Friedhoff leitet Ruder-Stützpunkt

DORTMUND Stabübergabe am Ruder-Stützpunkt: Am Freitag legte Klaus Walkenhorst nach 31-jährigem Wirken die Riemen – zunächst übergangsweise – in die Hände von Thomas Friedhoff.

von Von Petra Nachtigäller

, 01.02.2008, 17:53 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Das war´s“, sagte der 66-Jährige am gestrigen Freitag um 11.17 Uhr, und die Rührung in der Stimme war nachvollziehbar: Walkenhorst ist Mitgründer des Leistungszentrums am Emskanal im Hause des Ruderclubs Hansa. „Dortmund beherbergt das derzeit größte deutsche Leistungszentrum im olympischen Sommersport. Da müssen wir Strukturen entwickeln, die in die Hauptamtlichkeit in der Stützpunktleitung münden sollen. Das wäre bundesweit ein Novum“, sagt Michael Müller, Sportdirektor des Deutschen Ruderverbandes (DRV), und erklärt weiter: „Ehrenamtlich ist ein so großer, wichtiger Standort nicht länger zu führen.“

Besondere Herausforderung

Mit Thomas Friedhoff (47) übernimmt der stellvertretende Leiter des Olympiastützpunkts (OSP) Westfalen und des Stadtsportbundes Dortmund – zunächst einmal für zehn Monate – Walkenhorsts Arbeit. „Das ist eine Herausforderung der besonderen Art. Es ist natürlich schwierig, direkt vor Olympia einzusteigen, das ist eine sensible Phase, aber es gibt viel Sachverstand vor Ort. Wir wollen in Teamarbeit den Trainern so viel Ruhe vermitteln, dass die Olympia-Vorbereitung reibungslos funktioniert“, sagt der Ex-Gewichtheber, der nicht ausschließen wollte, auch darüber hinaus zur Verfügung zu stehen.

Teamarbeit

Ihm zur Seite stehen Thomas Affeldt und Volker Grabow. Affeldt hat als erfolgreicher U23-Trainer in den letzten zwei Jahren auch organisatorische Aufgaben am Stützpunkt übernommen, Ex-Weltmeister Grabow, als Leistungsdiagnostiker ohnehin „nah dran am Mann“, kann seine Kontakte zum Verband einbringen.

Fuchsbau am Ems-Kanal

Unter Walkenhorsts Ägide wurde das Haus am Ems-Kanal ausgebaut und modernisiert, zwischen acht und zehn Millionen Euro aus Bundes-, Landes- und Stadt-Mitteln flossen in An- und Umbauten, „manche nennen das verwinkelte Haus schon Fuchsbau“, merkt der scheidende Chef, der weiterhin die Fördergesellschaft Rudern und damit die Vermarktung des Deutschland-Achters leitet, schmunzelnd an. Walkenhorst war es auch, der zwecks Nachfolgeregelung mit OSP-Leiter Hans-Martin Stork zum Deutschen Olympischen Sportbund nach Frankfurt fuhr. „Wir hatten selbst Schwierigkeiten, dort die Komplexität der Stützpunktleiter-Tätigkeit zu erklären. Der Bedarf der Hauptamtlichkeit wurde jedenfalls schnell erkannt“, erklärt Stork: „Olympia-Medaillen in Peking wären natürlich das beste Argument.“

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