Dortmunderin spielt mit Deutscher Meisterin um den Beach-Cup

Volleyball

Dortmunds Sportlerin des Jahres bekam einen unerwarteten Anruf mit unbekannter Nummer – und spielt jetzt mit einer der besten Beacherinnen der Welt.

Dortmund

, 08.06.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die deutschen Spitzenteams im Beachvolleyball haben eine Alternative zu den Ausfällen der World und European Tour gefunden: die Beach-Liga.

Die deutschen Spitzenteams im Beachvolleyball haben eine Alternative zu den Ausfällen der World und European Tour gefunden: die Beach-Liga. © dpa

Neulich klingelte Svenja Müllers Handy. „Da stand ,Unbekannte Nummer‘ im Display, ich bin dann doch drangegangen“, sagt die 19-Jährige. Das war auch besser so.

Denn am anderen Ende der Leitung war keine Geringere als Karla Borger, eine der besten Beachvolleyballerinnen der Welt. „Ich konnte es erst gar nicht glauben, als sie mich fragte, ob ich Lust hätte, mit ihr die neue Deutsche Beach-Liga zu spielen“, berichtet Dortmunds amtierende Sportlerin des Jahres noch mit leichter Ungläubigkeit in der Stimme.

Und so saß Svenja Müller am Freitagmittag im Zug nach Stuttgart zum Kennenlern-Training mit ihrer neuen Sand-Partnerin. Vormittags hatte sie noch ihre erste mündliche Abiturprüfung im Fach Sport – Thema Turnen – hinter sich gebracht, Teil zwei folgt am Dienstag. Das Thema dann: Volleyball. „Da habe ich ein ganz gutes Gefühl“, sagt Müller und lacht. Vier Tage später dann geht die Dortmunderin in Düsseldorf aktiv und nicht mündlich ihrer größten Passion nach: Beachvolleyball.

Svenja Müllers Partnerin ist zwölf Jahre älter als die Dortmunderin

An ihrer Seite pritscht mit Karla Borger die amtierende Deutsche Beach-Meisterin, Olympia-Neunte von 2016 und Vize-Weltmeisterin von 2013. „Ich freue mich riesig, mit Karla zu spielen, ich kann von ihrer riesigen Erfahrung sicherlich viel lernen“, sagt Svenja, die selbst mit ihren 1,93 Metern Körpergröße die längste Blockspielerin der neu ins Leben gerufenen Beach-Liga ist. Ihre zwölf Jahre ältere Partnerin auf Zeit wurde übrigens zur zehntbesten Abwehrspielerin weltweit gekürt. Eine spannende Kombination.

Ein Team: Karla Borger (l.) und Svenja Müller.

Ein Team: Karla Borger (l.) und Svenja Müller. © Beachliga

„Erstmal freue ich mich riesig, nach dem ganzen Individual- und Konditionstraining der letzten Wochen endlich wieder Sand unter den Füßen zu spüren. Endlich wieder zocken! Das hat mir gefehlt. Und Karla geht es auch so“, berichtet Svenja Müller voller Vorfreude. Gerade arbeitet das Interims-Duo an Borgers Wohnort in Stuttgart an der Abstimmung in Ball-Annahme und Zuspiel. Wie hoch müssen die Pässe gespielt werden? Und wohin?

In genau einer Woche startet dann die von Spielern für Spieler ins Leben gerufene „Beach-Liga“. Die vom Deutschen Volleyball-Verband unabhängige Serie soll die weltweit gecancelten Turnier der Welt- und Europa-Serie zumindest ein wenig ersetzen. Das Turnier-Format erfordert Kondition: eine Woche lang täglich zwei Spiele, dann eine Woche frei, dann wieder eine Spiele-Woche etc.

Svenja Müller: „Gerade ist alles super“

„Das ist schon relativ anstrengend und anspruchsvoll, aber ich freue mich drauf“, strahlt Svenja. Das spezielle Hygiene-Konzept in diesen Corona-Zeiten verlangt die abgeschottete Unterbringung der 16 Teams in einem Düsseldorfer Hotel. Am heutigen Samstag wird bei allen der erste Corona-Test durchgeführt, direkt vor Turnierbeginn der nächste. Und dann kann´s endlich losgehen...

Für die Aplerbeckerin ist dieser Auftritt der Start in ihre sportliche Zukunft, die sie im Spätsommer nach Hamburg an das Bundesleistungszentrum Beach führen soll. Es sind aufregende Zeiten gerade. Das Abi fast in der Tasche, die Profi-Laufbahn ab jetzt ganz nah vor Augen. Svenja Müller lacht: „Vor Wochen bin ich noch in ein Loch gefallen, gerade ist alles super!“

Die Beach-Liga kommt
  • Ab 13. Juni geht es auf dem Gelände der Merkur-Arena in Düsseldorf 30 Tage lang rund. Ohne Zuschauer, dafür aber mit 16 Teams. Die jeweils acht Frauen- und Männer-Duos wechseln sich wochenweise ab, treten viermal gegeneinander an.
  • 14 Tage mit je zwei Spielen sind so garantiert, und Mitte Juli werden an einem Final-4-Wochenende die Sieger ermittelt.
  • Alle Spiele werden auf der Streamingplattform Twitch live und kostenlos gezeigt.
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