Borussia Dortmunds U23 siegt deutlich: Boyamba überragt bei Pflichtsieg gegen Bergisch Gladbach

Fußball-Regionalliga

Einer überzeugenden ersten Halbzeit lässt der BVB II eine souveräne zweite folgen. Mit 4:0 siegte die Mannschaft von Trainer Tullberg gegen den Tabellenletzten Bergisch Gladbach.

von Leon Elspaß

Dortmund

, 30.11.2019, 16:16 Uhr / Lesedauer: 3 min
Borussia Dortmunds U23 siegt deutlich: Boyamba überragt bei Pflichtsieg gegen Bergisch Gladbach

Joseph Boyamba erzielte zwei Treffer für den BVB, hier feiert er das 1:0. © Dortmunder Sportfotografie / Schulze

Dortmunds U23-Manager Ingo Preuß hatte die Zielsetzung formuliert. Aus den drei verbleibenden Spielen bis zur Weihnachtspause sollten doch bitte mindestens sieben Punkte gesammelt werden, um zumindest mit einem einigermaßen guten Gefühl in die winterliche Auszeit zu gehen. Die bisher absolvierte Serie sei „verkorkst“, so sein Urteil. Gegen den Tabellenletzten SV Bergisch Gladbach gelang Teil eins der schwarzgelben Versöhnungstour. Der BVB II siegte vor nur 179 Zuschauern mit 4:0 (3:0). Demnächst warten noch Rot-Weiss Essen und die Sportfreunde Lotte.

Personal: Im Vergleich zum 0:2 beim Aufstiegsanwärter SC Verl hatte Trainer Mike Tullberg seine erste Elf fünffach und damit großflächig umgebaut. In der Viererkette waren mit Leonardo Balerdi und Mateu Morey zwei aus der Profi-Belegschaft nicht dabei, außerdem fehlte Steven Ruprecht.

Für dieses Trio durften Maximilian Hippe, der zuletzt verletzt fehlende Marco Rente sowie Kolbeinn Finnsson auflaufen. Statt Tobias Raschl und Magnus Kaastrup bespielten Tunga Malanda und Marco Hober den Mittelfeldbereich.

Julius Schell, im Sommer aus der U19 hochgezogen und danach verletzungsbedingt lange dienstunfähig, stand erstmals im Aufgebot. Unter der Woche hatte er in der Youth League beim 2:1-Auswärtssieg gegen den FC Barcelona 90 Minuten Spielpraxis gesammelt.

Analyse: Dortmunds U23 sah sich von Anbeginn einer extremst defensiv eingestellten Mannschaft gegenüber. Die Außenverteidiger Hippe und Finnsson schoben deshalb häufig weit vor, waren sie doch in ihrem Kerngebiet hinten nur selten gefordert. Dafür rückten die nominellen Außenstürmer Joseph Boyamba Boyamba und Chris Führich dann ins Zentrum und sorgten gemeinsam mit dem ganz vorn postierten Steffen Tigges und dem sich flexibel zwischen den Linien bewegenden Taylan Duman für erhöhte Besetzung im gegnerischen Gefahrenbereich.

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Das frühe 1:0, erzielt von Kapitän Boyamba in der 9. Minute, resultierte dann eher aus dem ungenügenden Abwehrverhalten von Bergisch Gladbach, ingesamt allerdings zeitigte diese Strategie gut sichtbare Erfolge: Nachdem Tigges an Torwart Michael Cebulla gescheitert war (13.), vergab Führich eine Großchance aus sieben, acht Metern Entfernung. Zuvor hatte der bis ins den Strafraum aufgerückte Hippe flach geflankt, fünf Dortmunder waren bereit zur Abnahme, letztlich war es dann der Ex-Kölner, der an den Ball kam, ihn jedoch deutlich über das Tor setzte.

Tullberg applaudierte dennoch – und völlig nachvollziehbar. Gut war sein BVB in diese Partie gestartet, die gegen den mit nur sieben Zählern schon weit abgeschlagenen und auf Konter fokussierten Ligakonkurrenten auch zur Geduldsprobe hätte werden können. Dass die Borussia nicht schneller erhöhte – insbesondere Führich durfte sich nach seiner zweiten verpassten Chance in Spielminute 28 angesprochen fühlen –, war da einer der ganz wenigen Kritikpunkte.

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Erst noch weit oben im schwarzgelben Bewertungsbogen angesiedelt, rückte drei Zeigerumdrehungen später allerdings auch dieses Defizit nach unten, als der zuvor noch zu unpräzise Führich per Foulelfmeter zum 2:0 traf. Boyamba erzielte wiederum zwei Minuten vor der Halbzeit seinen zweiten Treffer. Einmal nur hatte die Borussia Glück, als Kevin Dabo die Latte traf (42.). Ansonsten spielte der favorisierte BVB eine überzeugende erste Hälfte.

Die Basis für den fünften Heimsieg im zehnten Versuch war damit geschaffen. Und da die Borussia auch nach der Pause defensiv nicht anfällig wurde gegen die mit zehn erzielten Toren stumpfste Spitze der Liga und durch Duman in der 69. Minute sogar noch auf 4:0 erhöhte, kam Tullbergs Kollegium nie mehr in Bedrängnis. Der BVB ließ das Spiel ausklingen, souverän und ohne größere Probleme. Der Favoritenrolle wurde die Mannschaft damit gerecht, feierte einen überaus verdienten Erfolg und hat nach nun 17 absolvierten Spielen 24 Punkte auf dem Konto.

Die Tore:

1:0 Joseph Boyamba (9.): Durchaus überraschend gelang dem BVB die Führung. Denn er startete zwar gut und deutlich besser als der Gegner, die Torszene indes schien längst geklärt. Dank schlechter Absprache zwischen Bergisch Gladbachs Defensivmann Daniel Spiegel und Torwart Michael Cebulla kam plötzlich Boyamba an den Ball – und schob aus wenigen Metern ins verwaiste Tor ein.

2:0 Chris Führich (32.): Nach Foul von Andy Habl an Marco Hober verwandelte Führich einen Foulelfmeter, souverän und wohlüberlegt. Hatte er zuvor aus dem Spiel heraus noch zweifach vergeben, überwand der Angreifer Keeper Michael Cebulla doch noch.

3:0 Joseph Boyamba (39.): Dortmunds Anführer mit der Binde am Arm sorgte für die überaus beruhigende Pausenführung. Er und Tigges tauchten gemeinsam vor dem Tor auf, Boyamba legte nicht mehr quer, sondern vollende selbst – sein siebtes Tor in dieser Saison. Er führt damit die interne Hitliste des BVB an.

4:0 Taylan Duman (69.): Diesmal wurde Taylan Duman im Strafraum von Cenk Durgun gelegt – der Gefoulte trat selbst an, traf stramm geschossen ins linke Eck. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war Bergisch Gladbach geschlagen.

Die Aufstellung: Oelschlägel – Hippe, Rente, Bünning, Finnsson – Malanda, Hober – Boyamba (84. Wanner), Führich (72. Kaastrup) – Duman (87. Relu), Tigges (72. Rizzo) – Trainer Tullberg.

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