Eine neue Betrugsmasche im Amateur-Fußball macht dem Sportgericht Sorgen

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Eine Regeländerung der Fußballverbände macht der Dortmunder Kreisspruchkammer viel Arbeit. Der Vorsitzende Frank-Bernd Meyer hat eine klare Meinung zu der Änderung.

Dortmund

, 10.11.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

79 Jahre ist Frank-Bernd Meyer jetzt alt. Seit 1992 ist das Mitglied des VfL Schwerte auch Mitglied der Kreisspruchkammer. Er hat viele Regeländerungen mitgemacht. Für eine zeigt er aber nur wenig Verständnis.

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Sie trägt mit dazu bei, dass sich die Kammer jetzt schon zwei Tage die Woche treffen muss. Seit der Spielzeit 2019/20 gibt es keine Spielerpässe mehr, nur in digitaler Form. Somit kommt es vor den Spielen nicht mehr zur Passkontrolle. Die Vereine tragen die Spieler nur noch in den digitalen Spielberichtsbogen ein.

Frank-Bernd Meyer ist ob der Entwicklung im Amateurfußball besorgt.

Frank-Bernd Meyer ist ob der Entwicklung im Amateurfußball besorgt. © Foto: Manuela Schwerte

„Diese Änderung macht mir richtig Sorgen. Seitdem betrügen die Vereine mehr“, sagt Frank-Bernd Meyer. Er spürt das bei den Sitzungen. Immer mehr Betrugsfälle werden verhandelt. Gesperrte Akteure laufen auf falschen Namen auf. Ebenso Spieler, die gar nicht Mitglied im Verein sind. Bei den digitalen Pässen seien zwar Bilder dabei, das ist „für den Schiedsrichter in der Halbzeit oder nach den Spielen überhaupt nicht zu kontrollieren“, sagt Meyer.

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Und warum landen solche Fälle trotzdem so häufig vor der Kreisspruchkammer? „Weil der Rächer nie schläft“, antwortet Meyer. Es sind zumeist die gegnerischen Klubs, denen diese Betrugsmasche auffällt. „Irgendwie kennen sich die Spieler ja doch. Oder vielleicht ist irgendjemand auf dem Platz, der irgendjemanden kennt, der weiß, dass da ein Spieler auf dem Platz steht, der es gar nicht dürfte“, sagt Meyer.

Frank-Bernd Meyer wünscht sich alte Zeit zurück

Fällt das auf, gehen die Punkte an den Gegner, der betrügende Verein erhält eine Geldstrafe und der nicht spielberechtigte Akteur eine Sperre. „Diese Regeländerung mit den Spielerpässen kann ich nicht nachvollziehen“, sagt Meyer. Er wünscht sich lieber die Zeit zurück, in der die Schiedsrichter vor dem Spiel die Passkontrolle gemacht haben und die Gesichter der Spieler mit den Bildern in den Pässen verglichen haben.

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Hasan Kayabasi, Beisitzer der Kreisspruchkammer, sagt: „Die Dunkelziffer wird noch viel höher sein. Meistens schauen doch nur die Vereine, die verloren haben nach, ob vielleicht ein falscher Spieler auf dem Spielberichtsbogen stand. Häufig sei Indiz für einen möglichen Betrug eine Eintragung bei Fussball.de.“

Die Dunkelziffer ist höher

Die Vereine haben die Chance, ihre Spieler bei Fussball.de nicht sichtbar zu machen. Dann taucht dort nur k.A. auf. Keine Angaben. „Dann ist da auch kein Bild zu sehen und die Gegner können nicht vergleichen“, klärt Kayabasi auf. Er betont, dass es auch früher schon die Fälle gab, dass Spieler auf dem falschen Pass gespielt haben. „Heute wird aber viel häufiger betrogen. Vor allem in den Ligen unterhalb der Kreisliga A“, sagt er.

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