Führungswechsel im Dortmunder Golfclub

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5007 Tage hat Werner Klein die Manager-Geschicke im Dortmunder Golfclub (DOGC) geleitet. Nun übergibt der 67-Jährige den Staffelstab an Norman Kühl-Gebauer (52). Petra Nachtigäller und Peter Schütze haben sich mit Vorgänger und Nachfolger in der Reichsmark an einen Tisch gesetzt.

DORTMUND

, 31.03.2016 / Lesedauer: 4 min
Führungswechsel im Dortmunder Golfclub

Staffelstab-Übergabe im Dortmunder Golfclub: Der scheidende Klubmanager Werner Klein (l.) übergibt den Driver symbolisch an seinen Nachfolger Norman Kühl-Gebauer. Heute hat Klein seinen letzten Dienst-Tag

Werner Klein, wie fällt Ihre Bilanz nach 14 Jahren in der Reichsmark aus?

Klein: Es hat Spaß gemacht. Aber ich werde jetzt 68, und ich habe dem jetzigen Vorstand versprochen, bis zur nächsten Wahl noch im Amt zu bleiben. Der Zeitpunkt ist jetzt gekommen. Ich freue mich nun darauf, endlich wieder selbst zum Golfschläger greifen zu können, ich habe mir schon einen neuen Schlägersatz gekauft (lacht).

Und warum haben Sie sich auf das Amt des Klubmanagers beworben, Herr Kühl-Gebauer?

Kühl-Gebauer: Erst wurde ich im Spaß aufgefordert, mich zu bewerben, aber je länger ich darüber nachgedacht habe, desto mehr konnte ich mir das vorstellen. Es passt eigentlich alles. Ich mag diesen Klub, ich habe mich schon immer gern mit allem beschäftigt, was um Golf herum passiert, auch für die vermeintlich langweiligen Dinge wie Regelwerk oder Ausschreibungen. Werner Klein hat mich im letzten halben Jahr bestens eingearbeitet, ich weiß also, was auf mich zukommt.

Sie sind Rechtsanwalt mit eigener Kanzlei, lassen sich beide Jobs kombinieren?

Kühl-Gebauer: Nein, ausgeschlossen, das ist illusorisch. Mein Hauptaugenmerk liegt künftig auf der Arbeit im Golfclub, aber Grundbedingung war, dass ich nicht alle Brücken zu meinem alten Beruf abbreche, denn ich bin auch seit über 20 Jahren gerne Jurist.

Der Dortmunder Golfclub hat aktuell 1283 Mitglieder. Welche Eigenschaften muss ein Manager mitbringen?

Klein: Ich habe mich manches mal wie eine Art Hoteldirektor gefühlt, der den ganzen Tag für seine Gäste da ist. Speziell an den Wochenenden, da geht es auch schon mal von morgens um Sieben bis abends um halb Zehn. Man muss kurzfristig reagieren, wenn irgendetwas passiert, man ist für alles zuständig, ob administrative Dinge wie Überweisungen, Turnierorganisation oder Greenfee-Verkauf, aber auch Regelfragen. Manchmal wird auch ein Schiedsrichter gebraucht.

Kühl-Gebauer: Wobei mir Werner Klein eine große Hypothek hinterlässt, nämlich fast alle Mitglieder namentlich zu kennen (lacht). Aber ich arbeite daran.

Wie haben sich die Anforderungen an einen Klubmanager verändert?

Klein: Bei meinem Dienstantritt wurden die Liga-Spiele privat organisiert, heute läuft alles über den Deutschen Golf-Verband, es gilt Meldefristen einzuhalten. Der Aufwand ist um ein Vielfaches gestiegen.

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Klein: Wir stehen wirtschaftlich auf gesunden Füßen, haben innerhalb der letzten Jahre, nur aus Eigenmitteln, beinahe eine Million Euro in den Klub und den Platz investiert, und das ohne gesonderte Umlage. Für den Betrieb eines 18-Loch-Platzes braucht man 700 Vollzahler, wir haben über 800, also alles im grünen Bereich.

Also brauchen Sie keine Neumitglieder?

Kühl-Gebauer: Wir haben jedes Jahr etwa 30 Neuaufnahmen, wobei wir schon über flexiblere Aufnahmemodalitäten und Mitgliedschafts-Modelle nachdenken sollten, um sich den gesellschaftlichen Entwicklungen unserer Zeit anzupassen. Es gibt heute andere Lebensmodelle, und dafür gibt es auch gute Lösungen.

Nennen Sie uns ein Beispiel...

Kühl-Gebauer: Gern. Zurzeit können nur Jugendliche (bis 27 Jahre/die Red.) Mitglied werden, wenn ein Elternteil ebenfalls Mitglied ist. Obwohl wir erfreulicherweise derzeit über 100 Nachwuchsspieler im Jugendtraining haben, ist dieser Passus in der Satzung nicht mehr zeitgemäß. Aber darüber muss die Mitgliederversammlung am 14. April mit dem neuen Vorstand entscheiden. Als Manager steht man zwischen dem Vorstand und den Mitgliedern.

Golf wird von vielen als elitär angesehen. Teilen Sie diese Einschätzung?

Klein: Golf ist nicht teuer. Wenn Sie einen Jahres-Mitgliedsbeitrag auf einen Monat herunterrechnen, liegen Sie bei 100 Euro. Dafür können Sie jeden Tag mehrere Stunden auf dem Platz verbringen. 100 Euro bezahlt man auch schnell in einem Fitnessstudio oder für Massagen.

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Und das Image von Golf als Seniorensport?

Kühl-Gebauer: Die bundesweiten Zahlen zeigen: Golf ist ein Sport 50 plus. Aber andererseits zum Beispiel bestehen unsere beiden Mannschaften in der Deutschen Golf-Liga (DGL) zum Großteil aus Jugendlichen. Es gibt in unserem Verein auf jeden Fall eine Menge Leute, die etwas bewegen wollen.

Was haben Sie sich für die Zukunft vorgenommen?

Klein: Keine Sorge, ich werde keine Langeweile haben (lacht): kochen, wandern, Golf spielen, ich werde auch weiter Goldschmiede-Kurse in Neheim geben.

Kühl-Gebauer: Ich bin nicht angetreten, um alles zu revolutionieren. Nein, ich werde mich bemühen, die gute Arbeit meines Vorgängers fortzuführen, mir Akzeptanz zu erarbeiten. Toleranz, Transparenz und Fingerspitzengefühl sind in diesem Amt sicherlich ein Schlüssel. Auf jeden Fall ist es mir wichtig, das Klubleben zu bewahren. Dafür wird mir meine Liebe zum Dortmunder Golfclub eine starke Motivation sein und bleiben.

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