Dortmunds bester Torschütze hat die Stadt verlassen

rnFußball in Dortmund

In der aktuell unterbrochenen Spielzeit hat er die meisten Treffer aller Dortmunder Fußballer erzielt. Nach dieser Saison verlässt der Stürmer Dortmund aber und zieht in seine Heimat zurück.

Dortmund

, 28.05.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kein Dortmunder war in der momentan unterbrochenen Fußball-Spielzeit, die bald endgültig abgebrochen werden soll, treffsicherer. Die Torausbeute ist ein Rekord für den Angreifer, der in diesem Jahr allerdings aus familiären Gründen Dortmund verlassen wird.

Sage und schreibe 41 Mal ließ er es in dieser Spielzeit krachen - nach gerade einmal 20 Spieltagen. Besser war er nie zuvor - und das, obwohl er bereits seit Kindheitstagen Stürmer ist. Die Rede ist von Marc Ebers, Kreisliga-C-Fußballer, der bis zuletzt für die dritte Mannschaft von RW Barop auf Torejagd gegangen ist. Damit hat er in dieser Saison mehr Tore erzielt als jeder andere Amateurfußballer im Dortmunder Raum.

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Große Reden schwingen möchte Ebers aber nicht. Der 32-Jährige gibt sich bescheiden. „Es ist seit langer Zeit meine erste Saison im Sturm. Da wollte ich einfach nur erfolgreich sein und Tore machen. Dass es am Ende so viele werden, hat mich selbst sehr gewundert“, sagt Ebers, der in der Vergangenheit häufig auch mal im Mittelfeld gespielt hat.

„Wir sind eine tolle Mannschaft“

Verantwortlich für die vielen Treffer seien auch seine Mitspieler. „Wir sind eine tolle Mannschaft, die jedes Spiel als Einheit auf dem Platz stand. Wir haben auf den Außenbahnen sehr schnelle Spieler, die die gegnerische Abwehr oft sehr alt aussehen gelassen hat. Zusätzlich hatten wir ein starkes Mittelfeld, das oft mit klasse Spielideen überzeugt hat. Ich musste den Ball sehr oft nur noch über die Linie schieben“, übt sich Ebers erneut in Bescheidenheit.

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Eine der denkwürdigsten Partien der Saison war sicherlich der Kantersieg gegen die vierte Mannschaft des VfR Kirchlinde. Am 8. Dezember 2019 fegte Barop mit 22:2 Kirchlinde vom Platz. Ebers selbst traf an diesem Tag stolze sieben Mal. Ein Lieblingstor der Saison hat er aber nicht. „Am schönsten war es immer, wenn der Ball im Kasten war. Spielentscheidende Tore waren dabei natürlich besonders“, so der Stürmer, der kein wirkliches Vorbild hat. „Ich bewundere einfach die Spieler, die arbeiten und über Kampf und Ehrgeiz kommen“, sagt Ebers.

Gute Saison - ohne Krönung

Mit Barop III spielte Ebers eine gute Saison, die er wegen der Corona-Pandemie nun aber nicht krönen kann. Mit 49 gesammelten Zählern liegt Barop nämlich auf Platz drei der Tabelle der Kreisliga C3 Dortmund, verpasst somit. Tabellenführer sind die SF Hafenwiesen mit 52 Punkten.

Marc Ebers hat mit 41 Toren in dieser Spielzeit die meisten Treffer aller Dortmunder Amateurfußballer im Seniorenbereich erzielt.

Marc Ebers hat mit 41 Toren in dieser Spielzeit die meisten Treffer aller Dortmunder Amateurfußballer im Seniorenbereich erzielt. © Marc Ebers

„Ich finde es sehr schade, dass wir die Saison nicht zu Ende spielen konnten. Das sollte meine letzte Saison bei Barop werde. Die wollte ich natürlich anders beenden. So hatte ich kein klassisches Abschiedsspiel und wir konnten nicht mehr um den Aufstieg spielen. Wir hatten eine klasse Konkurrenz in der Liga. Da hätte es bestimmt noch spannende Aufeinandertreffen gegeben“, sagt Ebers, der Barop nach vier Jahren nun verlässt.

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Den Angreifer zieht es aus familiären Gründen zurück in seine Heimat nach Haltern. RW Barop verlässt Ebers vor allem mit einem weinenden Augen. „Ich werde RWB immer in besonders guter Erinnerung behalten. Ich wurde als Neuankömmling in Dortmund vom Verein und der Mannschaft toll aufgenommen. Barop hat viel dazu beigetragen, dass ich mich als Neu-Dortmunder sehr schnell in Dortmund eingelebt habe. Nicht zuletzt, weil mit einigen Mannschaftskollegen auch enge Freundschaften entstanden sind“, sagt Ebers, der auch künftig weiter Fußball spielen möchte, vorerst aber kürzer tritt - allerdings aus einem erfreulichen Grund.

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„Wir erwarten nach unserer Tochter in diesem Sommer noch einen Sohn. Jetzt steht die Familie erst einmal im Vordergrund“, sagt Ebers, verspricht aber direkt: „Sobald es wieder möglich ist, werde ich aber auch wieder intensiver am Vereinsleben teilnehmen.“ Dann allerdings in der Nähe von Haltern.

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