Entscheidung „bis Saisonende“ gefallen: Wie Westfalenligist Westfalia Wickede weitermacht

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Sieben Niederlagen in den letzten acht Westfalenliga-Spielen haben ihre Spuren bei Westfalia Wickede hinterlassen. Geht es weiter mit Trainer Alexander Gocke? Die Entscheidung ist am Mittwoch gefallen.

Dortmund

, 04.12.2019, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn man sich festlegt, dann muss man sich sicher sein. Auch deshalb haben die Verantwortlichen bei Westfalia Wickede nach dem desaströsen 0:4 gegen Concordia Wiemelhausen vom Sonntag drei Tage gebraucht, um sich zu sortieren und eine Entscheidung zu treffen.

„Entscheidung bis Saisonende“

Drei Stunden saßen Wickede-Chef Horst Linke, der Sportliche Leiter und Co-Trainer Daniel Dukic und der zweifelnde Trainer Alexander Gocke am Dienstagabend in den Räumen des Pappelstadion zusammen. Drei Stunden, in denen sie alles auf den Prüfstand stellten, Spieler dazuholten, Einstellungen abklopften und am Ende „mit einer Tendenz“ auseinandergingen.

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Drüber schlafen wollten sie noch eine Nacht, Dukic und Gocke hatten sich für den Mittwochmittag telefonisch verabredet. Der Coach meldete sich pünktlich, um zu verkünden: Er mache weiter. Für diese Redaktion war Gocke danach zunächst nicht zu erreichen.

„Es gibt keinen Eiertanz“

Dafür sprach Dukic: „Neue Besen kehren zwar anders, aber nicht immer gut“, sagt Dukic, und fügt hinzu: „Alex ist weiterhin mein Mann des Vertrauens.“ Und der des Vorstands: „Wir gehen den Weg komplett gemeinsam durch - selbst wenn das am Ende bedeuten sollte, dass wir in die Landesliga absteigen.“

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Das bedeutet auch: „Diese Entscheidung steht bis zum Saisonende. Da gibt es bei uns keinen Eiertanz, dass wir uns in drei Wochen schon wieder zusammensetzen oder so. Wir machen nicht auf Bundesliga, das Trainerkarussell fährt ohne uns“, sagt Dukic.

Spieler müssen gehen

Es ist ein bemerkenswerter Vorgang, dass sich ein Fußball-Verein so radikal hinter seinen Trainer stellt - und damit die Spieler maximal in die Pflicht nimmt: „Es gab Stress- und Störfaktoren“, sagt Dukic, „die wir komplett eliminieren werden.“ Welche das waren will Dukic nicht sagen: „Das bleibt intern. Es gab aber keine Bandenkriege oder so. Es geht eher um die Rolle einzelner Spieler und wie sie sich selbst sehen.“

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Der Kader wird sich - nach dem Umbruch im Sommer erneut - verändern. „Wir werden am Kader was machen. Aber nur punktuell. Zehn rein, zehn raus wird es nicht geben. Gewisse Spieler erfüllen unsere Ansprüche nicht, erfüllen die Westfalenliga-Ansprüche nicht“, sagt Dukic, der sich noch in dieser Woche mit den entsprechenden Spielern, die er nachvollziehbarer Weise nicht namentlich nennen möchte, zusammensetzen wird: „Wir wollen die haben, die den Abstiegskampf komplett annehmen und mehr auf Qualität statt Quantität achten. Wir müssen runter vom 25-Mann-Kader.“

„Bis zum bitteren Ende“

Am Dienstagabend hatten sich bei Dukic bereits die ersten Trainer gemeldet, die auf den Gocke-Job schielten: „Aber ich bin nicht der, der sofort den Trainer austauscht. Ich habe natürlich diese seltsame Doppelrolle als Sportlicher und Co-Trainer, aber deshalb habe ich eben auch den Blick von beiden Seiten“, sagt Dukic, der zu Gocke bereits ein ähnliches Verhältnis aufgebaut hat, wie in Schüren mit Dimitrios Kalpakidis: „Wir tauschen uns dreimal täglich aus. Das ist schon wie ein altes Ehepaar“, sagt Dukic.

Eines, das zusammenbleibt. Notfalls, wie Dukic bestätigt, „bis zum bitteren Ende.“

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