Jiri Svejda wird mit blutiger Nase zum Matchwinner

Eishockey: 1. Liga West

Ein bisschen brummt der Schädel noch. Es gibt lustigere Sachen als einen Eishockeypuck im Gesicht. Jiri Svejda kann aber schon wieder lachen. „Mir geht‘s ganz gut. Die Narbe sollte nicht so groß werden“, sagt der 30-jährige Tscheche, der am Sonntag erst schmerzhaft getroffen wurde – und später zum Matchwinner für die Eisadler avancierte.

DORTMUND

, 26.01.2016, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Jiri Svejda wird mit blutiger Nase zum Matchwinner

Bilder der Eishockeypartie zwischen den Dortmunder Eisadlern und den Hammer Eisbären.

Ein verrücktes Spiel war es ohnehin gewesen, das 4:3 der Eisadler gegen die Luchse aus Lauterbach an der Strobelallee. Nach 55 Minuten ist eigentlich alles gelaufen. Andre Kuchnia hat soeben zum 3:1 für die Gastgeber genetzt, der Luchs scheint sozusagen im Bau, doch dann kommt plötzlich alles anders.

Lauterbach erzwingt Penaltyschießen

Innerhalb von 38 Sekunden findet Lauterbach zurück ins Spiel, gleicht zum 3:3 aus und erzwingt ein Penaltyschießen. „Nach dem 3:1 müssen wir konzentrierter bleiben“, ärgert sich Trainer Krystian Sikorski auch einen Tag danach noch. „Das haben wir nicht gut gemacht.“

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Nicht gut geht es zu diesem Zeitpunkt bereits Jiri Svejda. Der beste Scorer der Eisadler hat im ersten Drittel einen Befreiungsschlag der Gäste mit voller Wucht auf die Nase bekommen. Die Platzwunde muss in der Kabine genäht werden. „Als ich das ganze Blut gesehen habe, dachte ich, es sei schlimmer. Ich glaube aber nicht, dass die Nase gebrochen ist“, berichtet Svejda. Er beißt auf die Zähne und kehrt zum zweiten Drittel zurück aufs Eis, schleppt sich durchs Spiel.

"Ich wollte mich raushalten"

Das Penaltyschießen verfolgt er zunächst von der Bank aus. Er will nicht antreten, die Nase blutet wieder. „Ich wollte mich raushalten, weil ich im Moment nicht so viele Tore mache. Außerdem hatte ich Kopfschmerzen“, sagt Svejda. Er sieht zu, wie die ersten zwölf (!) Schützen keine Entscheidung herbeiführen können. Dann scheitert Jakob Georg Fardoe für Lauterbach. Jetzt ein Treffer, und der Kahn ist im Hafen, der Luchs tatsächlich im Bau. Bei den Eisadlern will keiner mehr schießen.

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Also fasst sich Svejda erst an die Nase und dann ein Herz. Er stopft sich etwas in die Nase, das nach Tempo aussieht, um die Blutung zu stoppen und schreitet zur Tat. „Andere sagen in solchen Situationen, es geht nicht. Lob an Jiri“, sagt Sikorski über seinen Stürmer. Bei Svejda geht es, der Penalty fliegt rein. Und die Pointe eines verrückten Spiels ist perfekt.

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