Hans-Hugo Miebach gewinnt mit Serienholde das Stutenderby

Reitsport: Galopp

Die aktuell beste deutsche Stute steht im Besitz des Dortmunders Hans-Hugo Miebach (82). Die dreijährige Serienholde gewann am Sonntag das mit 500.000 Euro dotierte Stutenderby der Galopper in Düsseldorf. Thomas Schulzke sprach mit dem Besitzer des Gestüt Wittekindshof und Ehrenpräsidenten des Dortmunder Rennvereins über den Sieg, den Großen Preis von Baden und zwei mögliche Championate.

Dortmund

, 10.08.2016, 09:27 Uhr / Lesedauer: 2 min
Serienholde galoppierte mit Eduardo Pedroza im Sattel (2.v.l.) zum Sieg im Preis der Diana. Serienholdes Dortmunder Besitzer Hans-Hugo Miebach spricht im Interview über den Triumph und die Perspektiven für die Stute.

Serienholde galoppierte mit Eduardo Pedroza im Sattel (2.v.l.) zum Sieg im Preis der Diana. Serienholdes Dortmunder Besitzer Hans-Hugo Miebach spricht im Interview über den Triumph und die Perspektiven für die Stute.

Glückwunsch Herr Miebach, wie haben Sie am Sonntag den Sieg von Serienholde miterlebt? Das war ja ein spannendes Rennen. Ich hatte ja gleich drei Pferde aus meinem Besitz dabei. Da weiß man ja nie, wer am Ende vorne mitmischt. Vor dem Rennen habe ich zu meiner Frau gesagt, dass die englische Stute im Feld nicht zu schlagen sei. Wir haben es trotzdem geschafft. Das ist nicht nur ein toller Erfolg für mein Gestüt, sondern auch für die deutsche Zucht.

Auf dem Weg zum Stutenderby hat Serienholde eine leichte Route gewählt, mit zwei eher kleineren Rennen. War das Ihr Plan? Das war nicht mein persönlicher Plan. Serienholdes Trainer Andreas Wöhler hat das sehr stark gesteuert. Er hat das Pferd bisher im Training mit Samthandschuhen angepackt, weil es sehr nervös ist. Auf der Rennbahn ist Serienholde dann aber abgezockt.

Serienholde hat Sonntag Architecture hinter sich gelassen. Immerhin die Zweite im englischen Stutenderby. Wird der Erfolg Ihrer Stute dadurch noch einmal aufgewertet? Natürlich. Wir verkaufen ja viele Pferde ins Ausland. Wenn man dann solch einen starken Gast schlägt, erwirkt man natürlich Aufmerksamkeit auch außerhalb von Deutschland. Und das ist für ein Verkaufsgestüt sehr wichtig.

Sie hatten schon tolle Pferde in ihrem Besitz, zum Beispiel die elffache Gruppesiegerin Elle Danzig. Wo ordnen Sie Serienholde ein? Elle Danzig gehörte zu den absoluten Superstars der europäischen Stutenszene. Es ist jetzt noch nicht abzusehen, wie Serienholde sich weiterentwickeln wird.

Ist der Große Preis von Baden, der wichtigste deutsche Vergleich zwischen dreijährigen und älteren Pferden, jetzt das große Ziel? Ich weiß es auch nicht, ob wir dahingehen. Aber realistisch ist es. Andreas Wöhler hat die Idee dazu gehabt und Serienholde genannt. Er hat ja gute Möglichkeiten, Vergleiche zu ziehen. Er hat einige potenzielle Starter für den Großen Preis von Baden in seinem Stall.

Bei den Buchmachern wird Serienholde als vierter Favorit für den Preis von Baden angesehen. Hat Sie die Klasse, um gegen die älteren Pferde und Hengste zu bestehen? Das werden wir dann sehen. Man muss auch mal etwas riskieren und mal verlieren können.

Andreas Wöhler hat mit Isfahan auch das Derby in Hamburg gewonnen. Lange Zeit war Ihr Hengst Swinging Duke der Favorit. Der verstarb leider im Mai. Hätte er Siegchancen gehabt? Das war ein richtiges Rennpferd. Aber so ist es halt im Rennsport. Da hat man dann auch mal Pech. Am Sonntag hatten wir dann wieder das Glück auf unserer Seite.

Von Ihnen gezüchtete Pferde haben zuletzt auch in Hongkong, England und der Slowakei aufgetrumpft. Wie stufen Sie die aktuelle Saison ein? Das ist wirklich eine sehr schöne Saison, die macht richtig Spaß. Toll war der Sieg von Pakistan Star in Hongkong mitanzuschauen. Das Pferd lag nach dem Start gleich 30 oder 40 Längen hinter dem Feld und hat trotzdem noch gewonnen.

In der deutschen Besitzerstatistik liegen sie mit einer Gewinnsumme von 416 000 Euro auf Platz zwei. Ihre Pferde gewinnen im Schnitt bei jedem dritten Start. Bei den Züchtern rangieren sie mit einer Gewinnsumme von 460 000 Euro sogar auf Rang eins. Wie viele Championate schnappen Sie sich am Ende der Saison? Zwei Mal haben wir ja schon das deutsche Züchterchampionat gewonnen. Wenn es jetzt noch einmal klappt, wäre das schön.

Und was ist mit dem Besitzerchampionat? Wissen Sie, wir sind ein Verkaufgestüt mir rund 25 Mutterstuten, haben gar nicht viele aktive Rennpferde im Besitz, deshalb schaue ich eher auf das Züchterchampionat.

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