Gina Lückenkemper in Rekordzeit zum Titel

Leichtathletik: Deutsche Meisterschaften

Sie war von sich selbst überwältigt, diese paar Tränen des Glücks mussten dann auch einfach vergossen werden. Das Beste zum guten Schluss, und die Beste heißt Gina Lückenkemper. In einem atemberaubenden 60-Meter-Finale siegte die Dortmunderin in der persönlichen Bestzeit von 7,14 Sekunden.

LEIPZIG

, 18.02.2017, 23:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Gina Lückenkemper in Rekordzeit zum Titel

Ein einziger Traum: Die Dortmunderin Gina Lückenkemper holt sich den Titel über die 60 Meter in persönlicher Besteit von 7,14 Sekunden.

Die Ehrenrunde, begleitet vom rhythmischen Klatschen der 3500 begeisterten Zuschauer in der Arena Leipzig, tat gut, um die Gefühle wieder halbwegs in den Griff zu bekommen. So wirklich mag die 20-Jährige doch gar nicht die Halle, nun war sie bei den Leichtathletik-Meisterschaften unter dem Dach einer bärenstarken Konkurrenz davongelaufen. Und eigentlich sind ihr die 60 Meter doch ein wenig zu kurz, „meine Stärke kommt ja eher hintenheraus“, nun stand sie ganz oben auf dem Podest.

"Ein einziger Traum"

„Wirklich keine Ahnung, was da heute passiert ist“, sprudelte es aus der Athletin der LG Olympia Dortmund heraus, „es war einfach mein Rennen, mein Tag, ein einziger Traum“. Aber es war eben auch wunderschöne Realität, dieser Triumph gegen eine tolle Rebekka Haase (7,16 Sekunden und eine sich ebenfalls steigernde Lisa Mayer (7,18 Sekunden).

Wenige Minuten zuvor hatte die Bühne in der Arena Leipzig einer anderen jungen Dame gehört, ebenso schnell, ebenso glücklich, ebenso gerührt. Eigentlich war der Titel im Hürdensprint ja für Cindy Roleder bei ihrem Heimspiel reserviert, aber Pamela Dutkiewicz vom TV Wattenscheid hatte da ganz andere Pläne.

Dutkiewicz schneller als Roleder

Unwiderstehlich flog sie förmlich über die Hürden, durchbrach in 7,79 Sekunden eine persönliche Schallmauer. Deutsche Hallenmeisterin, Meisterschaftsrekord, die zweitbeste Zeit in der Welt, was für ein Rennen. Und das gegen eine Cindy Roleder, die ebenfalls in 7,84 Sekunden persönliche Bestzeit lief. „Ich kann es noch gar nicht glauben“, sagte Pamela Dutkiewicz, „ich hab‘ das noch gar nicht klar“.

Und weil es so schön ist, ganz oben auf dem Podest zu stehen, legte Mannschaftskollege Erik Balnuweit nach. In 7,62 Sekunden flog er über die Hürden, deutsche Jahresbestzeit, die Fahrkarte zur Hallen-EM in Belgrad. Es war sein fünfter Hallentitel in Serie, der erste im blauweißen Trikot der Wattenscheider.

Schwanitz ist schwanger

Zuvor hatten die Kugelstoßer das Wort, und Christina Schwanitz bekam am meisten Gehör. Erst bejubelte die Kugelstoßerin ihren vierten Titel mit einer Weite von 18,50 Meter, dann hatte sie eine große Neuigkeit zu verbreiten. Die 31-Jährige vom LV 90 Erzgebirge wird erstmals Mutter, sie ist im fünften Monat, und selbstverständlich bestreitet sie im WM-Jahr 2017 keinen Wettkampf mehr.

Da konnte David Storl nur halbwegs mithalten. Der Freiluft-Europameister steigt ja schon seit ein paar Wochen als stolzer Papa in den Ring, in Leipzig gewann er den Titel in gewohnter Selbstverständlichkeit mit 20,98 Metern. „Ich freue mich sehr über den Sieg“, sagte David Storl, „und ich bin sehr glücklich, Vater zu sein“. Es war eben ein Leichtathletik-Tag mit Tränen des Glücks und vielen Emotionen.

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