Dramatik in der Kreisliga A: Nicht vorhandene Regel entscheidet über den Aufstieg

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Die Kreisliga A im A-Juniorenbereich ist an Dramatik kaum zu überbieten. Drei Teams sind im Gleichschritt, nur eins darf am Ende in die Bezirksliga aufsteigen. Und es nicht der Herbstmeister.

Dortmund

, 30.05.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Abbruchsszenario im Amateurfußball bringt kuriose Geschichten ans Tageslicht. Dazu gehört definitiv die der A-Junioren-Kreisliga A. Drei Teams marschierten bis zum Abbruch fast im Gleichschritt Richtung Bezirksliga. Nur das Torverhältnis lag zwischen den Teams. Und das spielt auf Kreisebene im Juniorenbereich eigentlich keine Rolle. Eigentlich.

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Wird die Saison zu Ende gespielt, gibt es bei Punktgleichheit am Saisonende Entscheidungsspiele. Die sind nach Abbruch der Spielzeit aber nicht möglich, sodass es in dieser Spielklasse zwei Verlierer und einen Gewinner gibt, obwohl sich alle drei Teams fast im Einklang befanden.

Es handelt sich um die Mannschaften von DJK TuS Körne, Dorstfelder SC und VfR Sölde. Aktuell sieht die Konstellation so aus. Körne rangiert auf Platz eins mit 38 Punkten (16 Spiele) und 89:26 Toren. Es folgen der Dorstfelder SC mit 38 Punkten (16 Spiele) und 59:28 Toren und der VfR Sölde mit 35 Punkten (15 Spiele) und 54:26 Toren.

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„Der Verbandsjugendausschuss hatte gesagt, dass er sich so gut wie möglich an die Vorgaben der Senioren halten werde“, erklärt Andreas Edelstein, Vorsitzender des Kreisjugendausschusses in Dortmund. Bei den Senioren ist es so geregelt, dass der Tabellenführer nach der Quotientenregel (Anzahl der Punkte dividiert durch die Anzahl der Spiele) und der Herbstmeister aufsteigen.

In diesem speziellen Fall wären das DJK TuS Körne, aufgrund des besseren Torverhältnisses gegenüber Dorstfeld, und der Herbstmeister VfR Sölde aufgestiegen. So wird es aber nicht kommen, weil der Verband im A-Juniorenbereich eine andere Wahl getroffen hat.

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Und zwar die, dass es pro Fußballkreis einen Aufsteiger in die A-Junioren-Bezirksliga geben wird. Normalerweise bekommen nur fünf Kreise (auch Dortmund) einen festen Aufstiegsplatz. Die weiteren 24 Kreise müssen die restlichen Aufsteiger ausspielen.

Das ist natürlich extrem bitter für den Herbstmeister VfR Sölde. „Als die Aussage kam, dass die Junioren sich an die Senioren-Regeln halten, waren wir natürlich froh. Jetzt ist es nur enttäuschend für die Spieler und die Trainer“, sagt Söldes Jugendleiter Sven Auffenberg.

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Ähnlich enttäuscht sind sie beim Dorstfelder SC. „Am Ende verhindert eine Regel unseren Aufstieg, die es in den Durchführungsbestimmungen gar nicht gibt. Denn auf Kreisebene zählt eigentlich nicht das Torverhältnisse. Wir sind auch das einzige Team der Liga, das nicht einmal verloren hat“, sagt Jugendleiter Sven Tschernoster.

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Somit ist DJK TuS Körne der lachende Dritte, ohne ein Topspiel gewonnen zu haben. Gegen den VfR Sölde verlor Körne das eine direkte Duelle. Gegen Dorstfeld gab es eine Pleite und ein Unentschieden. Körne war aber ansonsten extrem konstant und hatte den erfolgreichsten Sturm. Der hat das den Aufstiegspegel Richtung Körne ausschlagen lassen. Die drei Topschützen Marco Lenz (32 Tore), Yonas Hamdoun (20) und Marcio Fernando Gomes Tchilemo (14) haben zusammen mit 66 Toren mehr Treffer erzielt als Dorstfeld oder Sölde.

Am 9. Juli wird der Verbandsjugendausschuss das Ergebnis der Wahl bekannt geben. Zur Wahl steht nur das Abbruchsszenario. bei der Verkündung wird wohl nur DJK TuS Körne jubeln.

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