Immer weniger aktive Mitglieder - Negativtrend stoppen

Handball

Der letzte Anstieg der gesamten Mitgliederzahl im Dortmunder Handball liegt acht Jahre zurück. Nach dem WM-Titel der Herren 2007 in Deutschland schnellte die Zahl von 6677 auf 7346 hoch. Seitdem geht es bergab. Von Jahr zu Jahr. Nach dem Triumph der Herren bei der EM in Polen erhofft sich Kreisvorsitzender Wolfgang Sommer jetzt wieder einen Anstieg.

DORTMUND

, 06.02.2016, 19:31 Uhr / Lesedauer: 2 min
Immer weniger aktive Mitglieder - Negativtrend stoppen

Borussia Dortmunds A-Jugend bejubelt die Qualifikation zur Bundesliga-Runde. Eine hochklassige Plattform kann nur der BVB als Bundesligist seinem Nachwuchs bieten. Ansonsten mangelt es in der Stadt an Alternativen.

„Wir müssen die positive Stimmung unbedingt mitnehmen“, sagt er. Er empfiehlt den Klubs, zeitnah einen Tag der offenen Tür anzubieten. „Die Vereine müssen sich der Öffentlichkeit zeigen“, sagt Sommer. Der Kreis plant im April zudem ein Turnier für Grundschulen, bei dem Zweitklässler antreten.

Nachwuchs ist dringend notwendig. Von den 32 Vereinen in Dortmund bieten 20 Jugendhandball an. Bei nur 15 davon gibt es Angebote für die ganz kleinen Talente. Die Nachwuchssorgen führt Sommer nicht nur auf die Ganztagsschulen zurück. Er nennt die übermächtige Konkurrenz Fußball als weiteren Grund, auch die Problematik, dass sich immer weniger Menschen im Ehrenamt engagieren.

Kooperation mit Schulen

Der Kreis pflegt zwar Kooperationen mit Dortmunder Schulen. Trotzdem kommt es dort nicht vermehrt zu Handball. „Es findet sich halt niemand in den Vereinen, der an die Schulen geht und dort zum Beispiel eine Handball-AG anbietet“, sagt Sommer.

Eine positive Ausnahme ist der OSC Dortmund. Beim Klub leistet ein Heranwachsender seinen Bundesfreiwilligendienst ab und geht in die Schulen. Vorzeigeklub in Sachen Jugendarbeit ist aber der DJK Oespel-Kley (siehe Extra-Geschichte). Im Mädchenbereich leistet auch Borussia Dortmund überragende Arbeit, genauso im Frauenbereich. „Das ist ja auch der einzige Handball-Klub in Dortmund mit professionellen Strukturen“, so Sommer.

Sponsoren fehlen

Vor allem bei den Jungen und Männern hakt es in der Stadt. Der OSC Dortmund spielt als Verbandsligist am höchsten. Anfang der 1990er Jahre gab es noch Bundesliga-Handball in Dortmund. Es fehlen laut Sommer aktuell einfach die Sponsoren, um wieder mehr als ambitionierten Breitensport bei den Herren anzubieten. „Um in der Oberliga oder der dritten Liga anzutreten, benötigt ein Klub rund 100 000 Euro.“

Ist es bei den Mädchen aufgrund des Bundesligisten Borussia Dortmund kein Problem, die herausragenden Talente in der Stadt zu halten, so sieht das bei den Jungen anders aus. Die Hochbegabten verlassen spätestens im A-Juniorenbereich die Stadt und schließen sich Klubs an, deren Seniorenteams zumindest in der dritten oder zweiten Liga spielen.

„Würden wir ein Team aus Dortmundern bilden, die aktuell in der zweiten oder dritten Liga spielen, dann hätten wir hier ein sehr gutes Drittliga-Team“, sagt Sommer. 

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