"Eine heiße Geschichte"

DORTMUND Ping-Pong-Diplomatie vor dem Tischtennis-Knüller: Die Kontrahenten bewerfen sich mit Wattebäuschen, wünschen sich abseits des Tischs gegenseitig nur das Beste. Nur am Sonntag, 13 Uhr, Brügmannhalle, da schweigt die Diplomatie für ein paar sportliche Stunden ...

von Von Petra Nachtigäller

, 15.02.2008, 13:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schließlich geht es um nicht weniger als um den Aufstieg in die 1. Tischtennis-Bundesliga, wenn Verfolger Borussia Dortmund den Spitzenreiter Germania Holthausen herausfordert.

"Am Sonntag wird die Freundschaft zwischen beiden Vereinen, sie sich auch in der gemeinsamen Vorbereitung auf dieses Event zeigte, für ein paar Stunden ausgeblendet", sagt Thomas Brosig, Spieler und Sportlicher Leiter der Schwarz-Gelben. Und David Daus, Spitzenmann der Gäste und Nr. 9 der Deutschen Rangliste, unterstreicht: "Die gemeinsame Vorbereitung ist die eine Sache. Sportlich werden wir uns vier bis fünf Stunden richtig beharken. Das wird eine Werbung für den Tischtennis-Sport."

1200 Zuschauer erwartet

Die BVB-Verantwortlichen rechnen zum Showdown des Zweiten gegen den Ersten mit 1200 Zuschauern in der Brügmannhalle, allein 50 aus Herne-Holthausen. "Alle, von den 30 000 eingetragenen BVB-Mitgliedern bis zum Präsidenten, stehen am Sonntag hinter der Mannschaft", sagte BVB-Oberhaupt Reinhard Rauball, der selbstverständlich vor Ort die Daumen drückt.

Diesem Druck wollen sich die Zelluloid-Künstler in Schwarz-Gelb, die sonst bei Heimspielen meist vor 40 Fans aufschlagen, gerne stellen. "Da braucht man die Spannung nicht künstlich erzeugen, die stellt sich spätestens ein, wenn wir die Halle betreten", weiß der bundesliga-erfahrene Borusse Jochen Lang. Und Brosig ergänzt: "Da gibt es ganz viele 50:50-Spiele, das ist eine völlig offene Partie".

"Werden den Zuschauern was bieten"

In den Reihen der Gäste geht übrigens mit Björn Helbing ein waschechter Dortmunder an die Platte. "Ich wohne noch hier, aber am Sonntag bin ich mit ganzem Herzen Holthauser", verspricht Helbing, wohl wissend um die Brisanz der Partie: Die einzige Saisonniederlage bezogen die Borussen im Hinspiel beim 7:9 in Holthausen. "Das war eine ganz heiße Geschichte zu Saison-Beginn, da wussten wir noch nicht, dass beide Teams einmal die Liga dominieren sollten", erinnert sich David Daus, der einst als Profi sein Geld verdiente. Das Duell am Spitzentisch gegen BVB-Spielertrainer Wencheng Qi ist auch für den 32-Jährigen eine Herausforderung, nachdem er im Hinspiel das Fünfsatz-Match zu seinen Gunsten entschied: "Wir pflegen sportlich eine besondere Rivalität. Und wir werden den Zuschauern was bieten."

Letztere sollten sich Sonntag zeitig einfinden, das Rahmenprogramm beginnt um 13, das Spiel um 13.20 Uhr. Übrigens: Beide Teams haben sich, unabhängig vom Spielausgang, am Abend zu einer Party verabredet. Wie echte Sportsleute eben ...

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