Hombrucher SV-Trainer hält große Stücke auf ein Talent: Traue ihm zu, höher zu spielen

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Der Hombrucher SV erreichte bei den Hallenstadtmeisterschaften das Finale. Das war vor allem der Verdienst eines Mannes, dem auch der Sprung in höhere Ligen zuzutrauen ist.

Dortmund

, 03.03.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Aus der Talentschmiede des Hombrucher SV sind schon einige Kicker hervorgegangen, die später in der Westfalenliga oder Oberliga spielten. Auch im aktuellen Kader der Landesliga-Mannschaft befinden sich einige Spieler, denen durchaus der Sprung in höhere Ligen zugetraut werden.

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Einer von diesen ist Torhüter Jan Hennig. Der 22-Jährige ist ein „HSV-Urgestein“, wie Trainer Alexander Enke ihn nennt. Der Keeper spielt seit der D-Jugend für den Klub aus dem Dortmunder Süden und fühlt sich dort sehr wohl. „Seit einigen Jahren spiele ich schon mit sechs, sieben Mitspielern zusammen, mit denen ich damals aus der Jugend in den Seniorenbereich kam“, erzählt Hennig, der in dieser Saison 19 von 20 möglichen Spielen absolviert hat.

Alexander Enke: „Jan ist für einen Torhüter fußballerisch super“

Beim 3:3-Remis gegen den SV Horst-Emscher überzeugte der Keeper mit seinen lauten Ansagen als Sprachrohr der Defensive und seinen präzisen Pässen auf die Außenverteidiger. „Jan ist für einen Torhüter fußballerisch super. Es ist ein Vorteil für uns, wenn wir mit seinen genauen Zuspielen die erste Angriffsreihe des Gegners überspielen können“, sagt Trainer Enke.

Jan Hennig war ein Garant dafür, dass der Hombrucher SV bis ins Finale der Hallenstadtmeisterschaft kam.

Jan Hennig war ein Garant dafür, dass der Hombrucher SV bis ins Finale der Hallenstadtmeisterschaft kam. © Schaper

Die langen Zuspiele übt Hennig oft im Training. „In der Jugend kam ich aus dem Strafraum heraus gerade einmal 15 Meter weit. Das ist deutlich besser geworden. Gerade wenn der Gegner aggressiv presst, können wir mit meinen Pässen Angriffe über die Außen starten.“

Hombrucher SV Keeper Jan Hennig im Stil von Manuel Neuer

Der 22-Jährige, der im Training und in der Soccerworld auch gerne mal im Feld spielt, weist zudem eine weitere Besonderheit auf: Er steht meist weit außerhalb seines Tores. Wie man es von Manuel Neuer kennt, agiert Hennig fast schon als eine Art Libero.

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„Für mich gehört das zum modernen Stil des Torhüters. Je mehr Spiele ich gemacht habe, desto sicherer bin ich geworden“, findet der Keeper, der sich davon erhofft, lange Bälle, die hinter die Kette kommen, abzulaufen und damit Konter zu unterbinden.

Einmal ging die Sache jedoch schief: Im Spiel gegen den Kirchhörder SC, das der HSV mit 0:3 verlor, stand Hennig zu weit vor seinem Tor und wurde von einem Fernschuss überrascht. „Das kann passieren. Wir haben das einkalkuliert“, meinte Trainer Enke zu diesem Gegentor.

Steigerungspotenzial hat Jan Hennig noch bei Flanken

Auch sein Trainer lobt diese Eigenschaft: „Ich war ja früher selbst Abwehrspieler. Und da fand ich das super, dass ich mich auf einen Torhüter verlassen konnte, der weit draußen steht. Gerade im Zusammenhang mit der Abwehr kann sich hier eine Routine entwickeln.“

Jan Hennig stand bisher in 19 von 20 Spielen im Tor der Hombrucher SV.

Jan Hennig stand bisher in 19 von 20 Spielen im Tor der Hombrucher SV. © Nils Foltynowicz

Seine eigenen Stärken sieht Hennig bei den Reflexen auf der Linie. Die seien doch ganz akzeptabel, sagt er mit einem Schmunzeln. Steigerungspotential sieht er dagegen noch bei Flanken und Bällen aus dem Halbfeld. „Wann gehe ich raus, um den Ball abzufangen und wann nicht. Darin sehe ich eine große Schwierigkeit.“

Enke kann sich nicht nur wegen der Stärken des Torhüters vorstellen, dass Hennig auch mal in der Westfalen- oder in der Oberliga den Schüssen hinterherhechten könne. „Klar traue ich ihm auch etwas Höheres zu. Bei Torhütern ist es nur manchmal schwierig, weil es so wenige freie Plätze gibt. Und die Frage ist, wer sich freiwillig bei einem höherklassigen Verein als Nummer zwei auf die Bank setzt.“

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Hennig selbst meint: „Wenn es passt, kann ich mir auch vorstellen, mal höher zu spielen. Aber die Frage ist, ob das mit meinem Beruf als Polizist zu vereinbaren ist.“ Momentan befindet sich der 22-Jährige noch in der Ausbildung. Da das viel Zeit kostet, ist er dankbar, dass man beim HSV Verständnis für seine berufliche Lage hat.

Bereits für kommende Saison beim Hombrucher SV unterschrieben

„Für das Trainerteam war es auch okay, wenn ich einige Zeit mal nur einmal die Woche zum Training gekommen bin.“ Das gute Verhältnis zu den HSV-Verantwortlichen und die eingespielte Landesliga-Mannschaft waren wohl die Hauptgründe, dass Hennig bereits für die kommende Saison unterschrieben hat.

„Jan ist seit zwei Jahren unsere unangefochtene Nummer eins und ein wichtiger Baustein für uns. Ich freue mich, dass er hier bleibt“, sagt Enke. Und Hennig meint selbst: „Ich bleibe gerne noch länger beim HSV, wenn es weiter so gut passt.“

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