Dortmunder Geske wechselt nach Ludwigsburg

Basketball: Bundesliga

Niklas Geske bleibt erstklassig. So oder so. Dortmunds einziger aktueller Basketball-Profi wechselt vom Bundesliga-Absteiger Rasta Vechta in der neuen BBL-Saison zu den MHP RIESEN Ludwigsburg in den Süden der Republik. Der Aufbauspieler unterschrieb in der Barockstadt einen Zweijahres-Vertrag, es ist für den 23-Jährigen der nächste Schritt in seiner sportlichen Entwicklung.

DORTMUND

, 28.06.2017, 16:47 Uhr / Lesedauer: 2 min
Dortmunder Geske wechselt nach Ludwigsburg

Auf zu neuen Höhenflügen in der Basketball-Bundesliga: Niklas Geske (l.), ein echter Dortmunder Junge, punktet in der kommenden Saison für Ludwigsburg.

„Ein junger und zugleich erfahrener Neuzugang“, kündigte der Viertelfinalist der diesjährigen Playoffs auf seiner Homepage an, schließlich hat der trickreiche Spielmacher schon 117 Erstliga-Partien in seiner persönlichen Statistik. Sein Debüt im Oberhaus des deutschen Basketballs feierte Geske 2013, damals noch im Trikot von Phoenix Hagen. Nun wartet also Ludwigsburg, das Ende vergangener Saison erst im fünften Spiel am neuen Rekord-Sieger Ulm scheiterte.

Start beim SVD 

„Ich freue mich sehr auf die Spiele in der MHPArena und die Energie, die auf das Feld gebracht wird. Ich hoffe auf möglichst viele Erfolge“, sagte der A2-Nationalspieler, der beim SVD 49 Dortmund seine Laufbahn im höherklassigen Basketball begann, dann beim damaligen Erstligisten Phoenix Hagen landete und in der vergangenen Spielzeit für Aufsteiger Vechta auf Korbjagd ging.

Geske trifft in Ludwigsburg neben vielen neuen Kollegen auf einen „alten“ Bekannten: „Ganz besonders freue ich mich auch darüber, mit Johannes Thiemann zusammen zu spielen. Wir sind gut befreundet und haben uns in der U 20- und A2-Nationalmannschaft auch immer das Zimmer geteilt“, berichtet der RIESEN-Neuzugang mit freudigem Blick nach vorne. Geske und Thiemann sind auch zum aktuellen A2-Lehrgang des Deutschen Basketball Bundes (DBB) in der Sportschule Kienbaum (9. bis 13. Juli) nominiert worden.

Sprung zum Profi

In Hagen gelang dem 1,88 Meter großen Dortmunder der Sprung vom Nachwuchsspieler zum Profi. Vor der letzten Spielzeit verließ Geske dann das heimische Westfalen – „Das war ein Schritt zu mehr Selbstständigkeit und weg von zu Hause“ – und schloss sich Rasta Vechta an. In 32 Einsätzen, darunter 14 in der Startformation der für die Niedersachsen, markierte er im Schnitt 4,0 Punkte und verteilte 3,5 Vorlagen. Damit war Geske hinter Scott Machado beziehungsweise Rashaun Broadus der zweitbeste Assistgeber Vechtas.

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Nun geht’s – zumindest räumlich – noch weiter weg vom heimischen Dortmund, und die Vertragsdauer von zwei Jahren zeigt, dass der 23-Jährige durchaus perspektivisch denkt. Die Reaktionen der Ludwigsburger Fans auf der Facebook-Seite des Erstligisten sind durchweg positiv, ein warmes Willkommen erwartet den Spielmacher.

Neue Konkurrenz

Dass John Patrick, amerikanischer Trainer der RIESEN, einen Tag nach Geskes Verpflichtung mit dem Amerikaner Michael Frazier (23) einen weiteren Aufbauspieler holte, sieht Niklas, das Eigengewächs des TV Einigkeit Barop, als weitere Herausforderung in seiner noch jungen Profi-Laufbahn. Frazier, der aus dem italienischen Verona in den Süden Deutschlands wechselt, erhielt einen Einjahres-Vertrag.

Überregional bekannt wurde Niklas Geske am 17. Januar 2015 durch einen aus 18 Metern Entfernung abgegebenen „Buzzerbeater“ in der letzten Sekunde des Bundesligaspiels zwischen Medi Bayreuth und Phoenix Hagen. Aus der eigenen Hälfte versenkte der Guard mit der Schlusssirene die orangefarbene Kugel zum viel umjubelten 76:73-Sieg der Feuervögel aus Hagen. Das Video war unter Basketball-Fans ein Klick-Magnet und er wurde zum „Game Winner Of The Year“ gekürt.

Talent früh sichtbar

Geskes Talent zeichnete sich schon früh ab. In eine sportverrückte Familie geboren, dribbelte er erstmals mit sechs Jahren durch die Halle des TVE Barop. Bis zum 16. Lebensjahr durchlief er die Ausbildung beim TVE, bis er schließlich bei den Herren von SVD 49 Dortmund seine Seniorenkarriere startete. 2011/2012 und 2012/2013 erreichte er mit der NBBL-Mannschaft (Nachwuchs-Bundesliga) von Phoenix Hagen, die er im zweiten Jahr sogar als Kapitän anführte, jeweils das Final-Four der vier besten deutschen Basketball-Nachwuchsmannschaften.

Ab der Saison 2012/2013 trainierte Niklas Geske schon mit den Herren von Phoenix Hagen und kam 2013 zu seinem Bundesligadebüt. Insgesamt fünf Jahre dribbelte er in der Nachbarstadt. Das Gastspiel in Vechta war eher ein Zwischenschritt für den Dortmunder, in Ludwigsburg möchte der A2-Nationalspieler, der bei der Universiade 2015 mit den deutschen Korbjägern überraschend erst im Finale den USA unterlag, nun durchstarten.

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