Nachwuchs, obwohl der Platz gesperrt ist

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Ein Dortmunder Fußballverein trotzt der Corona-Krise und trainiert trotz Abstandsregelung und hohen Hürden beim Nutzen der Sportplätze zusammen - und das nicht erst seit gestern.

Dortmund

, 22.05.2020, 13:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die öffentlichen Sportanlagen in Dortmund sind seit dem 18. Mai wieder geöffnet. Zumindest theoretisch – praktisch obliegt es jedem Verein, die Hygiene-Auflagen in Eigenregie zu erfüllen und selbst dann ist an einen gewöhnlichen Trainingsbetrieb im Fußball noch lange nicht zu denken. Alles andere als gewöhnlich waren deshalb auch die letzten Wochen beim SC Husen-Kurl.

Zwar dürfen die Kicker schon seit einiger Zeit nicht mehr auf den geliebten Kunstrasen, das Vereinsleben hat darunter aber nicht gelitten, ganz im Gegenteil. Ein Blick auf die Facebook-Seite zeigt: Der SC ist auch in der Corona-Zeit sehr aktiv.

SC Husen Kurl erzielt bis zu 90 Prozent Beteiligung

Fifa-Turniere an der Konsole, Stay-at-home-Challenges, Fußball-Quiz und Online-Training – gerade für die Junioren-Teams ist das Angebot breit. „Uns war sehr früh bewusst, dass es dauern würde, bis wir wieder normal trainieren können. Deshalb wollten wir das Vereinsleben eben in anderem Maß fortführen“, erzählt Timo Lammert, Vereinssprecher und aktuell Trainer der E1-Jugend. Gemeinsam mit U15-Coach Patrick Lechtermann entwickelte er schnell ein alternatives Konzept, um die Nachwuchsspieler im wahrsten Sinne des Wortes am Ball zu behalten: „Wir haben ungefähr 40 Videos erstellt, in denen wir kleine Übungen vormachen, die die Spieler aller Jugendmannschaften dann zuhause nachmachen, aufnehmen und an die Trainer schicken sollten.“

Täglich wurde eines dieser Videos verschickt, die Resonanz war überraschend hoch. „Wir haben einen kleinen Wettkampf daraus gemacht: Je höher der Anteil an Teilnehmern pro Team war, desto besser“, erklärt Lammert. Im Vordergrund sollte weniger die technische Ausführung, sondern vielmehr der Spaß stehen. „Gerade unsere G-Jugend, also die Drei- bis Vierjährigen, hatte teilweise eine Teilnahme von über 90 Prozent. Das war dann fußballerisch vielleicht nicht so hochwertig, aber mit Sicherheit eine gelungene Abwechslung“, meint Lammert.

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Geeignet sind die Übungen sowohl für den eigenen Garten als auch für das heimische Wohnzimmer. Zu Bruch gegangen ist dabei nichts, stattdessen gab es positive Rückmeldungen der Eltern. „Viele sind froh darüber gewesen, dass wir weiterhin für die Teams da sind, auch wenn wir uns nicht mehr auf dem Platz sehen können“, erzählt Lammert, „uns war es vor allem ein Anliegen, dass wir die Bindung zueinander nicht verlieren.“

Trainieren trotz Coronakrise? Kein Problem für den SC Husen Kurl.

Trainieren trotz Coronakrise? Kein Problem für den SC Husen Kurl. © Verein

Mit diesen Training-Sessions haben Lammert und Lechtermann vereinsintern einen Stein ins Rollen gebracht. Denn nachdem das Format so gut ankam, haben sich auch die anderen Jugend-Trainer ihre Gedanken gemacht, um mit ihren Spielern möglichst regelmäßig in Kontakt zu treten – sei es nun durch ein gemeinsames Workout per Videokonferenz oder kreative Challenges. Eine davon: Das Vereinswappen auf möglichst originelle Art und Weise darstellen. Die Ergebnisse reichten von einer Replik aus roten und schwarzen Schokolinsen über einen Nachbau des Logos aus Legosteinen bis zu, wie könnte es anders sein, vielen Wappen, in denen mit Klopapier-Rollen gearbeitet wurde.

Nicht nur in Sachen Training ist der SC Husen Kurl kreativ geworden.

Nicht nur in Sachen Training ist der SC Husen Kurl kreativ geworden. © Verein

Auch Timo Lammert trifft sich mindestens einmal in der Woche mit seinen Spielern zu einer Videokonferenz. „Wir quatschen eine Weile und versuchen so gut es eben geht zu trainieren“, so der Vereinssprecher. Ein Ersatz für geregelte Übungseinheiten ist das nicht, die Mannschaften bleiben aber im steten Kontakt. Und zumindest zweikampfloses Training in Kleingruppen ist im Eichwaldstadion bald wieder möglich.

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