Ein Schalker macht es möglich: Beim ASC 09 geht jetzt die Post ab

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Michel Post hat eine lange Leidenszeit hinter sich. Fast zwölf Monate ist er ausgefallen. Jetzt greift er wieder beim Fußball-Oberligisten ASC 09 an. Zu verdanken hat er das einem Schalker.

Dortmund

, 13.07.2019 / Lesedauer: 4 min

Michel Post war der Verzweiflung nah. Immer wieder der Gang zu weiteren Ärzten. Immer wieder Gespräche mit neuen Physiotherapeuten. Eine Schambeinentzündung wurde letztlich diagnostiziert. Absolutes Sportverbot. Er hatte aber keine großen Probleme beim Laufen. Es waren die typischen Fußballbewegungen, die ihm Probleme bereiteten. Schnelle Drehungen, Richtungswechsel, Schussübungen. Post glaubte nicht an die Schambeinentzündungen. Da fiel ihm wieder Wasili Vyntra ein.

Schalker Physiotherapeut hilft Michel Post

Den Physiotherapeuten kannte der heute 20-Jährige aus seiner Juniorenzeit beim FC Schalke 04. Er rief ihn an, holte sich im Februar einen Termin in dessen Rehazentrum in Iserlohn. „Er hat dann herausgefunden, dass ich eine muskuläre Dysbalance im unteren Rückenbereich habe. Die strahlte auf mein Schambein und meine Leiste aus“, erklärt Post. Post und Vyntra arbeiteten zusammen an den Problemen, trafen sich zehnmal innerhalb von vier Wochen. Post ging nebenher ins Fitnessstudio, um die von Vyntra gezeigten Übungen weiter zu forcieren.

Die Schmerzen ließen nach, das Vertrauen in den eigenen Körper wuchs und Anfang April stand er wieder auf dem Trainingsplatz. Nach einer fast einjährigen Pause. Sein letztes Pflichtspiel hatte er zwölf Monate zuvor für den U19-Bundesligisten MSV Duisburg absolviert. Am vorletzten Spieltag gegen den SC Paderborn wechselte ASC-Trainer Daniel Sekic ihn dann ein. „Das Spiel ging 0:0 aus, wir hatten die letzte Chance auf den Aufstieg verspielt. Für mich war das trotzdem ein erfolgreicher Tag, weil ich endlich wieder Fußball unter Wettkampfbedingungen spielen durfte. Nach zwölf Monaten Pause.“

Frustspeck muss jetzt weichen

In der Fußball-freien Zeit hatte er sich ein bisschen Frustspeck angegessen. „Zwölf Kilogramm hatte ich plötzlich zu viel. Ich war schon immer ein guter Esser, aber früher habe ich halt fünf bis sechsmal die Woche auf dem Platz gestanden.“ Acht Kilogramm sind bis heute wieder runter. 82 Kilogramm zeigt die Waage aktuell an. Bei einer Größe von 1,83 Metern. Bis zum Saisonstart am 11. August hätte er gerne wieder eine 7 vorne. „Dabei werde ich ihm schon helfen. Das bekommen wir hin“, sagt ASC-Trainer Daniel Sekic.

Post hat eine überragende Ausbildung hinter sich. Jahrelang war er Stammspieler in der Vorzeigejugend des FC Schalke 04. Im A-Juniorenbereich hatte er aber plötzlich Weston McKennie vor sich. An ihm kam er nicht vorbei und saß als Jungjahrgang fast ein Jahr nur auf der Bank. „Das Jahr ohne Spielpraxis hat mich zurückgeworfen. Unser Trainer Norbert Elgert hat mir dann geraten, mir einen Klub zu suchen, der mir mehr Spielzeiten garantieren könne.“

Wechsel zum MSV Duisburg

Post wechselte zum Ligakonkurrenten MSV Duisburg, schnappte sich hier sofort einen Stammplatz und war ein Leistungsträger. Bis die Probleme mit dem Rücken und der Leiste anfingen. Zu diesem Zeitpunkt hatte er schon beim ASC 09 Unterschrieben Das ist jetzt alles Geschichte. „Wir sehen Michel wie einen Neuzugang für die aktuelle Spielzeit“, sagt Sekic.

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In der aktuellen Vorbereitung hat Michel Post bisher gezeigt, dass er eine wichtige Konstante im Spiel des ASC sein kann. „Der Junge ist extrem stark im Zweikampf und spielt echt starke Bälle in die Spitze“, sagt der Sportliche Leiter Samir Habibovic. Post ist in der Zentrale zu Hause. Irgendwo auf der Sechs oder Acht. „Wenn er wieder bei 100 Prozent ist, erwarte ich von ihm, dass er ein dominanter Spieler wird. Nicht nur in unserem Team, in der ganzen Liga. Michel hat das Potenzial dafür“, sagt Sekic.

Michel Post muss konditionell noch zulegen

Post sieht selbst, dass er noch ein bisschen Zeit benötigt. „Ich kann konditionell noch zulegen. Da war ich schon mal weiter. Auch muss ich noch etwas spritziger werden“, sagt Post. Sekic wird ihm all die Zeit geben, die er benötigt, denn „Michel ist zu diesem Zeitpunkt schon viel weiter als wir gedacht haben.“

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Seine Mitspieler sind froh, solch einen Klassefußballer wieder an der Seite zu haben. „Ich gönne es Michel, dass er nach der langen Leidenszeit durchstartet“, sagt Mitspieler Philipp Rosenkranz. Dass Post seine Position spielt, stört Rosenkranz nicht. „Je mehr Qualität im Kader, desto stärker wird die Mannschaft“, sagt er. Und der Klub hat ja große Ziele, will nach zwei dritten Plätzen wieder ganz oben angreifen, ohne den Aufstiegszwang auszurufen. „Der Kader ist stark genug, um um den Aufstieg mitzuspielen. Dafür muss aber alles gut laufen“, sagt Post. Dazu gehört auch, dass er gesund bleibt und der Mannschaft auf dem Platz weiterhilft.

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