Hallenstadtmeisterschaft: Ein Verein geht weiter gegen Ausschluss vor

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Drei Vereine wurden von der nächsten Hallenfußball-Stadtmeisterschaft ausgeschlossen. Nun wehrt sich ein Klub erneut und geht in zweiter Instanz gegen die Entscheidung vor.

Dortmund, Hörde, Wellinghofen

, 19.04.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Nachricht schlug ein wie eine Bombe: Drei Teams werden von der kommenden Hallenfußball-Stadtmeisterschaft ausgeschlossen. Es folgten Reaktionen und Erklärungen. Nun ist die Entscheidung des Kreisfußballausschusses vier Wochen her und trotzdem erhitzt sie weiterhin die Gemüter.

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Während der VfL Hörde und der FC Wellinghofen den Ausschluss akzeptierten, legte Türkspor Dortmund zeitnah Protest gegen das Urteil ein. In einer ersten Stellungnahme schilderte der Club damals: „Es ist von unseren Fans kein kollektives Fehlverhalten ausgegangen, sondern von einer einzelnen Person. Daher können wir auch nicht verstehen, dass wir kollektiv als Verein bestraft werden.“

Jürgen Grondziewski: „Wir haben uns dem Urteil angeschlossen“

Zur Ermittlung des Täters trug Türkspor bei, indem der Verein dem Fußballkreis Material vorlegte, auf denen der Schuldige erkennbar sein soll. Der Verein betonte häufig und in aller Deutlichkeit, dass der „Anhänger“ nicht zum Klub gehöre.

Nachdem der Kreisfußballausschuss in erster Instanz die Entscheidung des Ausschlusses gefällt hatte, ging nach dem Protest von Türkspor der Fall zum Kreisvorstand über. „Wir haben geprüft, ob bei der Entscheidung und Begründung des Kreisfußballausschusses alles richtig gelaufen ist und haben uns dann dem Urteil angeschlossen“, erklärt Jürgen Grondziewski, Kreisvorsitzender des Fußballkreises Dortmund.

Darauffolgend veröffentlichte Türkspor Dortmund ein Statement auf Facebook. Dort heißt es unter anderem: „Obwohl wir zurecht Einspruch eingelegt haben, wurde es abgelehnt. Wir können es nicht nachvollziehen, wenn wir uns die Begründung anhören. Einer läuft auf den Platz, wir beweisen, dass diese Person nicht zu uns gehört, trotzdem reicht es nicht aus.“

Türkspor legt Rechtsmittel ein

Nun entschied sich der Verein erneut gegen die Entscheidung vorzugehen. „Es wurden nochmal Rechtsmittel eingelegt. Nun geht der Fall vor das Sportgericht. Aktuell sprechen wir daher von einem schwebenden Verfahren“, erklärt Grondziewski. Damit bleibt weiter offen, ob das Urteil des Ausschluss bestehen bleibt.

Türkspor-Trainer Reza Hassani sieht vor allem zwei knifflige Punkte bei der Entscheidung. „Unseren Spielern wird eine Teilnahme bei einem tollen sportlichen Event genommen, nur weil ein Einzeltäter sich daneben benimmt. Das ist für mich nicht akzeptabel. Aus meiner Sicht kann man uns mit einer höheren Geldstrafe belegen, aber ein Ausschluss ist falsch.“

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Zudem stellt sich für den Coach die Frage, wie man in Zukunft solchen Fällen vorbeugen kann. Braucht es mehr Ordner? Wer ist für die Zuschauer verantwortlich? Der Veranstalter oder der Verein, bei dem die Fans sitzen? „Vielleicht brauchen wir auch schon mehr Ordner für die Vor- und Zwischenrunde. Aber Fakt ist, dass man schwer kontrollieren kann, wer wo hingehört.“

Andere Meinungen eingeholt

Hassani sprach außerdem mit anderen Trainern, wie diese die Entscheidung bewerten. „Viele haben unsere Lage und Situation verstanden und konnten unsere Bedenken nachvollziehen. Einige waren der Meinung, dass man die Geldstrafe anheben könnte, aber ein Ausschluss war für viele zu hart.“

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Nun steht die Entscheidung des Sportgerichts an. Schließt sich diese Instanz den Meinungen und Bewertungen der beiden vorigen Urteile an? Fakt ist, dass von dieser Entscheidung eine große Tragweite abhängt. Denn: Wenn angebliche „Anhänger“ einem Verein schaden wollen, können sie sich perspektivisch immer in deren Fanblock setzen, um dann negativ aufzufallen. Wird dann zukünftig stets der jeweilige Club bestraft?

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