Im Olympiastadion: BVB-U23 trifft auf Titelaspiranten und den Entdecker von Mario Götze

Borussia Dortmund

Die U23 von Borussia Dortmund steht vor ihrem nächsten schwierigen Auswärtsspiel. Der BVB ist zu Gast bei Türkgücü München und bekommt es auch mit dem Entdecker von Mario Götze zu tun.

Dortmund

, 26.09.2021, 08:49 Uhr / Lesedauer: 3 min
Die BVB-U23 ist an diesem Wochenende bei Türkgücü München zu Gast.

Die BVB-U23 ist an diesem Wochenende bei Türkgücü München zu Gast. © Thomas Bielefeld

Für Drittliga-Aufsteiger Borussia Dortmund II geht es an diesem Spieltag an einen - aus BVB-Vereinssicht - ganz speziellen Ort. Mit dem Fußballstadion, in dem die U23 am Sonntag um die nächsten Drittliga-Punkte kämpft, verbindet den Klub der vielleicht erfolgreichste Moment der Vereinshistorie. BVB-U23-Coach Enrico Maaßen und seine Mannen reisen in den Süden der Republik - zu Türkgücü München und kicken am Sonntag im Münchner Olympiastadion. Dort gewann der BVB 1997 gegen Juventus Turin die Champions League.

Die großen Zeiten der Champions-League-Krimis oder der Meisterfeiern des FC Bayern München sind im Olympiastadion am Spiridon-Louis-Ring allerdings vorbei. Mittlerweile kickt mit Türkgücü München ein Drittligist im ehemaligen Stadion von 1860 München und des FC Bayern. Das soll allerdings nicht die Historie dieser Spielstätte schmälern. In der Vergangenheit schlugen auch die Profis von Borussia Dortmund dort packende Schlachten und besiegten am 28. Mai 1997 nach Toren von Karl-Heinz Riedle und Lars Ricken Juventus Turin mit 3:1 im Champions-League-Finale.

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Am Sonntag um 13 Uhr kämpft dort nun die U23 der Borussia um Punkte - und hofft ebenfalls auf einen erfolgreichen Spielausgang. Dass der BVB schwierige Auswärtsspiele erfolgreich bestreiten kann, hat er unlängst am Montag beim 1:0-Erfolg beim SV Wehen Wiesbaden bewiesen. Mit 1:0 gewann die Maaßen-Elf, am Ende etwas glücklich, aber insgesamt verdient.

Mit den ersten neun absolvierten Partien der Saison ist Trainer Enrico Maaßen ebenfalls nicht unzufrieden. Der BVB steht mit 17 Punkten auf Rang vier, hält Kontakt zur Spitze. „Die Jungs machen es bislang gut. Wir wollen mutigen, intensiven und erfolgreichen Fußball spielen und die Liga bereichern. Wenn man die bisherigen Gegner sieht, gegen die wir gespielt haben, haben die Jungs das super gemacht.“, sagt Maaßen.

Jetzt erwartet den BVB zwar ein Gegner, der hinter ihm in der Tabelle platziert ist, allerdings ganz andere Ansprüche halt. Es ist bekannt, dass Türkgücü München gerne in die 2. Bundesliga aufsteigen würde. Dafür hat der Klub nach dem mauen Saisonstart und der Entlassung von Petr Ruman nach neun Spieltagen nun einen neuen Trainer verpflichtet. Und der ist beim BVB bestens bekannt: Peter Hyballa.

Von 2007 bis 2010 coachte Hyballa die U19 des BVB, feierte einige Erfolge, darunter den Gewinn des Westfalenpokals, die Westdeutsche Meisterschaft und die Deutsche Vize-Meisterschaft 2009. Der 45-Jährige gilt zudem als Entdecker und Förderer von WM-Held Mario Götze, den er während dieser Zeit trainiert hat.

Peter Hyballa soll Türkgücü nun nach Möglichkeit dabei helfen, ganz oben in der 3. Liga anzuklopfen. Im BILD-Interview sprach der ehemalige Dortmunder über seine Ziele mit dem ambitionierten Klub aus dem Süden: „Oben mitspielen. Aber klar: wir wollen jedes Spiel gewinnen, das ist überall so. Mein Vertrag läuft bis Ende der Saison und dann schauen wir mal. Es gibt immer nur zwei Möglichkeiten: entweder es geht gut oder schief.“

Enrico Maaßen, der als akribischer Taktiker gilt, kommt es bei seiner Spielvorbereitung und Gegneranalyse nicht so gelegen, dass Türkgücü nun ausgerechnet vor dem Spiel gegen den BVB den Trainer ausgetauscht hat.

„Für uns ist der Trainerwechsel nicht ganz angenehm, weil wir nicht genau wissen, was der Trainer verändern wird. Wir müssen aber so selbstbewusst sein, noch mehr auf uns zu schauen“, sagt Maaßen und ergänzt: „Wir wissen, dass Türkgücü eine Mannschaft mit hoher individueller Qualität hat. Sie haben erfahrene Spieler, die schon in der 1. und 2. Liga gespielt haben. Der Klub hat große Ambitionen und möchte um den Aufstieg mitspielen.“

Mit welcher Kaderstärke Maaßen und sein Trainerstab nach München fahren werden, ist noch nicht final geklärt. Tobias Raschl, der zuletzt über Leistenprobleme klagte, gegen Wiesbaden aber durchhielt, sei noch nicht beschwerdefrei, aber zumindest auf dem Weg der Besserung. Der Mittelfeldstratege habe dosiert trainieren müssen. Ein Einsatz ist aber wohl nicht unwahrscheinlich.

Deutlich größere Fragezeichen stehen noch hinter den Einsätzen von Torwart Luca Unbehaun und Verteidiger Kolbein Finnsson. „Kolbein Finnsson ist angeschlagen. Wir wissen aktuell noch nicht, wie es für ihn am Sonntag ausschauen wird. Luca Unbehaun hat trainiert. Hinter beiden Einsätzen steht aber noch ein Fragezeichen.“, sagt Maaßen. Ansonsten seien die Spieler einsatzbereit, die schon am Montag gekickt und drei Punkte aus Wiesbaden mitgenommen haben.

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