Ex-BVB-Talent zieht es zu Hombruchs U19 statt nach Leeds und Flagstaff

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Ein Spieler des FC Brünninghausen hatte im Mai große Pläne – nach einer schweren Verletzung hatte sich das ehemalige Dortmunder Fußballtalent für sein Studium Großes vorgenommen. Es kam anders.

Dortmund

, 16.11.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Verletzungsgeschichte des Spielers ist oft erzählt. Aus mit 22 – eine endlose Knieverletzung zwingt das ehemalige Jugendfußball-Talent des BVB, den Traum von einer Spielerkarriere in diesem Sport aufzugeben. Letzte Station war in der Saison 2018/19 der FC Brünninghausen – damals noch in der Oberliga. Das wars.

Oder auch nicht. Denn mittlerweile studiert Sahin Kösecik in Dortmund Englisch, Philosophie und Sport und ist seinem Fußball wieder richtig nah gekommen. „Inzwischen bin ich beim Hombrucher SV Co-Trainer der U19 unter Justin Martin. Ich bin wieder vier bis fünfmal die Woche am Platz, bin wieder richtig im Fußball drin und lerne viel.“

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Dabei sah es im Mai noch gar nicht danach aus, als würde der Student Kösecik in absehbarer Zeit Gelegenheit haben, wieder auf dem Platz, wenn auch dann an der Seitenlinie zu stehen. Denn eigentlich sollte er schon jetzt längst in den USA sein, zum Auslandssemester an der Uni von Flagstaff in Arizona. Wie bei den Plänen von Millionen anderer Menschen kam jedoch auch bei ihm diese eine Sache dazwischen: Corona.

Entscheidung hinausgezögert

„Wir wären zu acht geflogen und haben auch echt lange gewartet mit unserer Entscheidung dagegen. Aber es ging einfach nicht. Das Auslandssemester hab ich aber zum Glück nicht verpasst“, sagt Kösecik. „Jetzt war ich eben nicht im August 2020 dabei, sondern werde es im August 2021 sein. Mein Glück war, dass das ein Austauschprogramm ist zwischen den beiden Hochschulen in Dortmund und Arizona. Da bin ich einfach im Programm geblieben. Dann eben nächstes Jahr.“

Schwieriger ist die Lage für Kösecik im Bezug auf ein zweites Auslandssemester, von dem er sich insbesondere wieder mehr Nähe zum Fußball versprochen hatte. Im Januar sollte es nach Leeds in England gehen. „Und für mich war ganz klar, dass ich da die Zeit, die nebenbei bleibt, noch nutzen wollte, um bei Leeds United zu hospitieren. Aber daraus wird jetzt nichts. Während des Semesters in Leeds hätten 80 Prozent der Veranstaltungen online stattgefunden. Dafür muss ich jetzt nicht nach England fahren – zumal ja auch die Möglichkeiten im englischen Fußball gerade sehr reduziert sind.“

Kurzum, Flagstaff und Leeds sind erstmal gestrichen. Ein Jahr später soll aber alles besser werden. „Ich setzte auf jeden Fall alles daran, dass nicht nur Flagstaff klappt, sondern dass ich auch wieder einen der wenigen Plätze in Leeds bekomme.“

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Wer Kösecik zuhört, bekommt den Eindruck, dass er das genauso meint, wie er das sagt: Auf jeden Fall. Und weil Abwarten nicht sein Ding ist, ist er auch im August aktiv geworden und hat schonmal bei einem alten Bekannten aus Dortmunder Zeiten hospitiert: Bei Hannes Wolf.

Eine Woche bei Hannes Wolf

„Ein Woche war ich bei ihm in Belgien, als er noch Trainer beim KRC Genk war“, erzählt Kösecik. „Das war super, total lehrreich und natürlich auch schön, meinen alten Coach wiederzutreffen. Nur in einer Woche habe ich soviel mitbekommen. Und gewohnt habe ich einfach bei meinem Onkel in Aachen. Da waren es am Morgen nur 50 Kilometer bis zum Training und nicht 180.“

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Bleibt die Frage wie es dem Knie geht. „Dem geht es gut. Ich bin ja in Englisch schon im fünften Fachsemester, hab aber erst in diesem Semester mit meinem Sportstudium angefangen, weil ich davor die Eignungsprüfung wegen der Verletzung nie machen durfte. Das Knie fühlt sich jetzt auf jeden Fall besser an. Der Muskel macht noch ein paar Probleme. Aber da arbeite ich dran, um fit zu sein, wenn im Studium die Leichtathletikkurse anstehen.“

Vom Ball lässt Kösecik hingegen so gut es geht die Füße. „Bei der U19 des Hombrucher SV bin ich jedenfalls nur beim Kreisspielen und beim Aufwärmen dabei.“ Sicher ist sicher.

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