Es kommt überraschend, doch es ist Fakt, dass Trainer Thomas Faust den Fußball-Landesligisten VfL Kemminghausen verlassen hat. Ein möglicher Nachfolger lässt sich noch Bedenkzeit.

Kemminghausen

, 01.10.2018 / Lesedauer: 3 min

Thomas Faust ist nicht mehr Trainer des Fußball-Landesligisten VfL Kemminghausen. Auch Co-Trainer Marco Schulz ist seit Sonntag nicht mehr mit dabei. Fünf Niederlagen in Serie und der Absturz auf einen Abstiegsplatz haben das Duo den Entschluss fassen lassen, den Klub zu verlassen. Und dann spricht Faust noch von ein, zwei Dingen, die zuletzt vorgefallen sind, die er aber nicht spezifizieren möchte.

Der Vorstand war etwas geschockt, als Faust ihm am Sonntagabend nach dem 1:2 gegen DJK Wattenscheid mitteilte, dass es vorbei sei. „Wir haben alles versucht, Thomas umzustimmen. Wir sind traurig, dass er geht“, sagt der Vorsitzende Gerhard Wegner. Er attestiert dem Coach eine sehr gute Arbeit, seit er 2016 zum Klub gekommen war. „Wir hätten gerne mit ihm langfristig weitergearbeitet“, sagt Wegner.

Stimmung in der Kabine wie bei einer Beerdigung.

Die Mannschaft dagegen war Sonntagabend nicht mehr überrascht von Fausts Entscheidung. „Thomas hatte es ja am Donnerstag schon angekündigt, dass das bei einer Niederlage passieren würde“, sagt Spieler Jonas Keimer. Er glaubt, dass das Wissen um die Wichtigkeit der Partie die Mannschaft am Sonntag gehemmt habe. „Vor der Partie war die Stimmung in der Kabine wie bei einer Beerdigung“, sagt Keimer.

Faust verlässt den Fußball-Landesligisten VfL Kemminghausen

Ex-Trainer Thomas Faust (r.) und sein möglicher Nachfolger Reza Hassani. © Dan Laryea

Faust hatte das Team in den vergangenen beiden Spielzeiten zwei Mal vor dem Abstieg gerettet, stand bis Sonntag nicht einmal mit dem Klub auf einem Abstiegsplatz, was bei den Voraussetzungen im Verein als großer Erfolg gewertet werden darf. Faust hatte nach dem Abschied von Aufstiegs-Trainer Giovanni Schiattarella ein neues Team aufgebaut. „Und aktuell spiele ich in dem besten Kemminghauser Team, seitdem ich hier bin“, sagt Leistungsträger Keimer, „das spiegelt sich leider nicht bei den Punkten wider.“

Faust hofft, dass sein Abgang neue Kräfte innerhalb des Teams freisetzt und der neue Coach mehr Glück hat. „Ich glaube immer noch an das Team. Ich bin auch davon überzeugt, dass die Mannschaft die Klasse hält.“ Daran glaubt auch Keimer. Der 26-Jährige wird vorerst mit seinem verletzten Teamkollegen Alexander Stärk die Verantwortung für das Team übernehmen. Heute werden die beiden das Team zum ersten Mal trainieren. Das Ziel des Klubs ist es aber, schnell einen neuen Trainer zu finden.

Faust verlässt den Fußball-Landesligisten VfL Kemminghausen

© Screenshot: fussball.de

Eine Alternative für den neu zu besetzenden Posten ist der Sportliche Leiter Reza Hassani. Der ist aufgrund seiner familiären Situation und seines Jobs aber zeitlich stark eingeschränkt. „Ich habe mit dem Vorstand schon darüber gesprochen. Es juckt bei mir. Ich hätte schon Lust“, sagt Hassani. Faust würde das begrüßen. „Ich habe Reza ja nach Kemminghausen geholt, damit er mich irgendwann beerbt.“ Auch Jonas Keimer könnte sich Hassani gut als neuen Coach vorstellen: „Er ist ein Kemminghauser Junge und kennt uns alle. Ich würde seine Verpflichtung begrüßen.“

Hassani hat in der Jugend für den VfL Kemminghausen gespielt und auch vier Jahre bei den Senioren. Seine ersten Trainer-Erfahrungen hat er schon beim Bezirksligisten TuS Eichlinghofen gesammelt. „Ich mach mir jetzt intensive Gedanken, ob ich das machen soll.“ Kemminghausen Vorsitzender Wegner hält sich noch bedeckt. „Ich spekuliere jetzt nicht, wer neuer Trainer wird. Erstmal machen Jonas Keimer und Alexander Stärk den Job.“ Und die haben Lust auf die Aufgabe. „Jetzt wollen wir am Sonntag beim SSV Mühlhausen auch gewinnen“, sagt der Sportwissenschafts-Student Keimer, der sich in Zukunft auch einen Job als spielender Co-Trainer vorstellen könnte.

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