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Gocke-Entlassung: Brünninghausen muss zahlen

Fußball: Oberliga

Sportlich hat sich der Trainerwechsel beim FC Brünninghausen im April 2016 gelohnt: Nach dem Rauswurf von Alexander Gocke gewann der damalige Tabellendritte der Westfalenliga 2 alle verbleibenden sieben Spiele - und stieg letztlich als Meister in die Oberliga auf. Allerdings könnte dieser Erfolg teuer erkauft worden sein.

DORTMUND

, 25.01.2017 / Lesedauer: 3 min
Gocke-Entlassung: Brünninghausen muss zahlen

HSV-Trainer Alex Gocke (l.) hofft auf eine Leistungssteigerung seiner Mannschaft.

Wie nun bekannt wurde, haben Alexander Gocke und sein Co-Trainer Martin Ringwelski ihren Ex-Verein vor dem Arbeitsgericht Dortmund verklagt. Beide Seiten einigten sich auf einen Vergleich (AZ: 6CA2486/16), wie Brünninghauses Sportlicher Leiter Klaus-Dieter Friers auf Anfrage diser Redaktion bestätigte. Summen nannte der Funktionär nicht, erklärte aber: "Viele Amateurvereine in Dortmund hätte das in Nöte gebracht." Das gelte allerdings nicht für den FCB, wie Friers betonte.

In Schlagdistanz zum Relegationsplatz

Schon die Umstände der Entlassung von Alexander Gocke waren kurios: Als Tabellendritter lag der FCB in Schlagdistanz zum Relegationsplatz, hatte aber im März drei Niederlagen in Serie hinnehmen müssen. "Wir wollten zumindest den zweiten Platz und die Relegation noch erreichen. Dieses Ziel war gefährdet", wiederholte Friers im Gespächdie Begründung, mit der er bereits im Frühjahr 2016 die Entlassung gerechtfertigt hatte.

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Gocke hatte hingegen erklärt, der Verein habe den Aufstieg nicht als Ziel ausgegeben. Dazu passt, dass der FCB sieben Wochen vorher den Vertrag mit Gocke um ein weiteres Jahr verlängert hatte - mündlich. "Das war unser Problem", sagt Friers. "Wir haben nichts schriftlich festgehalten - und wir hätten ihm laut Gericht auch schriftlich kündigen müssen."

"Das hat mich persönlich getroffen"

Auf die sportlichen Gründe angesprochen, fügt er hinzu: "Einige Spieler hatten den Eindruck, dass der Trainer die Saison schon abgehakt hat." Nachdem Einzelgespräche der sportlichen Leitung ebenfalls keine Wirkung gezeigt hätten, habe sich der Vorstand zu diesem Schritt entschieden. "Das hat mich persönlich getroffen, weil ich mit Alexander Gocke befreundet war.“ Dennoch hält Friers die Entscheidung für richtig: "Wir sind direkt aufgestiegen."

Alexander Gocke fühlt sich durch die Gerichtsentscheidung bestätigt: "Ich hatte anderen Vereinen abgesagt, weil ich in Brünninghausen bleiben wollte. Und dann stand ich plötzlich ohne Verein da." Er will seinen Schritt vor Gericht allerdings nicht als Motivation für Nachahmer verstanden wissen: "Es geht mir einzig darum, dass Vereine und Trainer sich vernünftig zusammensetzen und eine Lösung finden. Das ist anderswo ja auch möglich."

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