Im ersten Fußballverband stimmen die Vereine für eine Annullierung all seiner Ligen

Amateurfußball

Schon seit Ende Oktober steht der Trainings- und Spielbetrieb der Amateurfußballer bundesweit still. Wann es weitergeht ist unklar. Der erste Fußballverband steht kurz vor dem Abbruch aller Ligen.

Westfalen

, 24.01.2021, 18:00 Uhr / Lesedauer: 3 min
Der erste Fußballverband steht kurz vor einem Abbruch der Saison.

Der erste Fußballverband steht kurz vor einem Abbruch der Saison. © Volker Engel

Fast drei Monate sind vergangen, seitdem die Amateurfußballer das letzte Mal auf dem Sportplatz gestanden haben. Seit Ende Oktober rollt kein Ball mehr über die Plätze. Trainings- und Spielbetrieb stehen völlig still - und werden dies auch noch bis mindestens Mitte Februar. Der aktuelle Lockdown endet frühestens am 15. Februar. Der erste Fußballverband hat nun eine Entscheidung getroffen.

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Wann geht es weiter? Wie geht es weiter? Und wann kehrt endlich die Normalität zurück? Viele offene Fragen, kaum Antworten. Corona legt den Spielbetrieb weiter lahm, die Saisonplanungen der Verbände werden komplizierter, die Lösungen immer überschaubarer. Der Hamburger Fußballverband (HFV) geht jedoch schon seit Jahresanfang in die Offensive und hat seinen Vorschlag nun mit seinen Vereinen abgestimmt.

Hamburger Fußballverband setzte Deadline

Moment, welcher Vorschlag? Bereits am 8. Januar hat der HFV einen Brief veröffentlicht, in dem er seine Vereine darüber aufgeklärt hat, dass er einen Saisonabbruch plane. Ziel des HFV sei es zwar, zumindest eine Hinrunde spielen zu lassen, die zur Wertung über Auf- und Abstieg entscheiden würde. Voraussetzung dafür sei es aber auch, dass die Vereine dann spätestens am 27./28. Februar den Re-Start angehen müssten. „Weitere Voraussetzung für dieses Startwochenende ist eine mindestens 14-tätige Trainingsmöglichkeit in Mannschaftsstärke“, so der Verband am 8. Januar auf seiner Homepage.

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Zwei Wochen später, also für den 22. Januar, hatte der Verband angekündigt, erneut eine Videokonferenz abzuhalten - dieses Mal dann noch mit seinen Vereinen. Und genau das ist am Freitag geschehen. Der Verband diskutierte mit den Vereinen über den Vorschlag aus dem offenen Brief und ließ die Vereine schließlich abstimmen. 98 Vereine des HFV hatten sich angemeldet, teilt der Verband auf seiner Homepage mit.

Abstimmung gibt ein recht deutliches Bild

Zu besprechen gab es eine Menge. Wird Saison verlängert? Wird sie abgebrochen? Wie wird gewertet? Kommt sogar eine Annullierung infrage? die Vereine und die Verbands-Funktionäre tauschten sich am Freitag intensiv aus. Am Ende gab es dann aber doch ein recht einheitliches Bild.

„Die überwiegende Zahl der Wortmeldungen gaben Zustimmung für den vom HFV vorgeschlagenen Weg, die Saison aufgrund der aktuellen Verfügungslage, die eine Nutzung der Plätze und Trainingsmöglichkeiten bis zum 14. Februar untersagt, und dem engen Zeitplan abzubrechen. Auf- und Abstiege würden dann nicht stattfinden. Der Neustart des Spielbetriebs würde mit der Staffeleinteilung aus dem Sommer letzten Jahres erfolgen“, heißt es auf der Homepage des HFV.

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Am Ende der Wortbeiträge wurde ein Meinungsbild der teilnehmenden Vereine eingeholt. Dabei stimmten 76 für den Vorschlag des HFV und 17 dagegen. Fünf Klubs enthielten sich. Das Meinungsbild ist daher ganz klar pro Annullierung und pro Abbruch. Für den Falls des Abbruchs hat der Verein aber auch schon eine Idee parat.

Freundschaftsspiele als Übergang?

„Für den Fall, dass die Saison nicht gewertet wird, aber die Verfügungen der Behörden eine Nutzung der Plätze für den Trainings- und Spielbetrieb doch vor Ende Juni 2021 ermöglichen sollten, hat der HFV eine Alternative entwickelt“, schreibt der Verband. Dabei handele es sich um einen organisierten Freundschaftsspielbetrieb auf freiwilliger Basis. Das weitere Vorgehen werde das HFV-Präsidium in seiner Sitzung am 4. Februar besprechen.

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Hamburg hat sich also so gut wie entschieden. Aber was macht der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen, zudem die heimischen Klubs zählen?

Konkrete Pläne gäbe es weiterhin noch nicht. Auch die FLVW-Verantwortlichen um ihren Vizepräsident Amateurfußball, Manfred Schnieders, hoffen, dass die Corona-Fallzahlen weiter sinken.

Was macht der FLVW?

Der FLVW plant (noch), zumindest die Hinrunde zu Ende zu spielen, um die Spielzeiten in Westfalen werten zu können. Im Falle mehrerer Ligen wird dies aber auch immer schwieriger. Es drohen viele Englische Wochen mit einer hohen Belastung der Spieler. Das hängt auch damit zusammen, dass der FLVW auch seinen Westfalenpokal noch zu Ende spielen lassen möchte. Was mittlerweile allerdings schon so gut wie klar ist: Eine komplette Saison wird in dieser Zeit höchstwahrscheinlich in keiner Fußball-Senioren-Liga mehr gespielt.

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