Saisonabbruch im Amateurfußball perfekt - unerwartete Aufsteiger

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Der FLVW hat die Amateurfußball-Saison abgebrochen, das war im Vorfeld zu erwarten. Was nicht zu erwarten war - dass der Verband noch so viele zusätzliche Mannschaften aufsteigen lässt.

Dortmund

, 09.06.2020, 13:02 Uhr / Lesedauer: 3 min

Seit Mitte März ruht sie Saison im Amateurfußball aufgrund der Corona-Pandemie. Wochenlang debattierte der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) über eine mögliche Wertung der Spielzeit. Nun haben die Delegierten auf dem lange erwarteten Verbandstag über den Vorschlag des Verbandsfußball-Ausschuss (VFA) zur Saisonwertung und den Abbruch der Saison 2019/2020 entschieden.

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Aus den 29 Kreisen, die dem FLVW angehören, durften 149 Delegierte über den vorliegenden Vorschlag abstimmen, 144 ergriffen diese Möglichkeit. Mit großer Mehrheit haben sie sich dafür entschieden, dem Vorschlag des VFA zu folgen. 142 der Delegierten stimmten dem Vorschlag zu, einer lehnte ihn ab, einer enthielt sich.

Damit ist der Weg frei für die Regelung, die der FLVW Anfang Mai präsentiert hatte. Die besagt, dass in jeder Liga der Tabellenführer zum Zeitpunkt der Unterbrechung aufsteigt. Haben nicht alle Mannschaften einer Staffel gleich viele Spiele absolviert, wird mittels Quotientenregel eine neue Tabelle erstellt (Anzahl der Punkte geteilt durch die Anzahl der Spiele), deren Anführer aufsteigt.

FLVW stand wochenlang im Fokus

Zudem steigen alle Hinrunden-Meister auf, sofern sie nicht auch zum Zeitpunkt der Unterbrechung Tabellenführer waren. In der Kreisliga A steigen auch die Tabellenzweiten auf, wenn sie punktgleich mit dem Ersten sind. Sportliche Absteiger gibt es in keiner Liga.

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Damit finden die wochenlangen Bemühungen des FLVW, eine für möglichst viele Vereine versöhnliche Saisonwertung auf die Beine zu stellen, vorerst ein Ende. Aufgrund der Corona-Pandemie musste der DFB sogar seine Spielordnung anpassen. In der war vorher überhaupt nicht vorgesehen, dass die Landesverbände über die Wertung der Spielzeit entscheiden könnten, sollte diese nicht fertiggespielt werden.

Bis in den April hinein hatte sich der FLVW schwergetan, sich mit einem Saisonabbruch anzufreunden. Mitte April holte der Verband schließlich die Vereine ins Boot, schlug ihnen in einer Umfrage vier Optionen vor, die sich mit dem Ende der Saison beschäftigten.

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Diese Umfrage legte den Wunsch der Vereine offen, die Saison nicht mehr sportlich beenden zu wollen. Die Mehrheit der Klubs wünschte sich eine Wertung der Spielzeit. Diesem Wunsch leistete der VFA mit seinem Vorschlag vom 6. Mai Folge. Kurz darauf folgte die Ständige Konferenz des FLVW diesem Vorschlag und gab ihn zur Abstimmung an die Delegierten weiter.

Vereine können Einspruch einlegen gegen Entscheidung des FLVW

Am Dienstag präsentierte de Verband noch fünf überraschende Aufsteiger, weil es keine Aufstiegsrunde zur Westfalenliga geben wird. Der FLVW lässt neben den vier Meistern noch fünf weitere Landesligisten in die Westfalenliga aufsteigen: TuS Bövinghausen (Staffel 3), SpVg Hagen 11 (Staffel 2), Rot-Weiß Deuten (Staffel 4), SV Mesum (Staffel 4) und SC Peckeloh (Staffel 1).

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Ehe die Entscheidung des FLVW wirklich rechtskräftig ist, werden allerdings mindestens zehn weitere Tage vergehen. So lange haben die Vereine nämlich Zeit, Einspruch gegen den Beschluss einzulegen.

Unter anderem der von Ex-BVB-Profi Nuri Sahin unterstützte Oberligist RSV Meinerzhagen, der durch die nun beschlossene Regelung den Aufstieg knapp verpasst hat, wird wohl weitere rechtliche Schritte zumindest prüfen zu lassen.

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Für weiteren Ärger hat die Sonderregel gesorgt, dass nur in der Kreisliga A auch der Tabellenzweite aufsteigt, wenn er punktgleich mit dem Ersten ist. Das sorgt dafür, dass aus der Dortmunder Kreisliga A1 gleich drei Teams aufstiegen und aus der Parallelstaffel A2 nur eine Mannschaft. Die „Verlierer“ aus dieser Staffel, der VfB Lünen und die SG Gahmen, hatten deshalb bis zuletzt noch darauf gehofft, dass der Verbandstag eine Überraschung parat hält.

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Zu den Gewinnern gehört etwa die SpVgg Vreden. Im extrem engen Aufstiegsrennen der Westfalenliga 1 fiel der eigentliche Tabellenführer aufgrund der Quotientenregelung auf Platz drei zurück. Weil Vreden aber Hinrunden-Meister war, geht es doch in die Oberliga.

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Fest steht, dass der Verband aufgrund des vermehrten Aufstiegs und dem Wegfall der Absteiger die Zahl der Staffeln erhöhen muss. So soll es in der Saison 2020/2021 15 statt 12 Bezirksligen gegeben. Es bleibt aber bei 4 Landesligen, deshalb gibt es keine weiter Aufsteiger als die bisher bekannten 18 Bezirksligisten. Wann die neue Spielzeit starten kann, ist angesichts der Corona-Pandemie aber noch nicht klar.

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