Eisadler nehmen den Oberliga-Aufstieg nicht wahr

Eishockey

Die Eisadler Dortmund spielen kommende Saison nicht in der Oberliga. Der Verein verzichtet nach dem Gewinn der Regionaliga-West-Meisterschaft in der vergangenen Spielzeit auf den Aufstieg in die dritte Liga. Die Gründe dafür sind, wie so häufig im Eishockey, finanzieller Natur.

DORTMUND

, 05.06.2015, 16:02 Uhr / Lesedauer: 2 min
Eisadler nehmen den Oberliga-Aufstieg nicht wahr

Die Eisadler haben zwei neue Spieler vorgestellt.

„Es ist schlicht und einfach nicht möglich“, erklärt Lothar Grabe, der Vorsitzende der Eisadler, den Verzicht auf die Oberliga. Mit „nicht möglich“ zielt er vor allem auf die Kosten für die nächst höhere Spielklasse.

Kosten-Dilemma

Ausschlaggebend für das Kosten-Dilemma ist eine Entscheidung des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) von Mittwochabend, die vorsieht, dass es ab der kommenden Saison eine zweigleisige Oberliga geben wird, eine Süd- sowie eine West-Nord-Ost-Oberliga mit 18 Vereinen im Rest der Republik. „Damit würden sich alleine unsere Reisekosten um etwa 12.000 Euro erhöhen“, rechnet Grabe vor, „außerdem wären die weiten Fahrten zu den Auswärtsspielen für unsere Spieler, die berufstätig sind, gar nicht machbar. Gerade an den Freitagen.“

Bis zuletzt hatte es zwischen dem Eissport-Verband NRW (LEV NRW) und DEB Uneinigkeit über die Austragung der Oberliga gegeben. Der LEV NRW sah sich verantwortlich für eine mögliche Oberliga West, der DEB wollte die Oberligen geschlossen unter seiner Regie durchführen. Dies scheint der Dachverband nun gegen alle Widerstände seitens des Landesverbandes sowie mehrerer Westvereine durchzudrücken.

"Unvernunft hat gesiegt"

Bei einer DEB-Infoveranstaltung in der Nähe von Hannover am Mittwochabend, an der auch Grabe stellvertretend für die Eisadler teilnahm, wurde das neue Oberliga-Modell vorgestellt. Die Eisadler hatten zumindest auf eine dreigleisige Oberliga, also eine Oberliga Nordwest, gehofft. Vergebens. Die restlichen Vereine folgten dem DEB. Die Eisadler zogen als einziger Verein zurück.

„Beim DEB hat nicht die sportliche Vernunft, sondern die Unvernunft gesiegt“, sagt Grabe, der Anfang des Jahres noch ambitionierte Ziele mit den Eisadlern formuliert hatte: „Ich will in den nächsten fünf Jahren in die DEL.“ Stand jetzt sind die Eisadler aber an der Hürde Oberliga gescheitert.

Kein finanzielles Abenteuer

Daraus macht Grabe keinen Hehl, rückt von seinem Ziel aber nicht ab: „Die Vision Bundesliga ist nach wie vor da, aber die Basis dafür ist noch nicht gegeben. Wir können kein finanzielles Abenteuer eingehen. Die Unterstützung, die wir brauchen, erhalten wir noch nicht. Der Kampf geht weiter.“

Aus Mannschaftskreisen ist zu hören, dass die Entscheidung des Vereins mitgetragen wird. „Natürlich ist es schade, dass wir nicht aufsteigen. Aber die jetzt geplante Oberliga hätten wir nicht stemmen können, ich persönlich auch nicht. Dafür braucht man mindestens Halbprofis. Und die haben wir nicht“, sagt Kapitän Niko Bitter.

Termintagung am 4. Juli

Jetzt wartet ein weiteres Eishockey-Jahr in Liga vier unter dem Dach des LEV-NRW. Wie diese Liga heißen, und wie ihr Modus aussehen wird, dazu will sich der Landesverband spätestens am 4. Juli bei seiner Termintagung äußern. Mit dabei sein dürften kommende Saison auf jeden Fall die vermeintlichen Oberligisten aus Hamm, Dinslaken, Ratingen, Neuss und Köln, die - ebenfalls aus Kostengründen - gar nicht erst für eine DEB-Oberliga gemeldet hatten.   

Lesen Sie jetzt
Ruhr Nachrichten Hallenfußball-Stadtmeisterschaft

Friers, Hassani, Risse, Faust, Thormann: Die Stimmen zur Auslosung der Stadtmeisterschaft