Jochen Busch über die Chancen im Aufstiegsrennen

Handball: BVB-Frauen

"Es ist ein Schlüsselspiel", sagt Ildiko Barna, Trainerin der BVB-Handballerinnen. Die Reise geht heute (19.30 Uhr) zum TV Beyeröhde. Soll heißen: Gelingt dem BVB das so dringend benötigte Erfolgserlebnis nicht, fährt der Aufstiegszug wohl an Dortmund vorbei. Wir haben vor der Partie mit dem Sportlichen Leiter Jochen Busch gesprochen.

DORTMUND

, 14.03.2015, 08:49 Uhr / Lesedauer: 3 min
Jochen Busch über die Chancen im Aufstiegsrennen

6:10 Punkte in der Rückrunde sprechen eine eindeutige Sprache. Borussia Dortmunds Handballfrauen stecken in einer Abwärtsspirale fest. Über die Gründe, Hoffnung für die letzten zwei Monate der Saison und die Entwicklung der Abteilung sprach unser Redakteur Dirk Krampe mit dem Sportlichen Leiter Jochen Busch.

Herr Busch, wie groß ist Ihre Sorge, dass der BVB das anvisierte Ziel Aufstieg doch noch verspielt? Man macht sich natürlich Gedanken. Wir haben es momentan nicht selbst in der Hand, das ist kein angenehmes Gefühl. Aber wir geben nicht auf. Wir hatten in dieser Saison so viel Pech, warum können wir nicht auch mal etwas Glück haben.

Bis zur Weihnachtspause hat die Mannschaft den großen Verletzungsproblemen scheinbar unerschütterlich getrotzt. Was ist seit dem Jahreswechsel schief gelaufen? Darüber zermartere ich mir auch den Kopf. Ich erinnere mich noch gut an die Partie in Neckarsulm kurz vor Weihnachten. Das war ein ganz tolles Spiel unserer Mannschaft. Dann ist uns auch noch Rafika Ettaqi verletzt weggebrochen, wir hatten Denisa Glankovicova ja eigentlich geholt, um Rafika zu entlasten. Plötzlich aber musste Denisa 60 Minuten durchspielen. Vielleicht muss man einfach akzeptieren, dass es irgendwann zu viel war mit den vielen Verletzten.

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Wie erleben Sie die Mannschaft im Moment? Wir haben ja nach dem Unentschieden in Mainz ganz bewusst mal einen Teamabend gemacht, wo wir gemeinsam gekocht haben. An dem Abend war die Stimmung noch nicht so gut, im Laufe der Woche aber hat sich das deutlich gebessert. Wir haben richtig gut trainiert. Ich hatte vor dem Zwickau-Spiel eigentlich ein gutes Gefühl.

Auch gegen Zwickau haben Sie gut begonnen, nur … … haben wir es nicht geschafft, das konstant durchzuziehen. Es ist ja so, dass die Gegner uns beobachten und sich auch darauf einstellen, dass wir zum Beispiel wegen der Verletzungsprobleme auf Linksaußen nicht so schlagkräftig sind. Dann zieht alles in die Mitte, wir sind leichter ausrechenbar.

Sie haben immer wieder den Umstand betont, dass Sie sehr viel Qualität nachverpflichten konnten. Der Kader ist also nominell gut besetzt. Rufen nicht alle ihr Potenzial ab? Vielleicht schöpfen nicht alle alles aus, das stimmt. Vielleicht ist der Druck in der ein oder anderen Situation einfach zu groß.

Alina Grijseels beispielsweise stand gegen Zwickau nur zwei Minuten auf dem Feld, auch Sabrina Richter, eine hoch erfahrene ehemalige Nationalspielerin, spielt kaum … Alina ist noch sehr jung, sie hatte auch die Playoffs mit der A-Jugend von Aldekerk in den Knochen. Die Trainerin hatte das Gefühl, es wäre in diesem engen Spiel vielleicht ein bisschen viel Verantwortung für sie. Sabrina Richter hat lange pausiert, sie macht jetzt deutliche Fortschritte. Man darf nicht vergessen, alle diese Spielerinnen, die wir nachverpflichtet haben, hatten keine gemeinsame Vorbereitung. Wir werden beide aber mehr sehen in Zukunft.

Wie erleben Sie Trainerin Ildiko Barna im Moment? Sie ist ganz sicher nachdenklicher geworden, es fuchst sie, dass ihr in manchen Situationen die Hände gebunden sind.

Glaubt Sie noch an den Aufstieg? Ja, hundertprozentig. Sie ist ein Vollprofi. Sie ist wie ich der Meinung, dass wir „nur“ die Spirale durchbrechen müssen.

Wie lässt sich denn die Negativspirale durchbrechen? Eigentlich ganz einfach. Mit einem Sieg am Samstag.

Fehlt der Mannschaft gerade in dieser psychologisch wichtigen Phase eine Führungsfigur? Im Augenblick haben alle sehr mit sich selbst zu tun. Es wird immer deutlicher, wie sehr uns zum Beispiel Carolin Schmele fehlt. Sie ist immer für drei, vier einfache Tore gut. Und sie zieht die Gegenspieler auf sich. Auch eine Viraq Vaszari wäre so eine Spielerin.

Was würde das Verpassen des Saisonziels für die Entwicklung des Klubs bedeuten? Es wäre kein Rückschritt. Wir würden im nächsten Jahr einen neuen Anlauf nehmen. Im Sommer kommen viele Verletzte zurück. Wir werden wieder eine sehr gute Mannschaft haben.

Alina Grijseels hat für zwei Jahre unterschrieben. Trotzdem die Frage: Wäre sie zu halten, wenn es mit dem Aufstieg nicht klappt? Sie wird in der nächsten Saison bei uns spielen, sie fühlt sich sehr wohl in Dortmund. Egal in welcher Liga.

Erschwert die unklare Situation die Verhandlungen mit potenziellen Neuzugängen? Natürlich hätten die Spielerinnen gern Gewissheit. Das ist doch klar.

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Bildergalerie

Handball, 2. Bundesliga: BVB - BSV Sachsen Zwickau 21:25 (12:8)

Bilder der Zweitliga-Partie zwischen Borussia Dortmund und dem BSV Sachsen Zwickau.
07.03.2015
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Bilder der Partie BVB gegen Zwickau.© Foto: Menne
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Schlagworte Borussia Dortmund,

In der Szene wird schon gemunkelt, der BVB habe Hochkaräter an der Hand. Bekommen die nun kalte Füße? Gerüchte gibt es viele. Ich kann nur sagen, unterschrieben ist noch nichts.

Wie beurteilen Sie das Restprogramm, vor allem im Vergleich mit Zwickau? Wir haben schwere Heimspiele gegen direkte Konkurrenten und müssen auch auswärts voll konzentriert sein. Es ist sicher kein leichtes Programm. Aber Zwickau spielt auch noch gegen Neckarsulm und in Rosengarten. Auch in Rödertal ist es nicht einfach.

Glauben Sie an ein gutes Saisonende? Ein klares Ja. Das hätte ich übrigens nach unserem Spiel in Halle-Neustadt nicht gesagt. Aber die Mannschaft hat in den letzten Spielen alles gegeben, toll gekämpft. Ich bin zuversichtlich, dass das belohnt wird.

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