Entscheidung in Wickede über die Zukunft von Alex Gocke auf Mittwoch vertagt

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Die sportliche Talfahrt hat Westfalia Wickede auf den Abstiegsplatz 15 in der abstürzen lassen. Die Zeit drängt. Am Dienstagabend berieten Vorstand, Sportliche Leitung und Trainer Alex Gocke.

Dortmund

, 03.12.2019, 15:06 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Ich bin immer pro Trainer“, sagte Daniel Dukic, Sportlicher Leiter von Westfalia Wickede, vor dem Gespräch am Dienstagabend mit Trainer Alex Gocke und dem Westfalia-Vorsitzenden Horst Linke. „Aber“, so fügte Dukic hinzu, „wir werden Alex auch fragen, wie es um seine eigene Motivation für den Abstiegskampf steht.“

Ende der Talfahrt muss her

Für die Drei ist klar, dass die sportliche Talfahrt ein Ende finden muss - und das am besten sofort, genauer gesagt am nächsten Sonntag beim Gastspiel beim Tabellenachten SC Neheim. Ein Trainerwechsel ist nicht ausgeschlossen.

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Er habe sich in den letzten 48 Stunden nach der verheerenden 0:4-Heimniederlage gegen Concordia Wiemelhausen Gedanken über jeden einzelnen Spieler aber auch über sich selbst gemacht, sagte Trainer Alex Gocke. „Ich habe diese Bedenkzeit gebraucht, um das, was ich da die letzten Wochen erlebt habe, zu verarbeiten. Für mich gibt es mehrere Lösungsansätze, wie man aus dieser Krisensituation herausfinden kann. Und die werde ich mit dem Vorstand und der sportlichen Leitung jetzt besprechen.“

Dramatik der Tabellensituation

Aus Sicht von Daniel Dukic wird auch darüber zu reden sein, ob die Dramatik der Tabellensituation bei jedem im Team angekommen ist. „Ich habe manchmal den Eindruck, dass hier nicht jeder den Abstiegskampf, in dem wir gerade stecken, voll angenommen hat. Dass nicht richtig wahrgenommen wird, dass wir uns jetzt schon im Strudel befinden. Und wir müssen heute Abend besprechen, wie wir das in die Köpfe alle Akteure bekommen.“

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Drei Stunden lang ging das Trio in Klausur, holte sich Spieler dazu, packte mal alles auf den Tisch: „Da haben wir schon Sachen erkannt, die wir vorher nicht gesehen haben - auch was das Mannschaftsgefüge angeht“, sagte Dukic am späten Dienstagabend nach der Sitzung. „Es gibt eine Tendenz“, sagte Linke ohne konkret zu werden, „es kam natürlich das eine oder andere hoch und wir müssen sicherlich auch das eine oder andere entsorgen...“

Entscheidung am Mittwoch

Dukic wurde etwas konkreter, schließt Veränderungen auf unterschiedlichen Positionen nicht aus, vertröstete aber auf den Folgetag: „Die Frage ist: Machen wir in dieser Trainer- und Kaderkonstellation weiter? Alex will sich nach dem Gespräch jetzt nochmal gedanklich und emotional sortieren - und dann werden wir am Mittwoch nochmal sprechen“, sagte der Sportliche Leiter. Dann werde die Entscheidung fallen, wie es bei der Westfalia weitergeht. Auch die Mannschaft wusste am Abend noch nicht, in welche Richtung es geht.

Den vielbesprochenen Verjüngungskurs bei Wickede hielt Gocke vor der Sitzung nicht für ausschlaggebend für die prekäre Lage. „Ich stelle immer nach Leistung auf, das gilt für junge wie für erfahrene Spieler. Unser Problem ist vielmehr, dass wir in den zurückliegenden Spielen einfach keine Konstanz gefunden haben. Und das zeigt sich besonders dann, wenn wir unter Druck stehen. Dann machen wir Fehler, die uns die Punkte kosten. Aber gemacht werden diese Fehler von jungen wie von alten Spielern.“

Zwischen gut und katastrophal

Ähnlich war auch der Eindruck von Dukic: „Es fällt auf, dass wir immer eine gute und eine katastrophale Halbzeit haben. Das zieht sich durch die ganze Hinrunde. Unter Druck gehen der Mannschaft oft Formation und Abläufe verloren. Und in Rückstand fehlt regelmäßig das Aufbäumen. Statt eines Offensivfeuerwerks spielt man die Partie zaghaft und mit hängenden Schultern zuende. Das kann alles nicht sein.“

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