Hitze in Essen: Kann der BVB II den Tempofußball seines neuen Trainers heute durchziehen?

Fußball-Regionalliga

Mehr Topspiel am ersten Spieltag geht nicht. Der BVB II tritt vor großer Kulisse bei Rot-Weiss Essen an. Ob der Power-Fußball vom neuen Trainer Mike Tullberg auch bei Hitze funktioniert?

Dortmund

, 26.07.2019 / Lesedauer: 3 min
Hitze in Essen: Kann der BVB II den Tempofußball seines neuen Trainers heute durchziehen?

Die BVB-Offensive um (v.r.) Taylan Duman, Jo Boyamba, Chris Führich und Steffen Tigges startet in Essen in die Saison. © Bielefeld

BVB-II-Manager Ingo Preuß weiß natürlich wie der Hase läuft. Auf Prognosen von Experten oder solchen, die sich so nennen, gibt er nichts: „In der Vorbereitung ist immer alles rosarot“, sagt der 60-Jährige – und meint dabei zwar vor allem die Artikel, die vor der Saison über Profifußball-Teams erscheinen, aber natürlich auch ein bisschen sein eigenes Team.

Verfolgerrolle wird dem BVB zugetraut

Denn die U23 von Borussia Dortmund gehört – wenn man die Trainer der Liga fragt – zwar nicht zu den Top-Favoriten, aber eine Verfolgerrolle wird ihr durchaus zugetraut. Die Testspiele – und hier vor allem der letzte 2:0-Erfolg gegen die U23 des PSV Eindhoven – zeigen in eine entsprechende Richtung, aber Preuß lässt sich davon nicht beirren: „Es scheint sich etwas zu entwickeln, aber wir haben noch keine Punkte“, sagt er.

Dafür ist die Mannschaft ab sofort zuständig. Trainer Mike Tullberg hat ihr eine offensivere DNA eingesetzt, die den qualitativ hochwertigen Neuzugängen um den Dänen Magnus Kaastrup, den Ex-Kölner Chris Führich oder den Ex-Osnabrücker Steffen Tigges entgegen kommen sollte.

Spielt die Hitze eine Rolle?

Allerdings wird die Hitze beim Duell mit Rot-Weiss Essen im mit Sicherheit sehr gut besuchten Stadion möglicherweise eine Rolle spielen. 35 Grad sind für den Abend angesagt (19.30 Uhr, Hafenstraße 97A, 45356 Essen) – für BVB-Coach Mike Tullberg ist das allerdings kein Problem: „Wir werden unsere Spielweise nicht ändern“, sagt der Trainer selbstbewusst.

Und da Essen unter dem neuen Coach Christian Titz mit einem ähnlich offensiven Ballbesitz-Ansatz in die Saison geht, prallen da gleich mal zwei Teams aufeinander, die wirklich Fußball spielen wollen: „Ich glaube, sie werden vor der großen Kulisse von Anfang an Vollgas geben“, sagt Tullberg, der natürlich die Vor- aber auch die Nachteile dieser Spielweise kennt: „So wie sie es mit breiten Innenverteidiger spielen, ist es natürlich auch ein Risiko“, sagt Tullberg.

Kommen Profis runter?

Entsprechend hat er seiner jungen Mannschaft „Mut zugesprochen“, die sich bietenden Kontermöglichkeiten zu nutzen. Sein Team ist im Schnitt 21 Jahre alt, ob er sich im Laufe des Tages noch erhöht, „ist noch nicht zu 100 Prozent sicher.“

Gemeint sind mögliche Spieler aus dem Profi-Kader, die nicht mit der Mannschaft von Lucien Favre ins Trainingslager nach Bad Ragaz fahren dürfen oder sollen. Ein möglicher Kandidat wäre zum Beispiel Shinji Kagawa, der unbedingt noch von der Gehaltsliste soll und an den sich die Essener noch sehr gut erinnern können. Beim 5:0-Erfolg im Hinspiel der vergangenen Saison war der Japaner zusammen mit Alex Isak und Sebastian Rode der entscheidende Mann. Die Aufregung darüber schwappte bis ins Ausland: „Daran kann ich mich sogar erinnern, obwohl ich da noch in Dänemark war“, sagt Tullberg.

„Ohne Profis bestehen“

Die Diskussion will er nicht erneut führen – und ist auch darauf eingestellt, dass keiner von oben runterkommt: „Wir müssen beweisen, dass wir auch ohne Profi-Unterstützung in dieser Liga bestehen können. Und ich konzentriere mich auf die, die da sind. Jeder, der dabei ist, hat es sich verdient.“

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