Gocke nach der Achillessehnen-OP: „Mittwoch bin ich wieder auf dem Platz“

Fußball-Westfalenliga

Westfalia Wickedes Trainer Alexander Gocke hat sich am Sonntag die Achillessehne gerissen. Wir haben den 41-Jährigen kurz nach der OP am Montagnachmittag telefonisch im Aufwachraum erwischt.

Dortmund

, 08.07.2019 / Lesedauer: 3 min
Gocke nach der Achillessehnen-OP: „Mittwoch bin ich wieder auf dem Platz“

Alexander Gocke wurde mit dem Krankenwagen abtransportiert. © Stephan Schuetze

Zugezogen hat er sich die Verletzung in der Turnierpartie in Brackel gegen den SC Husen-Kurl. Nach vier Minuten. Ohne Fremdeinwirkung.

Wie geht es Ihnen nach der OP?

Die Narkose ist noch intus. Deshalb habe ich keine Schmerzen und es geht mir entsprechend gut.

Wo liegen Sie gerade?

Im Aufwachraum. Kein Problem, wir können reden. Gleich holt mich meine Frau hier ab. Ich lass das alles ambulant machen.

Wie schlecht war eigentlich Ihre Laune, nachdem Sie mitgeteilt bekamen, dass die Achillessehne gerissen ist?

Ultimativ schlecht. Es ging mir gleich durch den Kopf, dass mein Alltag komplett über den Haufen geworfen wird. Ich kann meiner Frau bei der Unterstützung der Kids nicht helfen, dass ich bei der Arbeit fehle, ist auch nicht so pralle. Und die Trainingsarbeit muss auch neu organisiert werden. Ich kann es überhaupt nicht haben, wenn ich anderen zur Last falle. Oh, der Doc kommt gerade. Ich ruf gleich zurück.

Zehn Minuten später…

Alex Gocke hier, da bin ich wieder. Der Arzt ist weg. Wo sind wir stehen geblieben?

Was hat der Arzt denn gerade gesagt?

Die Achillessehne ist wohl an der falschen Stelle gerissen, fast am Übergang zum Muskel. Schnelles mobilisieren wird da nicht möglich sein.

Warum standen Sie überhaupt am Sonntag als Trainer auf dem Platz?

Weil 14 Spieler gefehlt haben und ich die Mannschaft auffüllen musste. Ich bin ja kein Selbstdarsteller, der sich in meinem Alter aufstellt, um im Mittelpunkt zu stellen.

Hat Ihre Frau Sie gewarnt vor einem Einsatz?

Nein, ich bin ja noch ganz sportlich unterwegs und fit. Das Einzige, was im Alter fehlt, ist der Antritt. Den hatte ich aber auch in jungen Jahren schon nicht. Ich wollte am Sonntag ja auch kein Wettrennen machen. Das ist alles megadeprimierend.

Werden Sie Fußballschuhe jetzt in den Müll schmeißen?

Wer will, kann mir die Schuhe abkaufen. Größe 44. Nein, Scherz. Ich werde bestimmt wieder beim Training auf dem Platz stehen, aber bestimmt keine Spielformen mitmachen.

Wie lange werden Sie an Krücken gehen?

Ich bekomme ja einen Aircast-Schuh. Die nächsten Tage werde ich meinen Fuß hochhalten, aber lange zu Hause bleiben, das kann ich nicht, dass macht mich verrückt. Ich muss raus. Am Mittwoch werde ich wieder beim Training sein.

Wie regeln Sie in Wickede Ihren Ausfall?

Ich bin ja nicht auf den Kopf gefallen. Es ist ja der Fuß. Am Mittwoch steige ich wieder ein, bin für dir Übungssteuerung zuständig. Ich werde aber bestimmt nicht in bestimmten Situationen die Nummer anhalten und den Jungs zeigen, wie sie verschieben sollen. Zum Glück habe ich ja mit Daniel Frieg, Daniel Dukic und Rüdiger Panzer ein überragendes Trainerteam um mich herum.

Also wird das Team am ersten Spieltag bei 100 Prozent stehen?

Die Mannschaft hat jetzt sogar das Pech, dass ich mehr Zeit habe und noch akribischer arbeiten kann.

Wird ein Fahrdienst eingerichtet, der Sie immer zum Platz bringt?

Ich glaube, mein Spieler Christofer Tielker hat richtig Pech. Der wohnt nämlich fast nebenan. Der kann mich immer schön mitnehmen. Wir bauen vorher einen Taxameter bei ihm ein, damit wird vernünftig abrechnen können. Ich habe aber auch einen tollen Freundeskreis, der mich unterstützen wird.

Wie groß war denn die Anteilnahme, nachdem bekannt wurde, dass Sie sich verletzt hatten?

Wahnsinn. Ich wusste gar nicht, dass ich so viele Menschen kenne. Es haben sich so viele gemeldet. Menschen, von denen ich es gar nicht erwartet hätte. Es gab mehr als 150 Nachrichten.

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