Drastische Strafen für Schläger und Kung-Fu-Treter: „Ein Exempel statuieren“

rnFußball

Wegen eines Kung-Fu-Tritts und eines Faustschlags ist ein Fußballspiel mit Dortmunder Beteiligung Anfang September abgebrochen worden. Nun stehen die Strafen fest. Die haben es in sich.

Dortmund

, 15.10.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Kung-Fu-Tritt eines Spielers von RW Obereving erlangte im Netz bereits traurige Berühmtheit. Es folgte noch ein Faustschlag. Für beide Taten gibt es Filmbeweise und übereinstimmende Aussagen. Die Polizei kam und sorgte für Ordnung nach dem abgebrochenen C-Liga-Spiel bei TuRa Asseln II. Ordnung in den Sachverhalt, versehen mit einem Urteil, brachte am Mittwochabend die Kreisspruchkammer (KSK). Die Urteile fielen drastisch aus.

Jetzt lesen

Um es zunächst kurz und bündig zusammenzufassen. Beide Oberevinger, die der Verein umgehend ausgeschlossen hatte, werden lange nicht mehr Fußball spielen dürfen. Für den Kung-Fu-Tritt und weitere Vergehen verhängte die Kreispruchkammer eine Fünf-Jahres-Sperre (grobes unsportliches Verhalten, tätlicher Angriff auf einen Gegenspieler und obszöne Beleidigungen), für den Schlag zwei Jahre. Beide Spieler waren nicht anwesend.

„Wir müssen ein Exempel statuieren, solche Leute haben auf dem Fußballplatz nichts zu suchen“, hatte der Kreisvorsitzende Jürgen Gondziewski in seinem Schluss-Plädoyer erklärt. Die Kammer folgte seinem Antrag auf fünf Jahre, im Falle des zweiten Spielers verhängte sie nicht die von Grondziewski beantragten drei Jahre, sondern nur zwei.

Jetzt lesen

Der Spieler – oder passender der verurteilte Täter – des Trittes hatte offenbar noch weitere Schuld auf sich geladen. Übereinstimmenden Aussagen zur Folge habe er, übrigens der Oberevinger Mannschaftskapitän, nach einem Foul in der 80. Minute gegen sich den Gegenspieler ins Gesicht geschlagen. Darauf zeigte der Schiedsrichter Rot. Damit aber nicht genug: Er beleidigte die Mutter des Asselner Spielers, der gefoult hatte, übel. Sie habe Angst verspürt, sagte sie.

Dann versuchte ein noch nicht spielberechtigter Asselner Spieler, der sich das Spiel ansah, zu schlichten. Er kenne einige RWO-Kicker, da er in der Nachbarschaft wohne. Er habe gefragt: „Was soll diese Respektlosigkeit, lass das doch?“

Die Reaktion war der Kung-Fu-Tritt auf den Brustkorb. Der Asselner rappelte sich mühsam auf und erhielt einen heftigen Schlag vor den Kopf durch einen weiteren Oberevinger Spieler. Das Opfer kam verletzt ins Krankenhaus. Zum Glück geht es dem Asselner mittlerweile so gut, dass er auch schon für seinen neuen Klub gespielt hat.

Jetzt lesen

Die Oberevinger Vertreter hätten sich schon am Platz entschuldigt und äußerten auch vor der Kammer ihr Bedauern. Die Asselner nahmen Entschuldigung und Urteil an. Das Spiel geht mit dem Zwischenstand 5:1 in die Wertung ein. Ein bitteres Ende eines Spiels, das nur wegen dieser Ausraster eskalierte. Vertreter beider Vereine hatten während der Partie zusammengestanden. Der anwesende TuRa-Vorstand bestätigte: „Es war bis dahin ein ganz normales Spiel.“

Jetzt lesen

Lesen Sie jetzt