Eine ganze Staffel schreibt an den Verband - und will den Amateurfußball revolutionieren

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Die Zukunft der aktuell unterbrochenen Amateurfußball-Saison ist immer noch offen. Jetzt haben die Klubs einer kompletten Staffel dem Verband einen ganz neuen Vorschlag gemacht.

Dortmund

, 04.11.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nach dem Lockdown im Amateursport gibt es auch im Fußball noch viele Fragezeichen. Geht die im kompletten November unterbrochene Saison noch in diesem Jahr weiter? Geht sie überhaupt weiter? Und was ist mit dem Trainingsbetrieb?

Auch in der Whatsapp-Gruppe der Landesliga Staffel 3 (unter anderem mit Türkspor Dortmund, dem SV Brackel, dem Hombrucher SV und dem Kirchhörder SC) wurde heiß diskutiert - und die Klubs waren sich schnell einig. Nicht nur darüber, was zu tun ist, sondern auch darüber, dass es ein offizielles Schreiben an den Fußball- und Leichathletikverband Westfalen (FLVW) geben muss. Kurz darauf hatte FLVW-Präsident Gundolf Walaschewski eine E-Mail in seinem Postfach. „Ich habe eine freundschaftliche Beziehung zum FLVW und Gundolf Walaschewski“, erklärt Eckhart Stender. Der Vorsitzende des SuS Kaiserau gehört mit zu den Initiatoren der Aktion. Die Landesliga-Klubs der Staffel 3 fordern in ihrem Schreiben an den Verband eine Unterbrechung der aktuellen Saison. Stand jetzt soll diese nach Ende des Lockdowns im Dezember weitergespielt werden.

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Aus Sicht von Stender - und seinen Kollegen in der Staffel 3 - sprechen allerdings viel zu viele Punkte dagegen, weshalb die Saison unterbrochen werden sollte. Einer der Gründe sind laut Stender die vielen Spielabsagen, die einen geregelten Wettbewerb kaum möglich machen. „Abgesehen davon“, erklärt der Kaiserau-Vorsitzende, „steht natürlich die Gesundheit über allem“. Durch die aktuellen Hygienemaßnahmen ist es nach dem Spiel nicht allen Spielern möglich die Duschen in den Umkleidekabinen zu nutzen. „Wenn die Spieler jetzt im Winter auch noch nassgeschwitzt teilweise weite Wege bis nach Hause absolvieren müssen, sind Krankheiten vorprogrammiert“, so Stender.

Quarantäne durch den Amateursport: „Eine heikle Sache“

Außerdem sei es im Moment eine „heikle Situation“ im Hinblick auf eine mögliche Quarantäne für die Spieler, sollte sich einer der Kollegen mit dem Coronavirus infiziert haben. Stender weist darauf hin, dass das bereits viele Arbeitgeber von Amateurfußballern kritisch hinterfragt hätten.

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Daneben geht es den Klubs in der Landesliga Staffel 3 natürlich auch um wirtschaftliche Aspekte. Durch die Zuschauer-Beschränkungen gebe es natürlich Einnahmeverluste, außerdem könnten viele Klubs die erforderlichen Hygienemaßnahmen nicht dauerhaft mit ehrenamtlichen Kräften durchführen.

„Das alles spricht aus unserer Sicht für eine Unterbrechung der Saison“, so Stender, der bis Dienstagmittag noch keine Antwort vom Verband bekommen habe. „Ich glaube einfach“, erklärt der Kaiserau-Vorsitzende die Forderung, „dass wir realistisch bleiben sollten. Ich bezweifle, dass die Infektionszahlen im Dezember stark zurückgehen werden.“ Außerdem müssten die Vereine vor einer Fortführung des Spielbetriebs im Dezember 14 Tage Vorlaufzeit zum Trainieren bekommen.

„Danach würde es nur noch zwei Spieltage geben und dann wieder eine Pause“, so Stender, der den Spielbetrieb wieder aufnehmen würde, wenn die Infektionszahlen wieder nach unten gehen. Für einen Abbruch der Saison, wie ihn zuletzt Olaf Schäfer, Vorsitzender des SV Brackel gefordert hatte, ist Stender nicht.

„Warum sollte man die Saison nicht von März bis Oktober veranstalten?“

Zusammen mit seinen Kollegen in der Landesliga Staffel 3 hat Stender noch eine grundsätzliche Idee für den zukünftigen Spielbetrieb. „Wir haben uns überlegt, dass wir uns alle im Sommer grundsätzlich leichter tun mit Dingen wie der Organisation eines Heimspieltags.“ Außerdem habe der Sommer gezeigt, dass die Infektionszahlen in den wärmeren Monaten niedriger waren. „Warum sollte an die Saison nicht grundsätzlich von März bis Oktober veranstalten?“

Damit haben die Teams der Landesliga Staffel 3 einen weiteren Punkt auf den langen Fragenkatalog der Amateurfußballer gesetzt - der aber im Hinblick auf zukünftige Spielzeiten sicherlich nicht uninteressant ist.

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