Dünnes Eis: Eisadler und Schmitz trennen sich

Eishockey

Nach nur einem Jahr ist Schluss. Die Eisadler und ihr Eishockey-Trainer Thomas Schmitz gehen in Zukunft getrennte Wege. Das gab der Verein am Montag auf seiner offiziellen Facebook-Seite bekannt. Schmitz bestätigte die Trennung auf Nachfrage, bei den Gründen unterscheiden sich die Darstellungen von Klub und Trainer allerdings erheblich.

Dortmund

, 13.06.2017, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Dünnes Eis: Eisadler und Schmitz trennen sich

Trainer Thomas Schmitz (l.) und die Dortmunder Eisadler gehen fortan getrennte Wege.

„Leider konnten beide Parteien keine Einigung über einen neuen Vertrag erzielen“, heißt es in der Eisadler-Mitteilung, „die Idee, Trainer und sportliche Leitung in Person von Thomas Schmitz zu vereinen, konnte nicht realisiert werden, da Thomas Schmitz den Vorstand darüber informiert hat, dass er sich beruflich womöglich verändern möchte, und er den Zeitaufwand, der nötig wäre, nicht mehr aufbringen kann.“ Darüber hinaus heißt es, man wolle „Transparenz“ für die Fans schaffen.

Keine Gespräche mit anderen Kandidaten

Zur Trainerfrage lautet es: „Natürlich wurden auch Überlegungen angestellt, mit welchem Trainer man in die neue Saison gehen möchte. Nach regem Austausch hat der Vorstand die Entscheidung getroffen, Thomas Schmitz weiterhin das Vertrauen zu geben und ihm ein neues Angebot vorzulegen. Bewerbungen für den Trainerposten gab es zwar, allerdings wurden keine Gespräche geführt.“

Nur Bewerbungen also, keine Gespräche – mehr „Transparenz“. Verwunderlich dabei ist, dass Lothar Grabe, der Vorsitzende der Eisadler, gegenüber dieser Zeitung bereits im März Gespräche „mit einer Alternative“ ankündigte und Ende Mai auch bestätigte, mit einem anderen Kandidaten gesprochen zu haben, nämlich mit U 19-Trainer Waldemar Banaszak. Dieser wolle jedoch lieber weiter im Nachwuchsbereich arbeiten als in der ersten Mannschaft. Die Gespräche seien der Wunsch der Gründungsmitglieder gewesen. Für ihn sei Schmitz, der direkt nach dem Abstieg seine Bereitschaft signalisiert hatte weiterzumachen, immer die erste Wahl gewesen.

Schmitz findet Umgang "nicht okay"

Schmitz selbst sagt, er habe das alles „aus der Zeitung erfahren“. Und weiter: „Ich fand den Umgang mit mir nicht okay.“ Das habe bei ihm zu Zweifeln und letztlich zu einem Umdenken geführt. „Ich habe im März versucht, alles in die richtigen Bahnen zu lenken, aber vom Verein ist nichts gekommen. Dass jetzt alles so lange gedauert hat, hat nicht an mir gelegen.“ Auch Schmitz bestätigt, dass bei ihm berufliche Veränderungen anstehen, betont aber auch: „Ich werde dem Eishockey trotzdem auch in der nächsten Saison erhalten bleiben. Ohne Eishockey kann ich gar nicht.“

Die Trennung von Klubseite also ausschließlich mit Schmitz‘ beruflichen Veränderungen zu begründen, scheint nicht die ganze Wahrheit oder „Transparenz“ zu sein. „Es   sind   Sachen  gelaufen, die eine gute und erfolgreiche Zukunft nicht möglich machen“, sagt Schmitz. Weiter ins Detail gehen möchte er lieber nicht, sagt nur: „Es ist schade, die Eisadler sind eigentlich ein vernünftiger Verein.“

Viel Arbeit für Grabe

Für Grabe, der bis Montagabend nicht für eine Stellungnahme zu erreichen war, beginnt damit die Suche nach einem Nachfolger auf der Trainerbank. „Sobald diese Entscheidung gefallen ist, werden die Spieler informiert, mit denen die Eisadler in der Landesliga antreten möchten“, heißt es in der Klub-Mitteilung. Auch der Posten des sportlichen Leiters ist vakant. Es gibt viel zu tun an der Strobelallee.

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