Johannes Rentz: "Rio? Ist unvergleichlich!"

Rudern

Johannes Rentz strahlt. „Rio? Das war toll! Unvergleichlich“. Der 18-jährige Ruderer des RC Hansa hat seinen „großen“ Kollegen vom Team Deutschlandachter, die auf die Olympischen Spiele in der brasilianischen Metropole hinarbeiten, diese Erfahrung schon voraus. Und es war eine interessante Erfahrung.

Dortmund

, 04.02.2016, 08:25 Uhr / Lesedauer: 2 min
Johannes Rentz: "Rio? Ist unvergleichlich!"

Johannes Rentz (vorne l.) war schon in Rio de Janeiro. Mit dem deutschen Junioren-Vierer um den Dortmunder Trainer Frank Flörke (M.), hier bei einem Besuch der weltberühmten Christus-Statue, gewann er bei Weltmeisterschaft 2015 Bronze.

Bei der Junioren-Weltmeisterschaft 2015, die bei den Ruderern traditionsgemäß im vorolympischen Jahr als Testwettkampf auf der Original-Regattastrecke der Spiele ausgetragen wird, gewann Rentz mit dem deutschen Vierer die Bronzemedaille.

"Fäkalien im Wasser"

Berichte über die gesundheitsgefährdende Verschmutzung des Gewässers in einer mit dem offenen Meer verbundenen Lagune in Rio kann der junge Hanseat bestätigen. „Wir haben vorher Verhaltenstipps bekommen: Man sollte dort nicht baden gehen, sich nicht mit den nassen Händen durchs Gesicht fahren. Es sind halt jede Menge Fäkalien im Wasser, die bei starkem Seegang nach oben gespült werden“.

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Ein unappetitliches Thema, das die positiven Eindrücke von der sportbegeisterten Stadt aber nicht entscheidend trübte. Die Regattabahn sei trotz fallender Winde „relativ fair“, dort sei übrigens auch die Ruderabteilung des durch den Fußball bekannten Klubs Flamengo (Stadtteil von Rio) beheimatet.

"Rio bebt"

Begeistert berichtete der ehrgeizige Baroper, der gerade aufs Abitur zusteuert, von einer Stadtrundfahrt, dem Besuch der weltberühmten Christus-Statue („beeindruckend“), dem Hotel an der Copacabana („wunderschön“) und den für deutsche Verhältnisse doch recht plötzlichen Sonnenuntergang: „Wir waren im Training noch auf dem Wasser, innerhalb von zehn Minuten war es stockfinster.“ Und im Dunkeln, da verändere sich die Stadt komplett, dann „bebt Rio förmlich“.

Weite Reisen sind für den 18-Jährigen übrigens nicht ungewöhnlich: Vor zwei Jahren folgte Johannes Rentz dem Ruf des Prince Albert College in der Nähe von Adelaide nach Australien, verstärkte als „big german boy“ – der Dortmunder ist 1,97 Meter groß und 96 Kilo schwer – die Ruderriege der Schule. „Der Aufenthalt in Australien hat mich nicht nur sprachlich weitergebracht, auch als Mensch. Während ich früher eher verbissen an die Dinge herangegangen bin, habe ich dort gelernt, etwas lockerer zu werden“.

Fokussiert und ehrgeizig

Dennoch wirkt der Hanseat, der 2014 mit dem deutschen Achter Junioren-Weltmeister geworden war, nicht nur in seinem Sport sehr fokussiert, sehr ehrgeizig. Das ist auch der „Wilo-Foundation“, der Stiftung des Dortmunder Ruder-Förderers Jochen Opländer, nicht entgangen, die Rentz in seinem ersten U23-Jahr als einer von dreien neu in das Stipendiums-Programm aufgenommen haben. „Das Stipendium ist für mich eine Auszeichnung und ein Ansporn, weiter Gas zu geben“, sagt Rentz, der neben dem Stipendium auch von der Sporthilfe unterstützt wird und die Förderung „gut gebrauchen kann.“

Durch die Förderung sollen die Talente sich voll auf das Rudern und ihre Ausbildung konzentrieren können. Gerade in einer Phase, in der die jungen Männer von der Schule in die Universität wechseln, ihr Umfeld verändern und das Trainingspensum immer weiter steigt, ist es nicht leicht, alles unter einen Hut zu bringen. „Die drei haben sich das durch gute Leistungen verdient und eine gute Perspektive. Das Stipendium soll ihren Weg erleichtern“, sagt U23-Trainer Peter Thiede, einstmals weltmeisterlicher Achter-Steuermann und heute Talenteformer am Dortmund-Ems-Kanal.

Sprung in den U23-Bereich

Für Johannes Rentz geht es ab sofort eine Leistungsklasse höher, und vor dem Sprung in den U23-Bereich hat Rentz Respekt: „Für mich geht es jetzt anfangs erst einmal darum, anzukommen. Das sind doch ganz andere Trainings-Umfänge, eine neue Intensität.“ Nie zuvor sei er 100 Minuten Rad am Stück gefahren, berichtet er grinsend. Dazu steht im Frühjahr das Abitur an der Martin-Luther-King-Gesamtschule in Dorstfeld an, da kommt dem ehrgeizigen Rudertalent die Förderung gerade recht: „Das ist schon eine große Erleichterung. Ich will ein gutes Abi machen und bei der U23-WM im kommenden Sommer möglichst im Achter sitzen.“

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Es werde ein spannendes Jahr, ist er sich sicher. Ein Studium der Wirtschaftswissenschaften wolle er beginnen und sich als feste Größe im U 23-Bereich für Höheres empfehlen, werden, denn „Olympia, das ist mein größtes Ziel“.

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