Dortmunder Trainingsgerät geht um die Welt

Golf

Jeder Hobbygolfer kennt das nur zu gut: Der Probeschwung auf dem Abschlag – ein Traum! Locker winden sich die Arme nebst Schläger um die Körperachse. Aber sobald der kleine Ball ins Spiel kommt ... Lars Tobias Küpper lacht, er ist Golflehrer, und der perfekte Schwung ist sein tägliches Geschäft. Er hat ein besonderes Trainingsgerät entwickelt.

DORTMUND

, 29.07.2016, 11:06 Uhr / Lesedauer: 2 min
Dortmunder Trainingsgerät geht um die Welt

Lars Tobias Küpper präsentiert hier unterschiedliche Gewichte, die auf einen Schaft geschraubt werden können.

Der engagierte 32-Jährige, Trainer beim Golfclub Royal St. Barbara’s (RSB) in Brackel, ist unter die Tüftler gegangen, und seine neue Entwicklung – der „Feel it Stick“ – trat bereits einen kleinen Siegeszug vom Dortmunder Osten in die große weite Golfwelt an. „Ich freue mich natürlich, dass inzwischen auch Profis wie der Brite Tommy Fleetwood, der immerhin schon Sieger auf der European Tour war, mit meinem Trainingsschläger arbeiten“, sagt der Dortmunder.

124 Muskeln

Ein „Fühl-es-Stock“? Was soll das sein und was soll es bringen? Ein Selbstversuch. Küpper schraubt ein 400 Gramm schweres, tonnenförmiges Gewicht an das Ende eines Schlägerschaftes und fordert seine Schülerin auf, dieses Konstrukt hin und her zu schwingen. Ganz schön schwer... Sofort geben die Hand-, Arm- und Schultermuskeln sowie die Beine eine spürbare Rückmeldung. Immerhin werden beim Golfschwung 124 von insgesamt 434 Muskeln beansprucht.

Küpper erklärt die Idee, die hinter seiner Entwicklung steckt: „Der Golfer soll bewusst seinen Schwung fühlen, weg von der visuellen Fixierung des Balles. Mit dem Stick geht es um die Bewegungswahrnehmung, um Kraft- und Beweglichkeitsschulung sowie Koordination“. Die aufschraubbaren Gewichte variieren von 400 bis 700 Gramm, auch die Schaftlängen und Griffe sind verschieden, alles wird individuell an die körperlichen Besonderheiten der Golfschüler angepasst. „Der Spieler fühlt den athletischen Vorgang deutlicher, er lernt die richtige Bewegung schneller, speichert sie intensiver ab und wiederholt sie in korrekter Ausführung häufiger“, doziert Lars Tobias Küpper, der sich mit Haut und Haar seinem Sport, den er schon von Kindesbeinen an ausübt und seit 2007 auch als PGA-Lehrer, verschrieben hat.

Lehr- und Wanderjahre

Der gebürtige Dortmunder, der seine Ausbildung beim RSB absolvierte, dann sieben Jahre lang in Italien, Marokko und Frankreich lehrte und spielte, verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz. Da geht es nicht nur um Gewichte, sondern auch ums Gewicht, denn Ernährungsberatung gehört auf Wunsch zu seinem Lehr-Portfolio.

„Unter systematischer Anwendung meines Trainingsschlägers entstehen mehr perfekt getroffene Bälle, mehr Länge, mehr Präzision“, ist Küpper überzeugt, und die Rückmeldung seiner Schüler bestätigt ihn. Sein Credo „treffe den Ball, weil Du Deinen Schwung kennst, weil Du Deine Konzentration auf die Bewegung von Körper und Schläger und nicht über die Augen führst“, unterziehe ich gegen Ende der Stunde noch einem Selbsttest.

"Rüüüüückschwung, Duuuurchschwung"

Auf dem Kunstrasen liegt die kleine Kugel, der Blick aber geht auf Wunsch des Pros nach vorn, der Schläger schwingt zurück, nach vorn – und am Ball vorbei. Küpper verliert nicht die Geduld: „Nochmal, nur viel langsamer. Und los!“ Augen geradeaus, Rüüüüückschwung, Duuuurchschwung, und Pock! Wie aus dem Nichts saust der Schläger durch den Ball und befördert ihn an die 100-Meter-Marke. Küpper lacht: „Geht doch!“ Und war eigentlich ganz leicht. Eigentlich ... 

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