„Jeder versucht, das Letzte herauszukitzeln“

Rudern: Deutschland-Achter

In 198 Tage beginnen die Olympischen Spiele in Rio. Für Eric Johannesen aus dem Team Deutschland-Achter wären es die zweiten Spiele. In London 2012 gewann er mit dem Deutschland-Achter Gold, auch aus Rio de Janeiro will er eine Medaille mitbringen – nach Möglichkeit wieder eine goldene. Dafür trainiert er in dem 23-köpfigen Team zurzeit im Trainingslager in Sabaudia.

DORTMUND

von Von Carsten Oberhagemann

, 19.01.2016, 15:42 Uhr / Lesedauer: 2 min
„Jeder versucht, das Letzte herauszukitzeln“

Einmal Gold hat er schon: Eric Johannesen ist einer der beiden Olympiasieger im aktuellen Ruder-Achter.

Sabaudia ist nun das dritte Trainingslager in der Saisonvorbereitung. Inwieweit ist Olympia jetzt im Fokus?

Olympia ist noch nicht ganz im Vordergrund, zunächst einmal müssen wir Athleten uns ja erst einmal bei den Ausscheidungen qualifizieren. Dazu ist es gut, dass wir jetzt in kurzen Abständen in mehrwöchigen Trainingslagern zusammen kommen. Wir gehen an Orte, wo die klimatischen Bedingungen besser sind. So können wir dem deutschen Winter ein Stück weit entfliehen.

 

In der Gruppe habt ihr ein Ziel: Rio. Wie hilfreich ist es, gemeinsam so viel zusammen trainieren zu können?

Es ist extrem hilfreich, die Mannschaft so früh in der Vorbereitung so oft beisammen zu haben. Wir sind jetzt in Sabaudia komplett mit 23 Leuten. Da können wir auch regelmäßig Achterfahren und so hoffentlich den Grundstein für ein gutes Abschneiden in der Olympiasaison legen.

 

Zum ersten Mal ist auch Ihr sechs Jahre jüngerer Bruder Torben im Trainingslager der A-Mannschaft. Welche Chancen sehen Sie für ihn, nach dem WM-Sieg im U23-Achter 2015 auf den Olympiazug aufzuspringen?

Zunächst einmal freut es mich ganz besonders für ihn, dass er die Chance bekommt, sich in Sabaudia und auch im Februar/März in Sevilla in den Trainingslagern zu zeigen. Es ist eine Anerkennung für ihn, er kann ganz befreit an die Sache herangehen.

 

Wie optimistisch sind Sie, dass der Deutschland-Achter wieder so auftrumpfen kann wie 2012 in London?

Unsere Zielsetzung ist klar: Wir wollen um die Goldmedaille mitfahren. In Avis haben wir schon gesehen, dass es bei uns allen in der körperlichen Entwicklung schrittweise nach oben geht. Bei uns herrscht ja das Leistungsprinzip – und durch den Leistungsdruck wird das ganze Niveau angehoben.

 

Ihr pusht euch also gegenseitig...

Jeder versucht schon im Training, das Letzte aus sich herauszukitzeln und das letzte Prozent aus sich rauszuquetschen.

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Man merkt, dass die Motivation sehr hoch ist, im Olympiajahr was Großes erreichen zu wollen.

Noch weiß ja niemand, in welchem Boot er in Rio sitzt, geschweige denn, ob er überhaupt dabei ist. Diese Unsicherheit sorgt automatisch dafür, dass man sich noch mehr reinhaut und noch mehr aus sich rausholt, um sein persönliches Zielboot zu erreichen. Bei mir ist es ganz klar der Deutschland-Achter. Ich will die schönen Momente von London noch einmal erleben.

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