Ein C-Liga-Spieler entscheidet das Kreispokal-Derby zwischen Brackel und Bövinghausen

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Lange sah es im Kreispokal-Duell zwischen dem SV Brackel und dem TuS Bövinghausen nach Elfmeterschießen aus. Doch dann kam einer, den vorher niemand auf dem Zettel hatte.

Dortmund

, 21.11.2019, 23:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dimitrios Kalpakidis war gut drauf. Das Kreispokalspiel am Donnerstagabend gegen den SV Brackel knapp mit 1:0 gewonnen und in die nächste Runde eingezogen. „Ich bin zufrieden, dass wir gewonnen haben, und einfach nur glücklich“, beschrieb Kalpakidis seine Gefühlslage.

Personeller Aderlass schlaucht

Hohe Intensität, intensive Zweikämpfe, ein Mangel an Torchancen. Das Derby zwischen den beiden Landesligisten hatte es nicht vor den Toren in sich, sondern zwischen den beiden Strafräumen.

Während Brackel stark auf Ordnung und Struktur im Spiel setzte, vor allem durch direkte tiefe Bälle den Weg in die Offensive suchte, merkte man dem TuS Bövinghausen den personellen Aderlass an. Lediglich drei Spieler auf der Bank, davon zwei aus der zweiten Mannschaft.

Zwei neue Verletzte für Kalpakidis

Die Situation verschlimmerte sich noch nach einer halben Stunde, als Stürmer Sky Krzysztofiak angeschlagen raus musste. Florian Juka - der letzte verbliebene Landesligakader-Spieler - kam in die Partie. Ebenfalls verletzt raus musste Felipe Tostes Viera (41.). Der Außenverteidiger schien sich etwas gezerrt zu haben. Für ihn kam der sonst in der C-Liga spielende Misha Bsharyan.

Doch es gab auch Lichtblicke. So debütierte beim TuS endlich der Brasilianer Rodrigo Coelho Confettura. Vor zwei Wochen verpflichtet, gab der Neuzugang ein unauffälliges Pflichtspieldebüt. Das lag aber vor allem an Brackels striktem Defensivverhalten.

Höhepunkt durch Sacher

Doch Confettura zeigte in Ansätzen, zu was er imstande ist: enge Ballführung, schnelles Tempo und der direkte Weg nach vorne. An dem werden sie in Bövinghausen noch Spaß haben.

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Für den Höhepunkt der ersten Hälfte sorgte aber Brackels Kapitän Patrick Sacher, der nach 39 Minuten die Latte des von Constantin Scholl gehüteten Bövinghauser Tores traf. Es war das bis dahin größte Highlight in einer chancenarmen Partie.

Rath fliegt mit Rot vom Platz

In der zweiten Hälfte setzte Brackel an der Sacher-Chance an, spielte mit mehr Elan nach vorne. Die Offensivbemühungen der Mannschaft von Giovanni Schiattarella bekamen aber einen totalen Riss, als Alessandro Rath die Rote Karte sah (59.), weil er dem Schiedsrichter die Wischer-Geste gezeigt haben soll.

Erinnerungen wurden wach an das Landesliga-Derby, das Bövinghausen mit 5:1 gewonnen hatte, das aber erst an Klarheit gewann, als Niklas Rybarczyk einen Platzverweis sah. Auch am Donnerstagabend kam Bövinghausen nun besser in Fahrt, nutzte die vorhandenen Räume, um sich nach vorne zu spielen.

Abstauber zum Sieg

Klare Möglichkeiten blieben neben ungefährlichen Distanzschüssen aber Mangelware. Erst in der 85. Minute stand ausgerechnet C-Liga-Spieler Bsharyan goldrichtig und erzielte den Siegtreffer für den TuS nach einer Ecke. Der Bövinghauser staubte nach einem Kopfball von Sven Thormann ab, wurde so umjubelter Held und sicherte den Einzug in das Achtelfinale gegen Bezirksligist Rot-Weiß Germania.

Dementsprechend trist war die Gemütslage hinterher bei Brackels Trainer Giovanni Schiattarella: „Wir haben sehr viel investiert, waren sehr dominant. Am Ende müssen wir dann tiefer verteidigen.“

SVB: Theisen - Erdogan, Hartmann, Langfeld, Ruocco - Coleman, Basic (60. Ferro) - Rath, Gowik, Cakirlar (68. Mhani) - Sacher

TuS: Scholl - Viera (42. Bsharyan), Thormann, Gjorgjievski, Ramadan - Dzaferoski, Teichmöller - Radojcic, Abou-Saleh, Rodrigo - Krzysztofiak (31. Juka)

Tore: 0:1 Bsharyan (85.)

Bes. Vorkomn.: Alessandro Rath sieht die Rote Karte wegen einer beleidigenden Geste (59.)

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