Eichenprozessionsspinner schadet Dortmunds Sportlern auch finanziell - aber ein Ende ist in Sicht

rnSport in Dortmund

Sportplätze sind gesperrt, Topspiele werden verlegt: Der Eichenprozessionsspinner trifft auch Dortmunder Sportmannschaften besonders hart. Aber - es ist endlich ein Ende in Sicht.

Dortmund

, 25.06.2019, 11:58 Uhr / Lesedauer: 3 min

Groß, breit, muskulös – Bartos Labus, Headcoach bei den Dortmunder Giants, ist ein Footballer wie er im Buche steht. Anlegen will man sich eher nicht mit dem Dortmunder Oberliga-Trainer. Vor drei Wochen hat den Footballer aber etwas in die Knie gezwungen. Etwas, das nur ein paar Zentimeter groß ist und auf den ersten Blick eigentlich ganz flauschig aussieht. Eigentlich.

Die Rede ist natürlich vom Eichenprozessionsspinner, der Dortmund und seine Bürger schon seit Wochen in Atem hält. Und auch die Sportwelt der Stadt leidet unter der kleinen Raupe.

Dortmunder Giants warten auf das „Go“ der Stadt

Da wären zunächst einmal Bartos Labus und die Dortmunder Giants. Seit etwa drei Wochen ist der Hoeschpark wegen des Raupenbefalls gesperrt. Was für andere Dortmunder vielleicht nur ein kleines Ärgernis ist, ist für Giants eine kleine Katastrophe. Denn sowohl Training als auch Spiele der Oberliga-Mannschaft finden im Hoeschpark statt.

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„Es ist eine ungünstige Situation“, erklärt Labus, der glücklicherweise mit seinen Footballern auf den Rasenplatz von Blau-Weiss Huckarde ausweichen darf. Trotzdem sind Training und Heimspiele in der Fremde so natürlich etwas anderes. Den Footballern blieb nichts anderes übrig, als abzuwarten, bis die Stadt den Hoeschpark wieder freigibt.

Wanderers haben keine Ausweichmöglichkeit

Genau das soll in ein paar Tagen passieren: „Wir haben von der Stadt jetzt die Info bekommen, dass wir am 30. Juni wieder in den Hoeschpark können“, freut sich Labus am Dienstagmittag. Das bedeutet, dass auch das Liga-Spiel gegen die Münster Mammuts ganz normal „zuhause“ stattfinden kann.

Die Dortmund Wanderers, die Baseballer der Stadt, hatte der Raupenbefall Hoeschparks noch härter getroffen als die Footballer. Denn das Team von Trainer Roy Wesche, das in der 2. Bundesliga an den Start geht, hatte keine feste Ausweichmöglichkeit.

Hoeschpark soll wieder freigegeben werden

„Zum Training weichen wir manchmal in den Tremoniapark oder in die Schlaghalle in Aplerbeck aus“, erklärt Wesche die Lösungen. Das Topspiel gegen die Ennepetal Raccoons, das am 29. Juni stattfinden sollte, wurde bereits auf Ende August verschoben.

Bis dahin sollte angeblich alles wieder gut sein: „Die Stadt hat uns die Info gegeben, dass Anfang August die Raupen aus dem Park sein sollen, wir sind da auch ganz optimistisch“, sagt Wesche. Auf Nachfrage dieser Redaktion bestätigte die Stadt die Information und hat sogar noch bessere Nachrichten für alle Dortmunder mit einem Faible für amerikanische Sportarten.

„Der Hoeschpark wird allerspätestens wieder Anfang August freigegeben, weil dann sowieso die Saison des Eichenprozessionsspinners vorbei ist“, sagt Christian Schön, Pressereferent der Stadt Dortmund. Ein paar Stunden später gab es dann endlich die Nachricht, dass die Teams ab Sonntag wieder in den Park können.

Eichenprozessionsspinner schadet dem Dortmunder Baseball finanziell

Baseball-Trainer Rox Wesche hatte sowieso versucht, den Raupenbefall gelassen zu sehen, „das ist Mutter Natur, das kann man nicht ändern“. Trotzdem hat die winzige Raupe mit den gefährlichen Brennhaaren den Wanderers ungemein geschadet: „Bei uns sind auch Veranstaltungen ausgefallen, auf denen wir potenzielle neue Sponsoren getroffen hätten, das trifft uns natürlich“, so Wesche. Bei den Baseballern kommt der Eichenprozessionsspinner drei Herren-Mannschaften, vier Jugendmannschaften, sowie dem Frauenteam in die Quere.

Aber nicht nur bei den amerikanischen Sportarten bringt die kleine Raupe die Dortmunder durcheinander. Die Fußball-Abteilung von Mengede 08/20 ist seit der Sperrung des Mengeder Volksgartens wie gelähmt. „Bei uns liegt der Trainingsbetrieb praktisch auf dem Bauch“, sagt der Vorsitzende Michael Schulz. Die A-Junioren seien zwischenzeitlich nach Deusen ausgewichen, mit den kleinsten Kickern gehen die Mengeder für ein wenig Bewegung auf den Spielplatz.

Mengeder hoffen auf Raupen-freien Vorbereitungsstart

Nächste Woche beginnt allerdings die Vorbereitung der Bezirksliga-Herren. „Die Stadt hat uns gesagt, dass unser Sportplatz Anfang nächster Woche wieder freigegeben werden soll“, sagt Schulz, der in der Sache auch optimistisch ist. „Ich habe letzte Woche gesehen, wie überall in Mengede Nester weggesaugt wurden.“

Falls der Platz immer noch gesperrt sein sollte, werden die Mengeder zunächst mit Ausdauereinheiten in die Vorbereitung starten. In welchen Parks die Kicker dann joggen gehen, müssen sie sich aber gut überlegen, denn überall in Dortmund sind immer noch Grünflächen wegen des Eichenprozessionsspinners teilweise oder komplett gesperrt.

Betroffen sind der Schulte-Witten Park und der Westfalenpark und der der Fredenbaumpark. In den Hoeschpark könnten die Mengeder ab Sonntag wieder - das freut vor allem Giants-Trainer Bartos Labus.

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