Jagd auf einen Europa League-Platz weckt BVB-Aktionärsphantasien

Borussia Dortmund

DORTMUND Unter dem Begriff „Directors’ Dealings“ bezeichnet man gemeinhin Wertpapiergeschäfte von Mitgliedern des Managements einer börsennotierten Aktiengesellschaft oder Personen, die dieser sehr nahe stehen. Im Fall der Dortmunder Borussia kam es am 12. März binnen weniger Minuten gleich zu zwei Geschäften dieser Art.

von Von Sascha Fligge

, 19.03.2010, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Dortmunder Erfolgsgeschichte: Die Europa League-Jagd rückt den BVB wieder ins Visier der Aktien-Zocker.

Dortmunder Erfolgsgeschichte: Die Europa League-Jagd rückt den BVB wieder ins Visier der Aktien-Zocker.

Der US-Investmentbank Morgan Stanley, die zum Jahreswechsel mehr als 14 Prozent aller Anteilsscheine in ihrem Portfolio lagerte, sagt man nämlich nach, dass sie in den vergangenen Monaten stapelweise BVB-Aktien verkauft hat und sich von oben der Zehn-Prozent-Marke annähert. Würde diese unterschritten, müssten die Amerikaner sich outen. Noch ist das aber nicht geschehen. Dortmunds KGaA-Boss Hans Joachim Watzke quittiert Geskes Zukäufe jedenfalls mit großer Zufriedenheit. „Er war schon immer ein hundertprozentiger Borusse“, sagte Watzke am Donnerstag im Gespräch und merkte an: „Herr Geske hat offenbar großes Vertrauen in uns.“ 

Womöglich glaubt Geske – im Gegensatz zu den BVB-Aktionären der ersten Stunde, die Schiffbruch erlitten und mehr als 90 Prozent ihres Investments verloren – aber auch an eine kleine Erfolgsgeschichte des Wertpapiers. Auf niedrigem Niveau befindet es sich schließlich seit Monaten inmitten eines zarten Aufwinds. Seit dem 4:1-Sieg in Bochum vom vergangenen Wochenende hat die BVB-Aktie erneut um mehr als fünf Prozent zugelegt. Ein möglicher Grund: Anleger-Hoffnungen auf eine lukrative Europa League-Teilnahme der Borussia, die als Tabellenvierter am Samstag (Anstoß: 18.30 Uhr) den Dritten Bayer Leverkusen empfängt. Ein Sieg würde den Kurs womöglich weiter in die Höhe treiben – allerdings weiß Trainer Jürgen Klopp noch nicht, mit welchem Personal er denn versuchen darf, diesen auch einzufahren.

Wenigstens um den Kapitän muss sich in Dortmund niemand mehr Gedanken machen. Kurz nachdem Klopp erklärt hatte, Sebastian Kehl habe eine Blessur am Fuß, gab der Vizeweltmeister von 2002 auch schon Entwarnung. „Ein Torschusstraining“, so Kehl, der seine Verletzung nicht näher definieren wollte, „würde ich heute zwar nicht mitmachen, „aber am Samstag gegen Leverkusen kann ich definitiv spielen – keine Frage!“ Fragezeichen gibt es in Dortmund ja auch genug vor dem 60. Ligaduell mit der Werkself, die während der ersten 24 Saison-Spieltage keine einzige Niederlage kassiert hatte. Top-Torjäger Lucas Barrios etwa – schon 13 Mal erfolgreich und Anwärter auf die Torjäger-Kanone – laboriert noch immer an einer Zerrung im Oberschenkel.

„Wenn alles gut läuft“, sagte Klopp, „dann kann er am Freitag trainieren.“ Auch Mittelfeldspieler Sven Bender (Sehnenreizung im Knie) soll am Freitag nach Möglichkeit wieder zum Team stoßen. Bernd Geske würde es sicher mit Freude vernehmen, denn am Ende des Tages will auch der Dortmunder Großaktionär vor allem zweierlei sehen: Siege und steigende Aktienkurse. 

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