Giants-Trainer Labus: "Das Team wird wachsen"

Football

Mit einem Sieg könnten sie die gesamte Saison retten. Wenn die Giants am Sonntag (15 Uhr, Oskar-Jäger-Straße 173) bei den Cologne Falcons gewinnen und zugleich das 0:21 aus dem Hinspiel wettmachen, hätten sie die Rheinländer in der Tabelle überholt und plötzlich doch noch gute Aussichten, in der Football-Regionalliga zu bleiben. Vor dem entscheidenden Spiel sprach Timm Becker mit Giants-Headcoach Bartos Labus.

Dortmund

, 29.06.2017, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bisher wurden die Giants noch in jedem Spiel gestoppt. Am Sonntag plant der Klub den ersten Sieg, der den Klassenerhalt zur Folge haben könnte.

Bisher wurden die Giants noch in jedem Spiel gestoppt. Am Sonntag plant der Klub den ersten Sieg, der den Klassenerhalt zur Folge haben könnte.

Wie beurteilen Sie die Aussichten für das Spiel in Köln?

Ich glaube, dass das Spiel offen ist. Auch, wenn wir im Hinspiel nicht überzeugen konnten. Man hat gesehen, dass wir uns in den letzten Partien immer wieder gesteigert haben, deshalb haben wir gegen Köln eine Chance. Auch eine Chance, die Partie mit mehr als 21 Punkten für uns zu entscheiden.

Wie sehen Sie die Lage im Abstiegskampf?

Sicher ist: Wenn wir das nicht gewinnen, wird es keine Chance mehr geben, die Klasse noch zu halten. Köln hat, neben uns, alle anderen Spiele verloren – von daher ist es für uns das wichtigste Spiel der Saison.

Waren die Giants nach dem Aufstieg in die Regionalliga zu blauäugig?

Nein, blauäugig nicht, in dem Begriff steckt ja so eine Naivität drin. Wir waren uns schon darüber im Klaren, was auf uns zukommt. Man kann uns vielleicht vorwerfen, dass wir nicht die Tiefe im Kader hatten, um essenzielle Ausfälle aufzufangen. Das ist aber eine Situation, die sich unmittelbar vor der Saison ergeben hat. So wie mit den drei Leuten, die jetzt in die Staaten fahren, dem Quarterback, der sich das Kreuzband gerissen hat, oder unserem Kapitän in der Defense, Jakob Stachulla, der verletzungsbedingt aufhören musste. Das sind alles Sachen, die man nicht hätte voraussehen können, deshalb ist blauäugig ein falscher Begriff. Vielleicht eher: In der Entwicklung noch nicht weit genug. Aber noch sind wir nicht abgestiegen, sodass ich die Saison auch nicht vorzeitig abschreiben möchte.

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Zum Thema Personal:  Die Verpflichtung eines Importspielers, der kurzfristig abgesagt hat, ist wenig glücklich gelaufen.

Stimmt. Es war schon immer unser Credo, ohne Importspieler zu agieren. Hätten wir die Mannschaft mit dem Personal vom letzten Jahr gehabt, hätten wir diesen Schritt auch nicht gewagt. So war es für uns, die in solchen Dingen noch unerfahren sind, ein riesiger Organisationsaufwand, das zu stemmen. Solche Strukturen mussten ja erstmal geschaffen werden, da haben wir uns in Neuland begeben. Das Risiko, dass ein Transfer dann nicht klappt, hat man immer. Das ist sicher nicht optimal gelaufen, aber wir hatten keine andere Wahl, als alles Erdenkliche zu versuchen, einen solchen Transfer zu realisieren. Wohlwissend, dass das nicht klappen kann.

Sie haben lange auf die ersten Punkte in einem Spiel warten müssen. Ist so etwas nicht frustrierend?

Natürlich ist das frustrierend, aber viel eher für die Jungs als für mich als Trainer. Mir war schon klar, dass die Mannschaft sich weiterentwickeln würde – und das ja auch getan hat. Eher frustrierend für mich als Trainer war, dass wir unsere Ausfälle nicht auffangen konnten. Aber die Mannschaft hat gute wie schlechte Zeiten durchgemacht und wird auch aus dieser Situation gestärkt hervorgehen.

Falls es am Sonntag nicht klappt: Wäre das ein Rückschlag für das Giants-Projekt?

Ein Rückschlag wäre es nicht. Wir haben wertvolle Erfahrungen in der Regionalliga gemacht, die wir in der kommenden Saison nutzen können. Rückschlag hieße ja, dass diese Saison überhaupt keinen Wert gehabt hätte – das kann man so nicht sagen. Dieses Jahr wird die Mannschaft auf jeden Fall weiterbringen, das Team wird wachsen. Sollte es nicht klappen, werden wir noch besser vorbereitet sein, um in der Oberliga um den Wiederaufstieg mitzuspielen.

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