Gina Lückenkemper lässt es gleich krachen

Leichtathletik

Eigentlich sollte sie ja nur mal in die Wintersaison hineinschnuppern, aber dann ließ es Gina Lückenkemper gleich krachen. 22,80 Sekunden "fliegend" stoppte Uli Kunst für die 20-Jährige bei den Westfälischen Meisterschaften in der 4 x 200-Staffel, eine Zeit, die auch international Gewicht hat.

Dortmund

, 26.01.2017, 18:40 Uhr / Lesedauer: 2 min
Gina Lückenkemper lässt es gleich krachen

Ein Team, das auch bei der harten Arbeit im Training immer jede Menge Spaß hat: Gina Lückenkemper, Sprinterin der LG Olympia Dortmund, und Trainer Uli Kunst.

„Das ist nicht von schlechten Eltern, das ist zum Einstand sogar richtig gut“, sagt der Trainer der Dortmunder Vorzeige-Sprinterin. Dieser prima Auftakt in das Leichtathletik-Jahr 2017 war genau das, was sich beide gewünscht hatten. 12 Tage hatte sich Gina Lückenkemper im Trainingslager auf Teneriffa vorbereitet, bei 22 Grad und leichtem Wind, der aber keine Sekunde störte. Gerade in Sachen Beschleunigung und an der Technik im Startabschnitt wurde eine Menge vertieft, „wir haben vieles etablieren können“, sagt Uli Kunst.

Jahr eins nach Olympia

Es ist das Jahr eins nach einem furiosen und turbulenten Jahr für die Sprinterin der LGO Olympia Dortmund. Über 200 Meter und mit der Staffel holte sie EM-Bronze, bei den Olympischen Spielen verpasste sie nur knapp Edelmetall. Manchmal wurde es der heute 20-Jährigen „in diesem Wahnsinnsjahr“ fast zuviel, vor allem der Medienrummel ging auch an die Kräfte und die Nerven. „Ich habe gelernt, dass ich Auszeiten brauche“, sagt sie heute, sie hat sie sich genommen, sie hat neue Frische getankt.

Und will dennoch ganz behutsam an die Hallensaison herangehen. Am Mittwoch wird sie in Düsseldorf die 60 Meter laufen, am 10. Februar wird sie zum Istaf nach Berlin reisen. Natürlich steht auch die Vereinsstaffel auf dem Programm, um einen Einzel-Start über 200 Meter wird sie in der Halle einen Bogen machen. In der Halle sei ihre Motivation „nicht ganz so groß“, sagt Gina Lückenkemper. 2015 hatte sie sich unter dem Dach einen Muskelfaserriss zugezogen, „ich habe da einfach nicht nur gute Erfahrungen gesammelt“.

In Leipzig über die 60 Meter?

Also geht es in diesem Winter bevorzugt über die 60 Meter, und je nachdem, wie es in den nächsten Wochen läuft, will sie auch bei den Deutschen Hallen-Meisterschaften in Leipzig dort an den Start gehen. „Und natürlich mit der Vereinstaffel.“ Am Mittwoch, beim PSD Bank Meeting in der Landeshauptstadt, wird sie auch die kurze Strecke laufen. Natürlich will Uli Kunst die Erwartungen bewusst niedrig schrauben, „sie soll Spaß haben“, aber das allein ist es nicht. Denn im Nachsatz betont der Trainer sehr wohl, „Gina soll auch ein Resultat bringen“, es sei auch eine Überprüfung, „wir wollen schon sehen, wie stabil sie in ihren Leistungen ist“.

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Aber erst einmal ganz langsam und vorsichtig im Saison-Aufbau, das Jahr ist lang, und es gilt, nicht zu früh zuviel auszureizen. Der Terminkalender für 2017 ist ohnehin prall gefüllt. Im Frühjahr geht es wieder ins Trainingslager, natürlich will sie ihren deutschen Meistertitel über 200 Meter verteidigen, was sie bei der U23-Europameisterschaft im Sommer erreichen will, verrät sie nicht. Und dann kommt ja noch die Weltmeisterschaft in London. „Soweit wollen wir uns noch nicht festlegen“, sagt Uli Kunst. Aber es ist kein großes Geheimnis, dass es die deutschen Sprinterinnen gerade mit der Staffel gern krachen lassen möchten.

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