Drittligist Kaiserslautern hatte Interesse: Warum Lars Bünning trotzdem bei der U23 des BVB bleibt

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Wenn ein Drittligist anruft, wird man wohl erstmal hellhörig. Lars Bünning jedoch blieb ganz entspannt, als sich in der Weihnachtszeit der 1. FC Kaiserslautern meldete.

von Leon Elspaß

Dortmund

, 08.01.2020, 18:09 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seine erste Arbeitsprobe in 2020 präsentierte Lars Bünning am Dienstagmittag. Beim 0:1 in der Testpartie gegen Drittligist KFC Uerdingen verteidigte er in der ersten Hälfte auf der linken Seite, grundsolide am Ball und im Raum, auffallend energisch-lautstark in der Kommunikation mit seinen Kollegen.

Zeiten der Plackerei

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Danach wurde er wie neun seiner Mitspieler ausgetauscht und zu einer intensiven Laufeinheit abkommandiert. Die Wochen der Vorbereitung sind immer auch Zeiten der Plackerei.

Seit dem 3. Januar arbeitet der 21-Jährige nunmehr in Dortmund für die Restrückrunde, 15 Termine stehen da noch aus. Am Samstag wird er mit nach Portugal ins Trainingslager fliegen und im Kreise der übrigen Belegschaft das neue 3-5-2-System einstudieren. Während der sieben Tage Schufterei soll das ganz oben im schwarzgelben Pflichtenheftchen stehen. Um variabler und somit besser zu werden.

Kein Wechsel nach Kaiserslautern

In veränderter Anordnung könnte der BVB „deutlich mehr nach vorne verteidigen. Defensiv wären wir variabler und offensiv würde sich nichts an den bekannten Abläufen ändern“, bemerkt Bünning.

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Von der Idee, die Trainer Mike Tullberg Dortmunds Kollegium präsentiert hat, ist er angetan. Und es scheint inzwischen höchstwahrscheinlich zu sein, dass der bisher zwölf Mal eingesetzte Abwehrmann diese Systemumstellung – sollte sie denn wirklich kommen – auch in Pflichtspielen in die Tat umsetzen kann. Ein Wechsel zum 1. FC Kaiserslautern, von dem kurzzeitig die Rede war, wird nämlich nicht zustande kommen.

Drittligist meldete sich bei Bünning

Wie diese Redaktion erfuhr, hatte der Drittligist rund um die Weihnachtszeit bei Bünnings Berateragentur vorgefühlt. Karl M. Herzog Sportmanagement unterhält schon seit längerer Zeit beste Kontakte zum FCK, zwei der Klienten sind aktuell Kadermitglieder beim Traditionsverein.

Sympathien für Bünning hegt der Verein unter anderem, weil der 1,87 Meter lange Linksfuß ebenso im hintersten Zentralbereich wie auch links hinten einzusetzen ist.

Ablöse wohl zu hoch

Verstärkung für exakt diese Arbeitsbereiche suchten Kaiserslauterns Macher. Bünning, der bei der Borussia noch bis Ende Juni 2021 vertraglich gebunden ist, wird den Wechsel in die Pfalz in dieser Wechselperiode allerdings nicht antreten. Die ganze Geschichte habe sich „relativ schnell zerschlagen“, bestätigt er im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten.

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Laut Informationen aus dem Umkreis des FCK kann der Drittligaverein die Ablöseforderungen nicht stemmen – und nahm mit dieser Erkenntnis Abstand von einem Transfer.

Kein Wechsel geplant

„Ich habe mich mit niemandem getroffen und mir nichts angehört“, sagt Bünning. Einzig mit seinem Berater hätte er darüber gesprochen und mit Borussia Dortmund, als er aus dem Urlaub zurückkehrt sei. „Ich habe Ingo (Preuß, U23-Manager, Anm. d. Red.) ganz klar gesagt, dass ich hier bleiben möchte. Ich hatte nicht vor, im Winter zu wechseln und will hier weiter angreifen.“

Dass ein anderer Klub mal Interesse zeige, meint er treffend, könne nun mal nicht eingeplant werden. Wohl aber Bünnings Dienste, die er dem BVB in dieser Saison ganz sicher bis zum Ende zur Verfügung stellen wird.

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