Erfolgstrainer Wöhler kehrt nach Dortmund zurück

Reitsport: Galopp

Zehn Minuten vor dem Start des 131. "Deutschen St. Leger - Großer Preis von DSW21", wird ein gebürtiger Dortmunder als Trainer im Führring der Wambeler Galopprennbahn stehen. Andreas Wöhler sattelt am Sonntag mit Tellina und Rock of Romance gleich zwei der elf Pferde beim Saisonhöhepunkt des Dortmunder Rennjahres.

DORTMUND

von Jürgen Schwabe

, 15.09.2016, 19:54 Uhr / Lesedauer: 2 min
Freut sich auf seine Rückkehr nach Dortmund: Erfolgstrainer Andreas Wöhler (l.) kommt mit Tellina und Rock of Romance zum 131. Deutschen St. Leger am Sonntag zur Galopprennbahn in Wambel.

Freut sich auf seine Rückkehr nach Dortmund: Erfolgstrainer Andreas Wöhler (l.) kommt mit Tellina und Rock of Romance zum 131. Deutschen St. Leger am Sonntag zur Galopprennbahn in Wambel.

Die Wiege von Wöhler, einem der erfolgreichsten Trainer in Deutschland, stand am Rande der Galopprennbahn in Dortmund. „Ich habe aber keine großen Beziehungen mehr zu meiner Geburtsstadt. Da ich schon frühzeitig mit meinen Eltern nach Bremen gezogen bin“, gesteht der 54-jährige Erfolgstrainer.

Andreas Wöhler war zehn Jahre alt, als seine Familie die Zelte in Dortmund abbrach und nach Bremen zog. Vater Adolf Wöhler verstarb 1985 und Sohn Andreas, zu dieser Zeit Amateurreiter, übernahm den väterlichen Rennstall. Andreas Wöhler erinnert sich: „Von Kindesbeinen an hatte ich den Stallgeruch an mir und es gab für mich keinen Zweifel, die Arbeit meines Vaters fortzusetzen. Ein Schritt, den ich bis heute auch nicht ansatzweise bereut habe“, sagt Wöhler. Heute bezeichnet er sich als Bremer, obwohl sein Stall mit 104 Pferden auf Ravensberg in Gütersloh ansässig ist. Er lebt seit zwölf Jahren in Gütersloh. Einen Wechsel des Standortes kann er sich überhaupt nicht vorstellen. Wöhler: „Die Bedingungen sind ausgezeichnet.“

Keine Rückkehr

Damit hat sich auch die Frage nach einem – wenn auch nur rein hypothetischen – Wechsel nach Dortmund erledigt. Die geplanten neuen Ställe können den dreifachen deutschen Trainer-Champion nicht locken. Wöhler: „Ich freue mich aber sehr, wenn die denkmalgeschützte Galopprennbahn in Wambel einen neuen Glanz bekommt.“ Der Ehrgeiz ist bei Wöhler trotz der vielen Erfolge ungebrochen. Das ändert auch nicht die gigantische Summe von 34 Millionen Euro, die der Trainer von 1985 bis zum heutigen Tage für seine Besitzer in Deutschland verdient hat. Hinzu kommen noch 16 Millionen Euro im Ausland.

Mit diesen Zahlen konfrontiert, bleibt der Wahl-Bremer recht kühl. „Ich suche immer wieder die sportliche Herausforderung“, sieht sich Wöhler bestätigt und ergänzt: „Ich bin noch sehr hungrig und will noch viele Rennen gewinnen.“ Das zeigt die aktuelle Saison mit 47 Siegen. Unter anderem gewann er 2016 das Derby (Isfahan) und Stutenderby (Serienholde). Das Erfolgsrezept? Wöhler: „Ich bin mit Pferden groß geworden. Dies war sicher ein guter Grundstock für die Trainerlaufbahn.“ Großen Wert legt Wöhler auch auf eine gute Zusammenarbeit im Team. Immerhin hat er 37 Angestellte im Stall. Seine Beständigkeit wird geschätzt. Dies zeigt die lange Liste der langjährigen Mitarbeiter. Dazu gehören auch die Spitzenjockeys Eduardo Pedroza und Jozef Bojko.

Hoffen auf Regen

Pedroza sitzt im St. Leger im Sattel von Tellina. Als zweites Pferd geht Rock of Romance mit dem französischen Sattelkünstler Marc Lerner über die 2800 Meter an den Start. Für letzteres Pferd wünscht sich der Trainer übrigens Regen am Sonntag. „Der Hengst liebt ein tiefes Geläuf“, so Wöhler, der zehn Minuten nach dem Rennen natürlich gerne den Siegerpreis im Absattelring entgegennehmen würde.

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