Dortmunder Nachwuchs-Trio vor großen Aufgaben

Schwimmen

Ein Trio der SG Dortmund hat große Aufgaben vor sich. Kim Kristin Krüger (13), und Lennart Laurin Brendler (16) fahren vom 23. bis zum 29. Juli zum Europäischen Olympischen Jugendfestival in Györ (Ungarn). Luca Nik Armbruster (15) hat sich sogar für die Jugendweltmeisterschaft (23. bis 28. August) in Indianapolis (USA) qualifiziert. Petra Nachtigäller und Thomas Schulzke haben sich mit den drei Hochbegabten unterhalten.

Dortmund

, 20.07.2017, 14:00 Uhr / Lesedauer: 3 min
Dortmunder Nachwuchs-Trio vor großen Aufgaben

Lennart Laurin Brendler, Kim Kristin Krüger und Luca Nik Armbruster (v.l.) sind international im Einsatz.

Internationale Vergleiche mit Schwimmern aus Europa oder der ganzen Welt – da haben sich doch die Trainingsqualen der vergangenen Monate und Jahre gelohnt, oder?

Armbruster: Der Start bei der WM ist eine Riesenmotivation für mich. Jetzt kann ich mal gucken, was die anderen Nationen so draufhaben. Ich freue mich schon. Es ist ja der erste internationale Wettkampf für mich.Krüger: Meiner auch. Natürlich will ich versuchen, nicht so weit hinten zu landen. In erster Linie will ich aber versuchen, meine Bestzeiten zu drücken.Armbruster: Über die 50 und 100 Meter Schmetterling möchte ich schon ins Finale.

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Kamen die Nominierungen überraschend für Euch?

Brendler: Auf jeden Fall. Während der Vorbereitung war ich gleich vier Wochen krank, dann noch einmal eine Woche vor den Jahrgangsmeisterschaften. Deshalb bin ich extrem zufrieden, dass ich jetzt dabei sein darf.Krüger: Ich habe auch nicht groß damit gerechnet. Ich bin ja erst seit einem Jahr in Dortmund, bin aus Mönchengladbach hierhin gekommen. Wohne jetzt im Dortmunder Internat und gehe auf das Goethe-Gymnasium, wie Luca und Lennart auch.Armbruster: Mein Ziel war eigentlich die EYOF in Györ. Das Jahr läuft für mich bis hierhin ziemlich gut. Über die 100 Meter Schmetterling habe ich mich schon extrem gesteigert. Dann kam die Nominierung für die WM. Perfekt.

Lennart Laurin, im Gegensatz zu den beiden Teamkollegen gehst Du nicht auf das Sportinternat. Ist das ein Nachteil?

Brendler: Nein, ich bin ja Dortmunder und wohne bei meinen Eltern in Hörde. Ich habe es nicht weit zur Schule und nicht weit bis zum Südbad. Deshalb sieht unser Alltag ähnlich aus. Da gibt es keine großen Unterschiede.

 

 

Wie sieht denn ein Trainingstag in der Wettkampfzeit aus?

Armbruster: Wenn ich Frühtraining habe, klingelt der Wecker um 6 Uhr. Dann esse ich im Internat ein Müsli und fahre mit der U-Bahn zum Südbad. Von 7 bis 9 Uhr bin ich dann im Wasser, bevor von 10 bis 16 Uhr der Unterricht beginnt. Dann geht es zurück ins Südbad. Bis 19 Uhr. Abends esse ich dann noch etwas und falle dann häufig todmüde ins Bett.Brendler: So sieht es bei mir auch aus. Solche Trainingstage können echt hart sein. Vor allem im Winter. Da gehst du morgens im Dunkeln aus dem Haus und kommst abends im Dunkeln wieder zurück. Armbruster: Ja, die Wintertage sind schon hart.Krüger: Für mich ist es ein Riesenvorteil, dass ich in Dortmund auf dem Internat bin. In Mönchengladbach habe ich bei meinen Eltern gewohnt, musste schon um 5 Uhr aufstehen, wenn ich zum Frühtraining musste. Ich habe jetzt einen enormen Zeitgewinn.

Und wie schwer ist es Dir gefallen, deine Heimat Mönchengladbach zu verlassen?

Krüger: Ich hatte schon einige Male Heimweh. Zum Glück wohnen aber meine Großeltern in Dortmund. Das hat natürlich geholfen. Und in der Schule war ich schon immer ganz gut, deshalb hatte ich keine Probleme mit dem Schulwechsel.

 

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Und Ihr dürft einfach so später zur Schule?

Brendler: Ja, das ist alles so mit der Schule abgeklärt. Eltern und Trainer stellen den Antrag dafür. Das Goethe-Gymnasium ist ja eine NRW-Sportschule.

Als Leistungssportler, der nicht gleich zur Weltspitze gehört, hat man es in Deutschland eher schwer. Warum habt Ihr Euch diesen Weg ausgesucht?

Armbruster: Ich habe bei einem kleinen Verein in Unna begonnen. Der konnte mich irgendwann nicht mehr richtig fördern. In Dortmund trainiere ich jetzt dreimal in der Früh und sechsmal am Abend. Das ist schon hart. Aber es macht mir Spaß. Die Erfolge treiben mich einfach an.Brendler: Wenn du anschlägst, zur Uhr guckst und siehst, dass du deine Bestzeit geknackt hast, ist das schon ein gutes Gefühl. Da fliegt man schon mal über den Wolken.Krüger: Ein schöner Nebeneffekt ist, dass man jetzt auch häufiger reist. Wir waren im Trainingslager schon in Griechenland, Spanien oder der Türkei. Auch lerne ich durch das Schwimmen immer wieder neue Leute kennen. Die meisten meiner Freunde sind Schwimmer.

 

 

Habt Ihr ein besonderes Ritual, wie Ihr Euch auf die Wettkämpfe vorbereitet?

Armbruster: Natürlich bin ich vor den Rennen immer etwas nervös, vor allem wenn die Starts über 50 und 100 Schmetterling anstehen, meine Paradestrecken. Ich ziehe mich dann zurück, konzentriere mich und versuche in den Tunnel zu kommen. Mir hilft dabei Musik. Meistens höre ich Kontra K. Das pusht mich noch mal.Brendler: Ich habe auch früher immer Musik vor den Rennen gehört. Das war aber eher hinderlich für mich. Kopfhörer aufsetzen, dann wieder runter und den Stecker ziehen, Kopfhörer wegpacken. Das hat nicht gepasst. Für mich ist es besser, Ruhe zu bewahren.

Jetzt hat die große Schwimmnation Deutschland zweimal in Serie keine Medaille bei den Olympischen Spielen geholt. Stört euch das?

Brendler: Na klar, vor allem wenn dann die Fußballer in der Schule ankommen und anfangen anzugeben. Die trainieren dreimal in der Woche, da lache ich mir doch einen weg. Die können gar nicht wertschätzen, was wir Schwimmer leisten.

 

 

Neidisch auf die Fußballer?

Brendler: Nein, ich habe mir das Schwimmen doch selbst ausgesucht und habe damit alles richtig gemacht.

Was wollt Ihr mit Eurem Sport erreichen?

Armbruster: Natürlich ist es das Ziel eines jeden Sportlers, einmal bei den Olympischen Spielen zu starten oder bei einer Weltmeisterschaft. Den Sprung zur Jugend-Weltmeisterschaft habe ich jetzt schon geschafft. Das ist überragend.Krüger: Ich lasse alles auf mich zukommen. Ich bin einfach glücklich, dass ich in Ungarn dabei bin.Brendler: Ich bin auch froh, in Ungarn dabei zu sein.

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