Für mehr Killerinstinkt - Viktoria Kirchderne krempelt den Bezirksligakader kräftig um

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Wenn der beste Torschütze ein Innenverteidiger ist, dann muss sich in der Offensive was tun. Bei Viktoria Kirchderne ist das so. Darum soll nächste Saison Leben in den Sturm kommen.

Dortmund

, 22.06.2019, 08:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Viktoria Kirchderne hat sich drei Jahre nach dem Aufstieg in die Bezirksliga als feste Größe in der Klasse etabliert. Immer wieder gab es in den zurückliegenden drei Saisons Phasen, die die Hoffnung nährten, dass da noch mehr gehen könnte. Doch in jeder Saisonbilanz stand unter dem Strich: Es fehlte die positive Stabilität. Zu oft hatten sich Zeiten richtig guten Fußballs mit ernüchternden Vorstellungen abgewechselt. Trotzdem versackte das Team nicht im Niemandsland, sondern war dreimal hintereinander in den Top-4 der Tabelle zu finden. Für das Trainerteam Florian Buchholz, Tim Preuß und René Tschirner lautet die selbstformulierte Aufgabe deshalb: Gute Leistung mit mehr Kontinuität. Was dann am Ende in der Tabelle dabei rauskommt, ist eine andere Frage.

Runderneuerter Kader

Schaffen will das Trainer-Trio den wichtigen Schritt zu mehr Stabilität mit einem drastischen personellen Schnitt und einem rundum erneuerten Kader. Acht Abgängen stehen zehn Neuzugänge gegenüber. 23 Spieler gehören nun zum runderneuerten Kader. „Umbruch will ich das noch nicht nennen, weil wir ja viele Stammkräfte halten konnten, auf die wir weiter bauen“, sagt Florian Buchholz. „Aber nach der letzten Saison haben wir jetzt schon versucht, den Kader stärker nach unseren Vorstellungen im Trainerteam umzugestalten.“

Im Klartext sind das die Abgänge: Nigel Behrends (TuS Körne), Noureddien El Yahyaoui (Co-Trainer TuS Hannibal), Moussa Fall (VfL Kemminghausen), Kingsley Ndubueze (RW Barop), Soufyan Mohsen (FC Roj), Patrick Kramer (TuS Hannibal), Mario Bunk (TuS Eichlingshofen), Philip Ewert (RW Barop).

Scharnhorster Hoffnungsträger

Demgegenüber stehen diese zehn Neuen: Hendrik Huneke (Westfalia Wickede II), Bilal Cildir (Alemannia Scharnhorst), Fatih Kekec (Alemannia Scharnhorst), Emre Erdur (TuS Rahm), André Meyer (SV Brackel 06), Alexander Rotgang (Dorstfeld 09), Christopher Selbach (Dorstfeld 09), Marco Malinowski (VfR Sölde A-Jugend), Ibrahim Türkyilmaz (Rot Weiß Unna), Fosby Mbavaidi (TV Brechten).

Florian Buchholz ist optimistisch, mit den Neuzugängen, die personellen Lücken, die durch die Abgänge entstanden sind, nicht nur zu schließen, sondern auf vielen Positionen nun über bessere personelle Lösungen zu verfügen. Auch den Abgang der beiden offensiven Mittelfeldspieler, Moussa Fall und Mario Bunk, glaubt man bei Viktoria Kirchderne gut kompensieren zu können. Denn auch wenn Moussas Wechsel zum ambitionierten Landesliga-Absteiger VfL Kemminghausen fußballerische Qualitäten vermuten lässt, so hat er sich aus Sicht des Trainers während seiner Zeit in Kirchderne nicht als unumstrittener Stammspieler etablieren können.

Trauriger Abgang

Der Abgang von Mario Bunk tut den Kirchdernern da schon mehr weh. „Er hat über Jahre als Sechser vorne immer gut getroffen“, sagt Buchholz. Menschlich bedauert Buchholz des Abgang von Bunk hingegen nicht. „Er war der erste, der uns schon im Januar für die nächste Saison zugesagt hatte, um uns dann einige Zeit später aus einer Verletzungspause heraus nur noch per Whatsapp mitzuteilen, dass er den Verein doch wechseln werde. Das fanden wir schon ziemlich schwach - vor allem wenn man sich seit 25 Jahren kennt.“

Sportlich soll Alexander Rotgang von Dorstfeld 09 die Lücke, die durch Bunks Abgang entstanden ist, schließen. Dass Rotgang das gelingen wird, daran hegt das Trainerteam keine Zweifel. Ansonsten liegt bei der Kaderneuplanung aber das Augenmerk ganz klar auf der Offensive. „Wie gesagt, wenn man sieht, das unser bester Torschütze mit zehn Treffern der Innenverteidiger Benni Schulz ist und diese Tore auch fast nur aus Standards entstanden sind, dann ist klar, wo gehandelt werden muss“, sagt Buchholz. „Unsere Defensivabteilung arbeitet gut und bleibt auch weitgehend bestehen. Aber vorne brauchen wir dringend mehr Tempo, da fehlt uns einfach der Killerinstinkt. Das erhoffen wir uns jetzt von Bilal Cildir und André Meyer. Dazu soll auch Hendrik Huneke Torgefahr bringen.“

Ein deutlich engeres Feld

Bleibt die Frage, was mit dem Kader möglich ist. Buchholz erwartet eine Bezirksligasaison mit einem deutlich engeren Feld, als es zuletzt mit den beiden Topteams TuS Bövinghausen und FC Nordkirchen der Fall war. „Einiges hängt davon ab, in welcher Bezirksligagruppe der FC Nordkirchen, der ja den Aufstieg in der Relegation verpasst hat, spielen wird. Dahinter ist auf jeden Fall vieles möglich. Unser Anspruch ist zumindest dahin zu kommen, wo wir die letzten Jahre auch waren. Aber diesmal mit mehr Stabilität.“

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