Gina Lückenkemper gewinnt Bronze über 200 Meter

Leichtathletik: Europameisterschaften

Das war eine gelungene EM-Premiere. Über 200 Meter rannte die Gina Lückenkemper auf den Bronzerang. Für die 19-jährige Dortmunderin war das „mega krass.“ Sie ist damit die erste Deutsche seit 1998, die über diese Distanz eine Medaille gewinnt.

AMSTERDAM

07.07.2016 / Lesedauer: 3 min

Das Küken der deutschen Mannschaft ist schnell zu einer großen Nummer geworden. Die 19-jährige Sprinterin Gina Lückenkemper hat bei ihrer Premiere am Donnerstag bei der Leichtathletik-EM in Amsterdam über 200 Meter in 22,74 Sekunden auf Anhieb Bronze gewonnen. „Was bei mir in den vergangenen Monaten abgegangen ist, ist mega krass. Ich habe von einer Medaille geträumt. Dass es geklappt hat, ist super geil“, sagte Lückenkemper. Es ist die erste Medaille über diese Distanz für Deutschland seit 1998, als Melanie Paschke Dritte wurde.

Für ihren weiteren Karriereweg sind Lückenkemper nicht Zeiten oder Erfolge das einzig Wichtige, sondern dass sie sich dabei ihre Unbeschwertheit bewahrt. „Wenn ich locker bleibe, dann kann ich auch alles schaffen. Das hat man letztes Jahr bei der U20-EM gesehen. Wenn der Kopf locker ist, dann läuft der Rest auch“, meinte sie. „Gewinnen tut man bekanntlich im Kopf.“

Vielleicht schafft sie es schon mit Hilfe ihrer Sprint-Kolleginnen mit der 4x100-Meter-Staffel noch am Sonntag bei der EM. Dass das Quartett schnell sein wird, ist für sie eine ausgemachte Sache. „Ich gehe davon aus, wenn wir keinen Wechsel vergeigen, dann könnte es eine Bombenzeit werden“, prophezeite Lückenkemper.

Sprinterin der LG Olympia Dortmund

Die für die LG Olympia Dortmund startende Athletin hat das Zeug, die Nachfolge von Verena Sailer anzutreten, die im September vergangenen Jahres ihre Karriere beendete. Sie war 2010 Europameisterin geworden und hatte das erste 100-Meter-Gold bei einer EM seit Katrin Krabbes Titelgewinn 1990 gewonnen.

Nach dem Erfolg in Amsterdam ließ sich Lückenkemper mit der deutschen Fahne um die Schultern feiern. „Im letzten Jahr war ich noch Junior, aber ich fühle, dass ich mich entwickelt habe“, sagte die jüngste Athletin im deutschen Team, die lieber Bratwurst statt Banane mag.

In diesem Jahr hat die im westfälischen Hamm geborene Sprintern ihre Bestzeiten über 100 und 200 Meter verbessert. Über 100 Meter ist sie mit den 11,13 Sekunden auf Platz sechs der europäischen Bestenliste gerannt. Bei der EM verzichtete sie aber auf den Kurzsprint, um sich voll auf die 200 Meter zu konzentrieren. Da sind bisher 22,67 Sekunden ihr Optimum. Das soll nicht so bleiben, denn Geschwindigkeit ist das Lebensmotto der Frohnatur: „Ich bin fast immer schnell. Ich rede schnell, esse schnell und fahre gern mal schnelle Autos.“

Von dpa

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