Frank Gentges hat sportliche Ausrufezeichen gesetzt

Eishockey-Oberliga

Er wird als erfolgreichster Trainer in die Vereins-Geschichte des EHC Dortmund eingehen: Frank Gentges hat es in drei Jahren geschafft, sportlich mehrere Ausrufezeichen zu setzen.

DORTMUND

von Von Jürgen Schwabe

, 12.04.2012, 22:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das war der letzte Streich: Nach der dritten Niederlage gegen die Füchse Duisburg ist für Trainer Frank Gentges und den EHC Dortmund die Eishockey-Oberliga-Saison beendet.

Das war der letzte Streich: Nach der dritten Niederlage gegen die Füchse Duisburg ist für Trainer Frank Gentges und den EHC Dortmund die Eishockey-Oberliga-Saison beendet.

Als gelernter Verteidiger weiß der in Kempen am Niederrhein geborene Gentges zu kämpfen und hat dies immer unter Beweis gestellt. Und kämpfen musste der Trainer in Dortmund des Öfteren: Denn trotz der überragenden Erfolge wurden dem Coach manche Steine in den Weg gelegt. Besonders bei den Trainingszeiten auf und außerhalb des Eises kam man in Dortmund oft nicht über den Amateurstatus hinaus. Doch dies lag sicher nicht am engagierten Vorstand des EHC Dortmund. Gentges, der für die kommende Spielzeit bei den Frankfurter Löwen unterschrieben hat, kann die vergangenen drei Jahre als beste Referenz nehmen. Mit dem Amtsantritt in der Saison 2009/2010 machte der Trainer den EHC Dortmund zu der erfolgreichsten deutschen Oberliga-Mannschaft der letzten drei Jahre. In den 149 Meisterschaftsspielen unter seiner Regie feierten die Elche 108 Siege und setzten nicht nur in der Oberliga ein deutliches Zeichen. Auch die Zuschauer in Dortmund wurden auf diesen Ausnahme-Verein aufmerksam. Nach drei Jahren unter Frank Gentges verdoppelte sich der durchschnittliche Besuch von 525 auf 1004 Besucher.

Der Perfektionist Frank Gentges hat seinen Spielern immer alles abverlangt und forderte auch von seinem Umfeld professionelle Arbeit. Sicher war der Trainer auch in den eigenen Reihen nicht immer beliebt, doch als „Everybody's Darling“ wurde der Coach auch nicht verpflichtet. Der scheidende Präsident, Dr. Günter Kuboth, hatte in seine Amtszeit auf zwei wichtige Säulen gesetzt. Neben den Hauptsponsoren KiK und Tedi war dies eben ein Frank Gentges, der in der Personalunion als Trainer und sportlicher Leiter die sportlichen Dinge fest im Griff hatte. Unterm Strich werden auch die größten Kritiker von Gentges den außergewöhnlichen Erfolg und das positive Image für den EHC in Erinnerung halten.

Eigentlich hatten sich Vorstand und Trainer einen Fünf-Jahres-Plan gesteckt. Das Ziel sollte der Aufstieg in die 2. Bundesliga sein. Doch bekanntlich kam alles ganz anders. Drei Jahre Aufbau-Arbeit werden nun mit einem Neubeginn und weitaus bescheideneren Zielen fortgesetzt. Doch daraus kann man dem scheidenden Trainer sicher keinen Vorwurf machen. Der Mann mit der niederrheinischen Mentalität hat aus den gegebenen Möglichkeiten drei Jahre lang das Optimum gemacht. Nur eines blieb Gentges mit seiner Truppe verwehrt: Der EHC kam bei der Sportlerwahl des Jahres nie über den zweiten Platz hinaus und musste sich stets dem in Dortmund stationierten Deutschland-Achter beugen. Doch auch dies ist für Frank Gentges sicher bald Schnee von gestern. 

Lesen Sie jetzt