Fuchs hält die Fäden beim VSC in den Händen

Serie Herzblut

Was das Vorhaben betrifft, den Volleyballsport ein Stück weit voranzubringen und populärer zu machen, kann man Michael Fuchs definitiv nicht den Vorwurf machen, er habe es nicht versucht. Erst baute Fuchs den Volleyballverein Schwerte auf, dann die Volleyballabteilung des ASC 09 und gründete schließlich 2008 den Volleyball-Sportclub (VSC) Dortmund. Der Berufsschullehrer ist auch außerhalb des Klassenzimmers ein Didakt.

DORTMUND

, 04.08.2017 / Lesedauer: 3 min
Fuchs hält die Fäden beim VSC in den Händen

Um den Volleyball zu fördern, hat Michael Fuchs bei Null angefangen – mit der Gründung des VSC vor neun Jahren.

„Ich habe in meiner Jugend alle möglichen Sportarten ausprobiert und dabei immer von Menschen profitiert, die ehrenamtlich gearbeitet haben. Davon möchte ich etwas zurückgeben“, sagt Fuchs. Und das macht er nicht nur in seiner Funktion als Sportlicher Leiter des VSC. Der 53-Jährige trainiert die Jugend, ist seit 2003 zudem Jugendsportwart des Westdeutschen Volleyballverbands und war zwischenzeitig auch Schiedsrichterlehrwart. Die Nachwuchsförderung stand für Fuchs schon immer im Fokus. Das Bedürfnis, alte Strukturen aufzubrechen und neue aufzubauen allerdings auch. Nicht immer lief das unproblematisch ab.

Eigene Ziele setzen

„Wenn verschiedene Leute in einem Verein unterschiedliche Ziele verfolgen, wird es schwierig“, sagt Fuchs. Und wenn man dann keinen Konsens erreiche, müsse man eben andere Wege gehen. Der Berufsschullehrer hat das getan, indem er gemeinsam mit seiner Frau vor neun Jahren den VSC gründete. Ihre Ziele erscheinen zunächst einmal recht simpel und plausibel: „Im Grunde wollen wir den Jugendlichen sportliche Werte vermitteln und sie dazu animieren, sich selbst Ziele zu stecken. Aber es geht natürlich auch um den Wettbewerbsgedanken. Wir wollten keine Hobbymannschaften aufbauen.“

Disziplin, Ehrgeiz und Einsatz fordert Fuchs von den Talenten. Dass die jungen Spielerinnen dabei mitziehen, hat die letzte Saison gezeigt. Unter die besten zwölf Teams in NRW wollten die Jugendspielerinnen des VSC es schaffen, scheiterten dann allerdings knapp an der letzten Hürde. „Jetzt versuchen wir es eine Altersklasse höher einfach nochmal. Da gab es überhaupt keine Diskussion. Die Mädchen sind total motiviert“, erklärt Fuchs. 

Schlechte Vermarktung 

Das gilt natürlich auch für ihren Trainer, der nicht allzu lange überlegen muss, wenn er erläutern soll, was das Besondere an seiner Sportart ist: „Volleyball ist unglaublich herausfordernd – nicht nur körperlich. Ein Spiel zu analysieren, Schlüsse zu ziehen, das Spiel zu gestalten – das erfordert pfiffige Spieler. Im Prinzip ist es wie Schach, nur auf einer anderen Geschwindigkeitsebene, verbunden mit technischer Perfektion.“ Klingt überzeugend, scheint aber angesichts des Images, das der Sport in Deutschland genießt, nicht wirklich ein großes Plus im Vergleich zu anderen Sportarten zu sein.

Aus der Sicht von Fuchs liegt das vor allem an der Vermarktung. Die sei in Deutschland schlichtweg schlecht. In Polen oder Italien genieße Volleyball hingegen ein ganz anderes, wesentlich besseres Ansehen: „Als wir unseren polnischen Partnerverein aus Warschau hier zu Gast hatten, haben die Spieler bei uns im Fernsehen verzweifelt den Volleyball-Kanal gesucht. In Polen werden die Spiele Tag und Nacht übertragen. Und an den Häuserwänden hängen meterhohe Plakate mit Werbung für Drittligaspiele. Das ist eine ganz andere Hausnummer als hier in Deutschland.“

Viel Pozenzial

Dabei gebe es durchaus viel Potenzial – nicht zuletzt aufgrund der Qualität der Spieler. Was allerdings fehle, seien Ehrenamtliche, die eine gute  Basis schaffen: „Diejenigen, die es gibt, erledigen meistens mehrere Aufgaben gleichzeitig. Ich kenne keinen Trainer, der sich nur um eine einzige Mannschaft kümmert“, sagt Michael Fuchs. Um zu verstehen, dass diese Rechnung langfristig nicht aufgehen kann, muss man kein Didakt sein.

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